Immer zu langsam: Skyliners-Profi Richard Freudenberg (rechts) gegen den Ulmer Derrick Willis. dpa
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Immer zu langsam: Skyliners-Profi Richard Freudenberg (rechts) gegen den Ulmer Derrick Willis. 

Viertelfinale

Debakel für Skyliners gegen Ulm

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Die Frankfurter Basketballer verlieren erstes Viertelfinale gegen Ulm und brauchen nun ein Basketballwunder für das Weiterkommen.

Die Analyse von Quantez Robertson zur Darbietung seines Teams in den ersten 20 Minuten gegen Ulm fiel schonungslos aus: „Wir spielen ohne Herz, keine Verteidigung und spielen unsere Spielzüge nicht aus“, sagte der Kapitän der Frankfurt Skyliners am Mikrofon von Magentasport, um dann in die Kabine zu verschwinden. 30:57 stand es aus Sicht der Hessen am Mittwochnachmittag zur Halbzeit im ersten Viertelfinalspiel des Finalturniers der Basketball-Bundesliga in München. Das Endergebnis des Debakels lautete 61:101. Im Rückspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) bräuchten die Frankfurter Korbjäger ein Basketballwunder, um den Rückstand wettzumachen und das Halbfinale zu erreichen. Da müssten aber Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen.

Das, was die Skyliners in diesem Turnier zumindest in den ersten beiden Partien gut gemacht hatten, war das Verteidigen. Gegen Alba Berlin und die Riesen Ludwigsburg konnten die Hessen die Spiele bis zum Ende offen gestalten, weil sie intensiv, bissig und mit viel Wille verteidigten. Am Ende verloren sie trotzdem, weil ihnen einfach das offensive Talent fehlt. Doch ohne eine gute Defensive sind die Skyliners mit dem vorhandenem Personal jedem Bundesligakonkurrenten hoffnungslos unterlegen.

Gegen Ulm waren sie von Beginn an immer einen Schritt zu langsam. „Wir spielen verdammt zu weich, wir sind zu soft“, brüllte Cheftrainer Sebastian Gleim sein Team in der Auszeit an. Es half nichts, die Skyliners ergaben sich ihrem Schicksal. „Wir haben dreimal live trainiert. Wir müssen realistisch bleiben“, sagte Gleim patzig.

Der personelle Aderlass war letztlich zu groß, um bei diesem Turnier weiter als ins Viertelfinale zu kommen. Matt Mobley, als Scorer geholt, kam aus Angst vor dem Coronavirus nach nur einer einzigen Partie nicht nach Frankfurt zurück. Center Leon Kratzer verletzte sich vor dem Turnier beim Krafttraining und wurde nicht rechtzeitig fit. Flügelspieler Shaquille Hines war aus gesundheitlichen Gründen erst gar nicht nach München gereist – wobei die Skyliners nie verrieten, was er denn genau hat. Zu allem Überfluss verletzte sich Topscorer Lamont Jones im zweiten Spiel gegen Ludwigsburg und wurde, gerade auf dem Weg der Besserung, nach Hause geschickt. „Wir sind als Mannschaft besser ohne ihn“, sagte Gleim. Irgendwas wird vorgefallen sein, doch auch hier schweigen die Skyliners.

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