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Der beste Darmstädter bitter enttäuscht: Victor Palsson.
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Der beste Darmstädter bitter enttäuscht: Victor Palsson.

Verteidiger Rapp köpft über Torwart Schuhen

Zwischen Pech und Unvermögen

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Darmstadt 98 verliert wieder ein Spiel in der Nachspielzeit – wegen eines Slapstick-Eigentores. Aber niemand macht das allein am fehlenden Glück fest.

Die Fußballer des 1. FC Nürnberg wollten eigentlich gar nicht mehr gewinnen, wirklich nicht. Im Ärger über den Ausgleich, resultierend aus einer strittigen Handelfmeterentscheidung in der 90. Minute, bolzten sie den Ball nur noch nach vorne. Erst bei einem Freistoß, da flog die Kugel weit bis an des Gegners Eckfahne, und dann tief in der Nachspielzeit bei einem Abschlag. Der Nürnberger Torwart Christian Mathenia, der mit einem Lapsus den Elfmeter zum 1:1 überhaupt erst ermöglicht hatte, nahm den Ball, wuchtete ihn möglichst weit weg von seinem Tor und wollte nur noch, dass der Abpfiff im Zweitligaduell bei Darmstadt 98 ertönen würde. Der Ball flog und flog, hüpfte einmal auf und landete zwei, drei Sekunden später im Netz. Das 2:1 (0:0)-Siegtor der Franken. Unfassbar.

Wie konnte das passieren? Nun, der dem Ball hinterher eilende Darmstädter Verteidiger Nicolai Rapp übersah seltsamerweise trotz kurzem Blickkontakts mit seinem Torwart, dass eben jener Marcel Schuhen ein paar Meter aus dem Kasten gekommen war. Rapp köpfte die Kugel über Schuhen hinweg ins Netz.

„Das kann eigentlich nicht passieren, aber bei uns schon“, sagte der Darmstädter Trainer Markus Anfang. „Normalerweise brennt da nichts an, aber bei uns ist in dieser Saison nichts normal“, stimmte Lilien-Kapitän Fabian Holland, der kurz zuvor den Strafstoß verwandelt hatte, ein.

„Wir brauchen kein Mitleid“

Die Darmstädter Fußballer mussten in dieser Saison schon eine Reihe an Nackenschlägen aushalten. Gegentore in der Nachspielzeit, fragwürdige Schirientscheidungen, die Punkte kosteten, viele Verletzungen von Stammkräften, private Schicksalsschläge bei Spielern, jüngst erst das Aus im Elfmeterschießen im DFB-Pokal bei Holstein Kiel. „Es sind Sachen in geballter Form passiert, die sonst nur über Jahre zusammenkommen“, findet Trainer Anfang und hat Recht.

Ebenso aber wie mit seiner Feststellung, dass das im Gesamten betrachtet nicht nur Pech ist, sondern auch eine kräftige Portion an Eigenverschulden, an Unvermögen. Klar, Nicolai Rapp köpfte den Ball unabsichtlich ins eigene Netz, die Spielsituation aber war weder sonderlich prekär noch unlösbar. „Eine Kommunikationssache“, bedeutete Anfang, der seine sonst stets schützende Hand überm kickenden Personal diesmal ein Stückchen zur Seite schob. „Wir brauchen kein Mitleid, wir sind ja selbst dafür verantwortlich. Da muss jeder mit sich selbst ins Gericht gehen.“

Die Darmstädter waren im Duell zweier abstiegsbedrohter Mannschaften grundsätzlich die etwas bessere. Bloß machten sie wie so oft in dieser Runde nichts draus. Entweder verpufften die Bemühungen beim finalen Zuspiel, oder aber – falls dieses mal gelang - die Profis offenbarten ihre mangelhafte Abschlussqualitäten.

So verpasste Christian Clemens in Hälfte eins das 1:0, auch Fabian Schnellhardt, selbst der eigentlich treffsichere Serdar Dursun. Stattdessen gingen die Gäste nach 76 Minuten durch Fabian Schleusener in Führung, weil die Lilien bei einem Nürnberger Konter im Kollektiv nicht gut standen und verteidigen. „Wir haben nicht das erste Mal Chancen liegengelassen, diese Kritik müssen wir uns gefallen lassen“, sagte Anfang. Sie sei genauso berechtigt wie jene über das Abwehrverhalten.

Die Darmstädter haben die Chance verpasst, sich abzusetzen von den Abstiegsrängen, wurden sogar von Nürnberg überholt. Vier Zähler Vorsprung bleiben auf Relegationsrang 16 – und der Eindruck, dass zurzeit das eigene Unvermögen den Faktor Pech einzuholen scheint.

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