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22.10.2016, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, SV Darmstadt 98 - VfL Wolfsburg, emspor emspor deloka , v.l. Leon Guwara (SV Darmstadt 98) FREISTELLER

Gegen RB Leipzig

Auf in die Vergangenheit!

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Darmstadt 98 lädt ausgerechnet gegen den unbeliebten Aufsteiger RB Leipzig zum „Traditionsspieltag“. Lilien-Trainer Norbert Meier erhofft sich von seinem Team nach dem peinlichen Pokal-Aus in Walldorf eine Reaktion.

Alles soll sein wie früher, für einen Nachmittag. In der Stadt haben sie Retro-Plakate aufgehängt, gräulich-braun, die Ränder ausgefranst. Der Lilienkurier, Stadionzeitung des SV Darmstadt 98, wird in einer Old-School-Ausgabe unter die Leute gebracht, und ein Vereinsmitglied, das es noch zu ermitteln gilt, soll eine manuelle Anzeigetafel am Marathontor bedienen; Zahlen aufhängen, Zahlen abhängen. Das alte Handwerk. Überhaupt wird das gesamte Darmstädter Stadion extra so hergerichtet, als hätte die Zeit es in den 70er-Jahren vergessen, ein bisschen marode und abgerissen. Ah, Moment. So sieht das ja wirklich noch aus, das Retro-Stadion am Böllenfalltor.

„Wir sind stolz auf unsere Tradition“, hat Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch ausrichten lassen: „Auf unsere 118-jährige Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen. Dies wollen wir zum kommenden Heimspiel gegen Leipzig auch nach außen tragen und uns dabei auf unseren Verein beziehen.“ Die Leipziger blicken auf eine siebenjährige Geschichte zurück, würden sie einen Traditionsspieltag ausrufen, müssten sie rein gar nichts verändern, und mit historischen Tiefpunkten kennen sie sich auch nicht aus. Derzeit ist RB, der Aufsteiger, Zweiter in der Bundesliga-Tabelle, unbesiegt in acht Spielen.

Aber es ist ein Heimspiel für die Darmstädter, und in der heimischen Umgebung sind sie selbst noch ungeschlagen in der neuen Saison, mit zwei Siegen und zwei Unentschieden. Zuletzt musste der VfL Wolfsburg bei seiner 1:3-Niederlage miterleben, dass die Lilien wild entschlossen sind, die Bundesliga-Spielzeit am „Bölle“ auf ihre Seite zu zwingen. Irgendwie sind die Lilien verkehrtherum aus der Sommerpause gekommen, denn in der vergangenen Saison legten sie den Grundstein für den Klassenerhalt noch in der Fremde, patzten dafür regelmäßig vor eigenem Publikum. Inzwischen scheint es der SVD mit der neu erworbenen Auswärtsschwäche so ernst zu meinen, dass er sogar bei einem Regionalligisten verliert – geschehen unter der Woche im Pokal, beim 0:1 in Walldorf.

RB „kein typischer Aufsteiger“

„Mentalität kann ab und zu Klasse schlagen“, sagte Darmstadts Trainer Norbert Meier am Freitag. Das passte zum Pokalspiel, als Walldorfer Wille Darmstädter Wurstigkeit bezwang. Meier aber bezog es aufs Duell gegen den Red-Bull-Zögling aus Sachsen: „Für uns ist von großer Bedeutung, dass wir unsere Mentalität zeigen.“ Daran, dass die Lilien am Samstag der krasse Außenseiter sind, gibt es auch für den 58-jährigen Fußballlehrer keinen Zweifel: „Stand jetzt ist Leipzig der Bayern-Jäger Nummer eins“, sagte Meier, „sie sind nicht der typische Aufsteiger, sie spielen aggressiv nach vorne.“

Es ist davon auszugehen, dass Darmstadt sich taktisch treu bleibt, in einer kompakten Grundordnung auf die Leipziger wartet, um deren extremes Pressing dann mit langen Bällen nach vorne zu überspielen. Ob Änis Ben-Hatira, Leon Guwara und Sandro Sirigu dabei helfen können, ist noch offen. Das Trio ist angeschlagen, konnte zuletzt nicht mit dem Team trainieren. Energiebündel Laszlo Kleinheisler hingegen, in Walldorf noch geschont, dürfte wieder im offensiven Mittelfeld beginnen.

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