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Einen Schritt zu spät: Lilien-Stürmer Marco Sailer
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Einen Schritt zu spät: Lilien-Stürmer Marco Sailer

Darmstadt 98

Viel Lob, aber keine Punkte

Die Lilien verlieren durch einen Distanzschuss gegen RB Leipzig.

Von Sebastian Rieth

Ganz am Ende war sogar Jan Zimmermann mit nach vorne geeilt. Wahrscheinlich hatte auch den Schlussmann des SV Darmstadt 98 das ungute Gefühl beschlichen, dass seine Vorderleute noch bis zum Morgengrauen hätten spielen können, ohne den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Also bot Zimmermann seine Unterstützung an – geholfen hat es nicht, die 0:1 (0:0)-Niederlage gegen RB Leipzig konnte auch der Offensivdrang des eigentlichen Ballfängers nicht verhindern. Betretene Mienen bei den Lilien. „Manchmal“, sagte Rechtsverteidiger Sandro Sirigu bedröppelt, „fehlt einem einfach das Glück.“

Beschimpfung per Plakat

Denn die Pleite im Spitzenspiel der dritten Liga war nicht verdient, im Gegenteil, sie war sogar hochgradig ungerecht. Fast über die gesamte Spielzeit hinweg hatten die Darmstädter den neureichen Aufsteiger aus Leipzig im Schwitzkasten, sie ließen dem Gegner kaum Luft zum Atmen, gingen weite Wege, setzten nach, gewannen fast jeden wichtigen Zweikampf. Würde die Erhebung der Statistik eines Fußballspiels auch in der dritten Liga ähnlich akribisch betrieben wie in den beiden Spielklassen darüber, der SV Darmstadt 98 hätte in jeder Rubrik die Nase vorn gehabt – nur eben nicht in der einen, die zählt. Das lag an der 68. Minute und einem fulminanten Distanzschuss des Leipzigers Dominik Kaiser, der aus fast 30 Metern unhaltbar im Tor einschlug. „Den macht er nicht so oft“, haderte Marco Sailer. Stimmt: Wenig später stand Kaiser der Pfosten im Weg (83.). Mehr Chancen hatten die Gäste aber nicht, sodass deren Trainer Alexander Zorniger anständig lobte: „Darmstadt war ein starker Gegner. Sie haben uns nie ins Spiel kommen lassen.“ Und doch steht für das Überraschungsteam der Liga aus den vergangenen vier Spielen nur ein Sieg zubuche. Die Niederlagen in Halle, Burghausen und eben am Samstag gegen Leipzig waren allesamt vermeidbar. Ein bisschen ist den Lilien die Leichtigkeit abhanden gekommen, mit der sie noch wenige Wochen zuvor durch den Herbst spazierten. „Der Abschluss hat heute nicht geklappt, aber sonst haben wir uns eigentlich nichts vorzuwerfen“, fand Stürmer Sailer. Tabellenführer Heidenheim wurde besiegt, der Zweite aus Leipzig hätte folgen müssen. „So weit sind wir von der Qualität her nicht weg.“

Schuster bleibt Optimist

Auch Trainer Dirk Schuster zog vor der zweiwöchigen Ligapause, in der allerdings am Donnerstagabend das Viertelfinale im Hessenpokal beim Fünftligisten 1.FC Eschborn angesetzt ist, ein positives Fazit: „Wir haben einer Mannschaft, die auf ihrem Weg in die zweite Liga nicht zu stoppen sein wird, alles abverlangt. Ich schaue voller Optimismus in die Zukunft.“ Die zweifelsfrei vorhandenen und in der Stunde der Niederlage beharrlich betonten, rosigen Perspektiven haben sich in Darmstadt offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen. Auch zum Spitzenspiel kamen nur 7200 Besucher. Für Präsident Rüdiger Fritsch sei das „stadionbedingt. Es hat die ganze Woche geregnet.“ Zudem betonte der Klubchef, dass man über dem kalkulierten Schnitt liege. „Die Bäume wachsen eben nicht in den Himmel“, sagte er. Dass die Fans über der Anzeigetafel ein Transparent mit den Worten „Bullshit Leipzig“ angebracht hatten, habe er natürlich wahrgenommen. „Das ist das Hoffenheim-Syndrom.“ Viel Geld und keine Tradition – zumindest am Samstag war diese Mischung siegreich.

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