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Die Hoffnung ruht auf ihm: Rückkehrer Victor Palsson.
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Die Hoffnung ruht auf ihm: Rückkehrer Victor Palsson.

Lilien im Abstiegskampf

„Wir dürfen nicht verkrampfen“

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Trotz regelmäßiger Rückschläge glaubt der SV Darmstadt 98 an seine Stärke – auch dank eines Rückkehrers und eines Neulings.

Die Beteiligten beim SV Darmstadt 98 verfallen in diesen Tagen und Wochen trotz regelmäßiger Rückschläge nun wahrlich nicht in Panik. Zumindest öffentlich nicht. Der Trainer Markus Anfang erhöhte zwar jüngst nach der Niederlage gegen Nürnberg den verbalen Druck auf seine Zweitligafußballer, nicht nur ganz ansehnlich zu kicken, sondern auch Punkte dafür einzusacken. Allzu große Kritik an seinen Schützlingen lässt er aber nicht zu. Solch ein Typ ist Anfang nicht, er stellt sich lieber vor seine Spieler, versucht sie zu stärken, schützt sie. Und da auch der Präsident Rüdiger Fritsch gerade öffentlich bekundet hat, sich vom eingeschlagenen Weg mit Anfang und dessen fußballerischem Ansatz nicht abbringen lassen zu wollen, er den Trainer also aus der Schusslinie nahm, bevor dieser überhaupt richtig drin stand, herrscht Ruhe rund ums Böllenfalltor.

Freilich: Ob das mit Fans und beim Blick auf Platz 13 sowie nur vier Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang anders wäre, sei mal dahingestellt. Klar ist, es gibt eine Menge Verbesserungspotenzial. Die harten Fakten sprechen nicht wirklich für Anfang und seine Mannschaft: Seit Dezember holten die Lilien lediglich zehn von 33 möglichen Punkten, in diesem Kalenderjahr gar nur vier von möglichen 21. Die einstige Heimstärke unter Anfang-Vorgänger Dimitrios Grammozis ist keine mehr. Nur drei Siege gelangen in dieser Saison im eigenen Stadion – gegen Würzburg, Braunschweig und Sandhausen, tabellarisch die drei schlechtesten Teams. Das ist zu wenig, selbst wenn der Heimvorteil von früher natürlich heute kaum mehr einer ist, so ganz ohne Publikum.

Wegweisende Spiele

Dennoch: Wenn die Darmstädter am Sonntag (13.30 Uhr) mit dem VfL Osnabrück den Tabellen-15. empfangen, müssen sie im Grunde drei Punkte holen oder – im Falle des Misserfolgs – zumindest im darauffolgenden Spiel beim FC St. Pauli, dem 14., dringend liefern. Oder beides. Die kommenden Partien könnten wegweisend sein, ob die Lilien eine vergleichsweise ruhige Restsaison verbringen oder sie tatsächlich recht lange um den Klassenerhalt bangen müssen. „Es wird ein klassisches Zweitligaspiel“, sagt Trainer Anfang mit Blick auf das Duell gegen Osnabrück: „Was am Ende das Spiel entscheidet, sind Aktionen im Sechzehner – sowohl im eigenen als auch im gegnerischen.“ Seine Jungs wüssten, dass sie am Zug sind, „aber wir dürfen nicht verkrampfen“.

Wichtig ist es daher, dass die Darmstädter ihre Qualität auf dem Rasen steigern. Dazu beitragen sollen zwei erfahrene Profis: Victor Palsson, 29, vor kurzem nach langer Zwangspause zurückgekehrter Defensivspezialist, und Samuele Campo, 25, offensivstarker Winterzugang vom FC Basel. Während der isländische Nationalspieler Palsson zuletzt als Innenverteidiger eine prima Leistung gegen Nürnberg bot und dem Team künftig auch als Führungsfigur wieder mehr Halt geben dürfte (Anfang: „Wir müssen lauter und mehr kommunizieren“), erhoffen sie sich in Darmstadt von Campo vor allem Torgefahr. „Meine Qualitäten liegen im fußballerischen Bereich. Pässe in die Tiefe, Schüsse, Standards – vom Spielertyp bin ich ein richtiger Zehner“, sagt der Schweizer, der schon Europa League gespielt und dort unter anderem im Frühjahr 2020 gegen die Frankfurter Eintracht überragend agiert hat. Auf acht und zwölf Vorlagen kam er in der vergangenen Saison für Basel, ehe er dieser Runde aus der Startelf verdrängt wurde. Daher nun die halbjährige Leihe hinab in die deutsche Zweitklassigkeit.

Palsson hat derweil schwierige Monate hinter sich. Nicht nur mehrere Verletzungen (Knieprobleme, Daumen-OP) bremsten ihn aus, auch verstarb seine Mutter Mitte Dezember. In dieser Woche sprach er erstmals darüber: „Es war die härteste Zeit. Mental war es sehr schwer.“ Das Körperliche immerhin komme aber langsam zurück und werde jeden Tag besser, „und die mentale Seite auch“. Alles in allem brauche er noch etwas „mehr Luft in der Lunge“, aber er sei sich sicher, dass er der Mannschaft helfen kann. „Wir müssen realistisch sein: Wir sind im Abstiegskampf und müssen Punkte holen“, sagt Palsson.

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