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Holger Stanislawski war von einem Engagement als Trainer bei Darmstadt 98 nicht zu 100 Prozent überzeugt.

Darmstadt 98

Stanislawski wird nicht Trainer

Holger Stanislawski ist bereits der siebte Trainer, der dem Bundesliga-Schlusslicht Darmstadt 98 eine Abfuhr erteilt.

Das Präsidium des abstiegsbedrohten Bundesligisten Darmstadt 98 drückte in seinem Weihnachtsgruß an die Fans viel Zuversicht aus. „Sicher ist im letzten halben Jahr nicht alles so gelaufen, wie wir alle uns das gewünscht und vorgestellt haben. Aber unter schwierigen Umständen setzen wir gemeinsam alles daran, unsere Außenseiter-Chance erneut zu nutzen“, hieß es in der Botschaft auf der Homepage der Lilien. Unklar ist aber weiterhin, wer den Tabellenletzten zum erneuten Klassenerhalt führen soll. Der angebliche Wunschtrainer Holger Stanislawski hat Darmstadt eine Absage erteilt. Nach FR-Informationen ist der Besitzer eines Hamburger Supermarkts nicht der erste Trainer, der keine Lust auf die Linien hat. Vor ihm erteilten dem Klub bereits sechs weitere Fußballlehrer eine Abfuhr.

„Wenn Verstand und Herz nicht zu hundert Prozent ja sagen, dann sollte man im eigenen Sinne und im Sinne des Vereins absagen“, hatte der 47 Jahre alte Stanislawski via Sport1 mitgeteilt. Der ehemalige Trainer des FC St. Pauli, der TSG Hoffenheim und des 1. FC Köln betonte, dass seine Entscheidung nicht im Zusammenhang mit seinem Job als Lebensmittelhändler stünde.

Damit geht die Suche nach einem Nachfolger des am 5. Dezember entlassenen Chefcoaches Norbert Meier weiter. Stichtag scheint spätestens der 3. Januar zu sein, wenn der Klub wieder in den Trainingsbetrieb einsteigt und sich auf die äußerst schwierige Mission Klassenerhalt vorbereitet. Nach acht Niederlagen in Serie hat das Überraschungs-Team der vergangenen Saison lediglich acht Punkte auf dem Konto. Der Rückstand auf Platz 15 beträgt schon acht Zähler.
Daher stellt sich die Frage: wer tut sich den undankbaren Job in Darmstadt an? Nach Sport1-Informationen gilt der ehemalige Paderborner und Schalker Coach André Breitenreiter nach der Stanislawski-Absage als Favorit. Laut „Bild“-Zeitung könnte auch Torsten Frings ein Kandidat sein. Der Ex-Nationalspieler war bis September unter Viktor Skripnik Co-Trainer bei Werder Bremen.

Gehandelt wurden zuletzt auch Sandro Schwarz, Michael Frontzeck, Bruno Labbadia, Kosta Runjaic und Jos Luhukay. Interimscoach Ramon Berndroth, der den Abwärtstrend und die Torflaute (11 Treffer in 16 Spielen) nicht stoppen konnte, ist keine Option. Er kehrt ins Nachwuchsleistungszentrum zurück.

Nach Ansicht von Kapitän Aytac Sulu können die „Lilien“ nicht mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen. Meier habe eine „Philosophie mit mehr Gewicht auf dem Spielerischen“ vertreten, sagte Sulu. Die Mannschaft habe zwar versucht, diese Vorgaben umzusetzen. „Das war unter dem Strich nicht so von Erfolg geprägt.“

„Wir werden die Punkte in der Bundesliga nicht mit Schönspielerei holen, sondern mit Kampf, Leidenschaft und Zusammenhalt“, sagte Sulu weiter. Ein neuer Trainer müsse sich „auf jeden Fall mit den Gegebenheiten identifizieren, die Darmstadt stark machen“, sagte der Abwehrchef. Sicherlich werde ein Trainer seine eigenen Akzente setzen. „Aber ich glaube nicht, dass er eine komplett neue Ausrichtung umsetzen muss. Das haben wir im Sommer zum Teil versucht“, sagte der 31-Jährige mit Blick auf Ex-Coach Meier.

Derweil geben sich die Darmstädter Bosse kämpferisch. „Die aktuelle Bilanz kann uns nicht zufriedenstellen. Aber wir werden eins ganz sicher nicht tun: Aufgeben und den Kopf in den Sand stecken. Auch im neuen Jahr wird zusammen gekämpft und geackert“, schrieb das Präsidium. Unter welcher Regie, ist weiter offen. (sid/dpa/hu)

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