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Kommt die WM für sie noch etwas zu früh: Langläuferin Katharina Hennig.
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Kommt die WM für sie noch etwas zu früh: Langläuferin Katharina Hennig.

Nordische Ski-WM in Oberstdorf

Das Stockerl als Ziel

  • vonPatrick Reichelt
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Wie stehen die Medaillenchancen der deutschen Sportler und Sportlerinnen bei der in diesen Tagen beginnenden Nordischen Ski-WM in Oberstdorf?

Man hatte ihn wahrscheinlich bis hinauf in den WM-Stammort Seefeld hören können, den Urschrei, den Markus Eisenbichler da über den Innsbrucker Bergisel schickte. Nicht ein einziges Weltcup-Springen hatte der Siegsdorfer in seiner Karriere bis dahin für sich entschieden. Und nun war er der gefeierte Weltmeister. Aus einer Goldmedaille wurden am Ende drei – und Eisenbichler war das deutsche Gesicht der WM 2019.

Neun Medaillen räumten die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) in Tirol ab. Nur die alles überragenden Norweger (25) waren erfolgreicher. Und klar ist: In etwa dort würde sich der DSV auch bei seinem am Mittwoch beginnenden Heimspiel in Oberstdorf wieder finden. Umso mehr als die Titelkämpfe im Allgäu die unmfangreichsten in der Geschichte der, seit 1924 ausgetragenen Nordischen Weltmeisterschaften sind. 24 Mal geht es bis zum 7. März um Edelmetall – zweimal mehr als vor zwei Jahren.

Doch wie steht es um die deutschen Chancen, die Bilanz von Seefeld zu wiederholen? Wir haben die drei Disziplinen des Mini-Olympia im unter die Lupe genommen und festgestellt: Das wird knapp.

Skispringen: 2019 war die wichtigste nordische Disziplin fest in deutscher Hand. In sechs Wettbewerben gab es für Markus Eisenbichler, Katharina Althaus & Co. fünf Mal Edelmetall. Und eigentlich sprach in diesem Winter viel dafür, dass es mindestens ebenso hoch hinausgeht. Zumindest der Männerkader schien so breit aufgestellt wie nie zuvor.

Doch nach starkem Auftakt mit 15 Podestplätzen und einem Skiflug-WM-Titel für Karl Geiger kam vor allem den Vorfliegern Markus Eisenbichler und Geiger die Leichtigkeit abhanden. Während der norwegische Fast-schon-Weltcupsieger Halvor Egner Granerud weiter von Sieg zu Sieg flog, grübelten die beiden DSV-Asse über ihre Formschwäche. Immerhin der Oberstdorfer holte sich bei der Generalprobe in Rasnov in seiner Lieblingsdisziplin auf der kleinen Schanze mit Platz drei Seelenmassage. Bundestrainer Stefan Horngacher ist trotzdem nur gedämpft optimistisch. „Ein bis zwei Medaillen wären schön“, sagte er.

Dumm, dass auch das verletzungsgeplagte Frauen-Team weit entfernt von der Dominanz von 2019 ist. In diesem Winter sprang noch kein Podestplatz für Althaus & Co heraus.

Zumindest eine Einzelmedaille und zweimal Edelmetall in den Teamwettbewerben sind aber drin.

Prognose: drei Medaillen

Nordische Kombination: Nun ist also auch die letzte Männer-Bastion bei den Nordischen Weltmeisterschaften gefallen. Erstmals wird auch bei den Frauen eine Nordische Ski-Königin ermittelt. Mit welchen Aussichten – die Saison lässt angesichts von nur einem Weltcup (Ramsau) nicht viele Rückschlüsse zu. Außer vielleicht den, dass es mit Tara Gareghty-Moats eine Top-Favoritin gibt.

Dafür ist umso klarer: Die deutschen Männer erleben gerade den nächsten Frühling unter Bundestrainer-Dauerbrenner Herrmann Weinbuch. Der seit 1996 im Amt befindliche Medaillenschmied ließ seine Schützlinge im Sommer vor allem an den Defiziten auf der Schanze feilen, holte dafür im österreichischen Ex-Springer Heinz Kuttin einen Fachmann an Bord.

Und der Plan ging auf. Die Deutschen haben vielleicht keinen Seriensieger wie den Norweger Jarl Magnus Riiber. Doch die Zweikämpfer des DSV sind so breit aufgestellt wie kein anderes Team im Weltcup. Mit dem viermaligen Saisonsieger Vinzenz Geiger, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Manuel Faißt hat man gleich vier Athleten in den Top-10 der Saison-Wertung. In 15 Wettbewerben schafften sie 16 mal den Sprung aufs Podest, überhaupt nur vier mal ging man leer aus.

Zumindest in den vier Männer-Wettbewerben sind die deutschen Asse heiße Anwärter auf Edelmetall. Eine Wiederholung der Bilanz von Seefeld ist allemal drin.

Prognose: vier Medaillen

Skilanglauf: Bundestrainer Peter Schlickenrieder war 2018 angetreten, um die deutschen Läufer bis zur Heim-WM wieder in die Weltspitze zu bringen. Doch kurz vor den Titelkämpfen in Oberstdorf ahnt der Schlierseer: Das wird nichts werden. In seiner Abteilung gibt es viele gute Ansätze wie den starken Auftritt des DSV-Nachwuchses bei der Junioren-WM. Nicht zu vergessen der dritte Platz von Vorzeigeläuferin Katharina Hennig im Massenstart von Val di Fiemme bei der Tour de Ski. Die Thüringerin ist Schlickenrieders erster Tipp als potenzielle deutsche Siegläuferin. Aber wie für so viele Deutsche kommt die WM in Oberstdorf zu früh. Für die Staffel-Wettbewerbe rechnet man sich zwar zumindest Außenseiterchancen aus. Doch zu Edelmetall wird das (noch) nicht reichen.

Prognose: null Medaillen

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