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Sauer auf seine Vorderleute: Bochums Torwart Manuel Riemann. dpa
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Sauer auf seine Vorderleute: Bochums Torwart Manuel Riemann. dpa

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Das Leid der Aufsteiger

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die Neulinge VfL Bochum und Greuther Fürth drohen früh den Anschluss zu verpassen.

Es sind keine schönen Zeiten für Aufsteiger im Herbst 2021. Blicken wir gemeinsam in den klammen Keller der Bundesligatabelle: Als Letzten finden wird dort die Spielvereinigung Greuther Fürth nach sechs Niederlagen und einem Unentschieden in sieben Spielen, Vorletzter Bochum: ein Sieg, ein Unentschieden, vier Niederlagen. Noch trüber sieht der Blick auf die Auswärtstabelle aus: Letzter Fürth, null Punkte, 3:13 Tore, Vorletzter Bochum, null Punkte, 1:10 Tore.

Beide Klubs haben vergangene Saison mit sehr gut arbeitenden Trainern - Thomas Reis in Bochum, Stefan Leitl in Fürth - und einem für Zweitligaverhältnisse anspruchsvollen Fußball, der weit übers Kämpferische hinausging, großartig überperformt. Heraus kam völlig verdient der Aufstieg ins Oberhaus. Fürth und Bochum hoch, Werder und Schalke runter. Da schienen zwei Zwerge mal wieder die einfachen Wahrheiten des Profifußballs - Geld schießt Tore - auf den Kopf zu stellen. Das Grummeln der Traditionsklubs (die Fürth und Bochum übrigens auch sind) waren unüberhörbar.

Aber ein paar Tore schießt Geld eben doch. Fürth hat zum Toreschluss noch mal verzweifelt Spieler geholt, dabei jedoch in eine ziemlich niedrige Schublade greifen müssen. De Abgänge von U21-Nationalspieler Anton Stach und dem jüngsten A-Nationalteam-Debütanten David Raum ließen sich so nicht kompensieren. Es kamen Leute, die woanders schon gescheitert waren, was ja durchaus funktionieren kann, aber bisher noch nicht funktioniert hat: Jetro Willems, einst Eintracht Frankfurt, Gideon Jung, den der HSV nicht mehr wollte, Sebastian Griesbeck, den Union Berlin billig abgab. Adrian Fein nach einem frustrierenden Jahr bei PSV Eindhoven.

In Bochum wurde ähnlich verfahren, und zwar ebenso nachvollziehbar wie in Fürth unter Beachtung der bescheidenen wirtschaftlichen Gegebenheiten. Dass die zweite Reihe aus anderen Klubs - Elvis Rexhbecaj aus Wolfsburg, Eduard Löwen von Hertha BSC, Konstantinos Stafylidis aus Hoffenheim - die Bundesliga nicht erstürmen würde, ist keine Überraschung. Zudem fehlen die beiden besten Spieler der vergangenen Zweitligasaison: Spielmacher Robert Zulj konnte nicht gehalten werden, ging lieber in die Vereinigten Arabischen Emirate, um dort Petrodollars zu kassieren. Torjäger Simon Zoller zog sich im Training einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fällt mindestens den Rest des Jahres aus. So droht Fürth und Bochum der direkte Wiederabstieg, ohne dass beide solide wirtschaftenden Vereine dabei großartig viel falschgemacht hätten.

In Bochum scheinen sich aber gerade Gräben zu öffnen, die besser geschlossen bleiben sollten. Torhüter Manuel Riemann keifte nach dem 0:3 in Leipzig öffentlich gegen seine Vorderleute - und war damit ganz schlecht beraten. Denn der Führungsspieler, der auch dank seine unbestreitbaren fußballerischen Qualitäten viel zum Aufstieg beigetragen hat, sah in Leipzig weder beim ersten noch beim dritten Gegentor gut aus.

Statt sich selbstkritisch mit eigenen Defiziten in diesen beiden Situationen auseinanderzusetzen, schob der Torwart Schuld auf andere. Das kann man tun, wenn es einem selbst und der Mannschaft gutgeht. Nach einem Sieg zum Beispiel. In einer ohnehin angespannten Situation nach einer Partie, in der der Gegner Leipzig heillos überlegen war, ist das keine gute Idee. Fürth und Bochum haben nur eine Chance, wenn der Zusammenhalt nicht bröckelt.

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