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Jubel bei den Spielern von Darmstadt 98 - der Klassenerhalt ist gesichert. 

Zweite Liga

Lilien schaffen Klassenerhalt

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Ein überraschender 2:1-Auswärtssieg beim 1. FC Köln sichert den Darmstädtern den Verbleib in der zweiten Liga. 

Vielleicht musste es Felix Platte sein, der Fußball ist ja bekannt dafür, dass er sich die besten Geschichten raussucht. Der Stürmer Platte, 23, hat eine unangenehme Saison erlebt beim SV Darmstadt 98, man könnte sagen, er hat gar nicht richtig mitgemacht. Die meiste Zeit war er verletzt, sechs Kurzeinsätze im Winter standen vor dem Spiel beim 1. FC Köln am Freitagabend in seiner Statistik, mehr nicht.

Und dann also lief die 86. Spielminute in Köln am Freitagabend, und Felix Platte lief dem Ball hinterher, und er lief damit am Torwart Timo Horn vorbei und bugsierte ihn ins gegnerische Tor, also den Ball. Es war das 2:1 für die Darmstädter, und es war der Siegtreffer, der den Südhessen den Klassenerhalt in der zweiten Fußball-Bundesliga sicherte, drei Spieltage vor dem Saisonende. In Köln, beim Tabellenführer und designierten Aufsteiger, durch Platte, dem ewig verhinderten Hoffnungsträger; manchmal kommt eben alles zusammen.

Nach dem Schlusspfiff verschmolzen vier Männer am Spielfeldrand zu einem Bollen der Freude. Carsten Wehlmann, der Sportdirektor, Dimitrios Grammozis, der Cheftrainer, und Iraklis Metaxas und Sven Thur, die beiden Co-Trainer, waren in einer Umarmung innig vereint, die genauso viel Erleichterung wie Jubel ausdrückte bei den Lilien. Es ist mal wieder eine komplizierte, emotionale Saison für die Darmstädter, mit schwelender Abstiegsgefahr, einem Trainerwechsel und dem Abriss der Gegengerade für den Stadionumbau am Böllenfalltor. Dass bei den Lilien seit der Ankunft Grammozis‘ als Nachfolger des am Ende irgendwie verbrauchten Dirk Schusters wieder eine echte Einheit gewachsen ist, war am Freitag in Köln gut zu sehen.

Dass für den 2:1 (0:1)-Auswärtssieg in der Domstadt eine Menge Glück nötig war und ein großartig aufgelegter, schier unüberwindlicher Torwart Daniel Heuer Fernandes, wird den SVD am Ende wenig kümmern. Der 26-jährige Schlussmann vereitelte ein halbes Dutzend Kölner Chancen eigenhändig und zum Teil mit spektakulären Paraden. Vor allem in Halbzeit zwei drohte der FC die Gäste zeitweise schier zu erdrücken mit seiner starken Offensive um die Stürmer Simon Terodde und Jhon Cordoba, dem in der 66. Minute auch per Kopf der Ausgleich gelungen war. Ebenfalls mit einem Kopfball hatte Serdar Dursun die Lilien in Halbzeit eins in Führung gebracht (34.). Was zur Pause gar nicht mal unverdient war für die äußerst entschlossen auftretenden Darmstädter. Die Pfiffe des Kölner Publikums nach 45 Minuten klangen süß in den südhessischen Ohren, und nach dem Spiel, umso lauter, waren sie der Soundtrack des Klassenerhalts.

Der FC ist indes ein äußerst schlecht gelaunter, souveräner Tabellenführer nach dem nächsten schwachen Spiel. Auch das ist eine schräge Geschichte, aber dafür kann der Fußball ausnahmsweise mal nichts. Das schaffen sie in Köln schon ganz alleine. 

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