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Dicke Backen reichen nicht: Lilien-Torhüter Daniel Heuer Fernandes wird unglücklich getunnelt.

Darmstadt 98

Ungewollte Schützenhilfe

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Nach der Pleite ist vor der Wiedergutmachung: Darmstadt 98 verliert 1:4 in Dresden, spielt am Dienstag aber schon wieder gegen Bielefeld.

Selten hat die in Fußballkreisen beliebte Floskel, sich selbst geschlagen zu haben, besser gepasst als für die Profikicker des SV Darmstadt 98 am Samstag. Die Lilien mit zehn Punkten aus fünf Spielen erfolgreich in die Zweitligasaison gestartet und mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet, unterlagen dann doch etwas überraschend - vor allem in der Höhe - mit 1:4 (1:1) bei Dynamo Dresden. „Die Niederlage fuchst mich, da sie unnötig war“, sagte Dirk Schuster.

Was der Darmstädter Trainer damit meinte: Genau genommen erzielten die Hessen gleich drei der vier Gegentreffer selbst, und leiteten den ersten mit einem Sinnlosfoul auch noch ein. Aber von vorne: Bereits nach einer Minute und 48 Sekunden machte Flügelflitzer Marcel Heller das, was er tunlichst hätte unterlassen sollen. Im eigenen Strafraum rauschte er von hinten ohne Chance auf den Ball in seinen Gegenspieler. Elfmeter, klare Sache, sicher verwandelte von Moussa Kone.

Nachdem sich die Lilien anschließend ins Spiel kämpften, spielerisch sogar überlegen waren, Tobias Kempe per Freistoß die Latte traf (10.) und Heller einen schönen Angriff mit dem Ausgleich krönte (18.), verlief der zweite Abschnitt alles andere als nach Wunsch. „Wir hatten beim Stand von 1:1 viel im Griff und geben die Partie dann noch so her. Unabhängig davon, wie die Tore gefallen sind, hätten wir sie vorher vermeiden können“, sagte Schuster: „Glück muss man sich auch erarbeiten. Und Dynamo hat das Glück diesmal erzwungen.“

Marcel Heller: „Müssen wir so hinnehmen“

Oder sich die Darmstädter eben dieses aufgrund der fehlenden letzten Entschlossenheit nicht verdient. Erst fälschte Linksverteidiger Fabian Holland einen Fernschuss des Ex-Bundesligaprofis Patrick Ebert mit dem Rücken ins eigene Netz ab (54.), dann touchierte Heller einen Versuch von Philip Heise derart unglücklich, dass der Ball unhaltbar über Lilien-Torhüter Daniel Heuer Fernandes hinweg im Tor landete (60.). Zwar bretterte Stürmer Serdar Dursun noch einen Zwölf-Meter-Schuss gegen die Latte (64.), doch zu guter Letzt war es erneut ein Darmstädter, der für den ungewollten Schlusspunkt sorgte. In der Nachspielzeit fälschte Mittelfeldkämpfer Slobodan Medojevic einen Schuss von Kone unglücklich ins eigene Tor ab. Macht summa summarum: Ein Sinnlos-Foulelfmeter und dreimal Darmstädter Schützenhilfe für Dresden.

„Abgefälschte Schüsse führen zu Toren. Wir treffen dagegen zweimal die Latte, da war sicher auch Pech auf unserer Seite“, sagte Heller, „aber das ist manchmal so im Fußball, das müssen wir so hinnehmen.“ Und schnell vergessen. Schließlich steht bereits am Dienstag (18.30 Uhr) die nächste Partie auf dem Programm. Dann treffen die Darmstädter im eigenen Stadion auf Arminia Bielefeld und wollen die Niederlage ausmerzen. „Wir können nicht lange nachdenken, entsprechend schnell müssen wir das Spiel aus den Köpfen bekommen. Wir stecken die Köpfe jetzt nicht in den Sand, wir haben weiterhin zehn Punkte und sofort die nächste Chance gegen einen schweren Gegner“, sagte Heller.

Auch Trainer Schuster war nicht allzu lange sauer auf seine Schützlinge. Zwar habe man sich in Dresden ein „bisschen mit den eigenen Waffen geschlagen“, auch müsse deshalb ein wenig mehr Zeit auf die (Fehler)-Analyse verwendet werden, „aber es ist eine gute Sache, dass wir das Spiel am Dienstag gleich wieder geraderücken können.“ 

Ob der 50-jährige Fußballlehrer dann auch personell anders aufstellen wird, ließ er offen, eine gewisse Rotation aufgrund von drei Spielen innerhalb von sechs Tagen sei aber möglich. Heißeste Kandidaten für die Startformationen: Johannes Wurtz anstelle des nicht immer präsenten Marvin Mehlem im offensiven Mittelfeld oder auch Tim Rieder anstelle des fußballerisch etwas limitierten Rechtsverteidigers Immanuel Höhn. „Wir müssen hellwach sein und sehr viel investieren“, sagte Trainer Schuster. 

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