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Gute Schusshaltung: Darmstadt-Boss Rüdiger Fritsch.

Darmstadt 98

Viel Lob für den Darmstädter Weg

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Die Lilien haben mit 18 Punkten viel besser überwintert als viele etablierte Bundesligisten. Damit sind die Darmstädter ein öffentliches Thema in der Liga geworden.

Was bloß sollte Thomas de Maiziere zu dieser Frage sagen? Was er sich für die Bundesliga-Rückrunde wünsche, sollte der für den Sport zuständige Innenminister beim DFL-Neujahrsempfang erklären. Der CDU-Politiker überlegte kurz, ehe er sich darauf verständigte, der Meisterschaftskampf solle bitte „spannender“ werden und der Abstiegskampf „nicht zu früh“ entschieden werden. Letztere Prognose dürfte mit ziemlicher Sicherheit zutreffen. Das allein ist ein Lob für den Aufsteiger SV Darmstadt 98, der vor Saisonbeginn landauf, landab als sicheres Schlusslicht galt. Dass die Lilien mit 18 Punkten viel besser überwintert haben als beispielsweise etablierte Bundesligisten wie Werder Bremen, VfB Stuttgart oder Eintracht Frankfurt, nötigte auch Ligapräsident Reinhard Rauball Respekt ab. „Beide Aufsteiger sind überragend. Sie haben sich ganz anders präsentiert als erwartet“, lobte der Ligaboss auf großer Bühne.

Für den im Ligavorstand vertretenen Helmut Hack (SpVgg Greuther Fürth) ist Darmstadt sogar das Synonym dafür, dass auch andere Wege in die erste Liga führen als gedacht. „Toll, dass es so etwas noch gibt. Ohne Infrastruktur und ohne Geld so weit zu kommen, zeigt, wie gut die handelnden Personen miteinander funktionieren“, sagte der fränkische Macher der FR.

Hack hat genau verfolgt, was die Südhessen stark macht. „Wir fordern oft von unseren Spielern Mentalität ein, bekommen sie aber nicht. Darmstadt kriegt das mit seinem Team hin.“ Nun wird es eine spannende Frage werden, ob der Emporkömmling seinen Stil auch im neuen Jahr durchbringen kann. Im Trainingslager in Belek äußerten sich viele Vereinsvertreter von abstiegsgefährdeten Konkurrenten eher skeptisch. Schlussendlich seien weder der SC Paderborn noch Eintracht Braunschweig und eben auch Fürth nicht oben geblieben. Hack räumt ein: „Wir haben es am Ende nicht verstanden, oben anzukommen.“

In Darmstadt selbst bleibt alles entspannt. Präsident Rüdiger Fritsch erneuerte im Thurn und Taxis Palais, dass es „kurzfristig kein Harakiri“ gebe, um den Klassenerhalt zu sichern. „Unsere Ausgangsbasis ist ein funktionierendes Gefüge. Blinder Aktionismus hilft uns nicht weiter.“

Ist Gorgon ein Kandidat?

Laut österreichischen Medien bemüht sich Darmstadt aktiv um Flügelspieler Alexander Gorgon. Der 27-Jährige steht bei Austria Wien nur bis Saisonende unter Vertrag und soll laut dem Internetportal www.transfermarkt.de maximal 500 000 Euro Ablöse kosten. Gorgon hat polnische Wurzeln, wurde aber in Wien geboren und spielt seit dem Kindesalter für die Austria, die derzeit vom ehemaligen Bundesliga-Trainer Thorsten Fink trainiert wird.

Cheftrainer Dirk Schuster hat mehrfach angedeutet, sich um einen Offensivmann für die Außenbahn bemühen zu wollen, zumal Marcel Heller große Teile der Vorbereitung verpasste. Für den Flügelflitzer gibt es im Grunde gar keinen Backup.

Fritsch beließ es gestern bei generellen Aussagen zur Kaderplanung: „Wir kümmern uns nur um finanzierbare Spieler.“ Fritsch deutete an, dass der Verein vermutlich erst nach dem Rückrundenauftakt bei Hannover 96 (Samstag 15.30 Uhr) konkrete Abschlüsse tätige. „Aber nur, wenn es Sinn macht. Ansonsten vertrauen wir auf Zusammenhalt und Teamgeist.“ Der Mix brachte schließlich genug Punkte. Und Lob dazu.

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