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Zuletzt nicht zufrieden mit ihrer Mannschaft: Die Fans von Fußball-Zweitligist Darmstadt 98.

Darmstadt 98

Schritte im Hardtwald

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Die Lilien wollen ihren Fans nach dem dürren 0:0 gegen Dresden in Sandhausen auch im Angriff wieder etwas anbieten.

Das Hardtwaldstadion vom SV Sandhausen ist für alle Zweitligisten ein beliebter Ort, um auch mal bei einem Auswärtsspiel ein bisschen Heimspielatmosphäre genießen zu können. Auf den Rängen finden ziemlich genau so viele Menschen Platz, wie es in der nordbadischen Gemeinde Einwohner gibt, etwa 15 000, aber das Stadion ist selten mal voll. Gästefans, so sie denn zahlreich angereist sind, können sich leicht in den Vordergrund brüllen. Und weil es nur eine etwa dreiviertelstündige Autobahnfahrt von Darmstadt bis ins Hardtwaldstadion ist, darf der SV Darmstadt 98 am Freitagabend (18.30) beim Spiel in Sandhausen mit ein paar tausend Fans und einem gewissen Heimspielflair rechnen.

Die Frage ist nur: Ist das gerade überhaupt etwas Positives?

Nach dem 0:0 am vergangenen Sonntag gegen Dynamo Dresden waren die Lilien ja im eigenen Stadion von Teilen des Anhangs ausgepfiffen worden. Der Frust über die außerordentlich fahrige, uninspirierte und irgendwie ambitionslose Offensivleistung der Darmstädter Profis überwog gegenüber dem – durchaus glücklichen – Punktgewinn. Klar habe man die Pfiffe gehört, sagte Kapitän Fabian Holland nun Anfang der Woche in einem Pressegespräch: „Wir wissen aber selber, dass wir in der Offensive nicht unser bestes Spiel gezeigt haben. Und wir wissen auch, dass die Pfiffe nicht von allen kommen. Das gibt es in jedem Verein mal. Das gehört dazu. Davon dürfen wir uns nicht verunsichern lassen.“

Ab- und Zugänge möglich

Verunsichert hatten Holland und Co. sich zuvor schon selbst, mit dem 0:4 in Osnabrück am Montag vor dem Dresden-Spiel. „Das kam schon sehr überraschend für alle“, bestätigte der Linksverteidiger noch einmal: „Da hat man ein paar Tage gebraucht, um das zu verdauen. Das hat schon weh getan. Deswegen waren wir darauf aus, die Kompaktheit wieder reinzubekommen.“

Gegen den Hamburger SV (1:1), Holstein Kiel (2:0) und Dresden waren die Lilien quasi per Veranlagung in die Rolle des Reagierenden gerutscht, hatten sich gegen diese erklärten Ballbesitzteams auf eine starke Defensive und Konter konzentriert. Das sah im Spezialspiel beim individuell erstklassig besetzten HSV noch sehr gut aus, gegen Kiel dann aber schon recht bieder, als trotz des Sieges manches mal ein Grummeln von den Rängen des Böllenfalltors zu vernehmen war, wenn die Angriffe früh strandeten. Der Schock von Osnabrück mit einer Leistung, die weder vorne noch hinten noch dazwischen Zweitligaansprüchen genügte, wog schwer und führte dann gegen Dresden zu einer unpopulären Extremversion einer Einigelungstaktik, die nicht von Dauer sein soll. „Wir waren nicht zu 100 Prozent zufrieden mit dem Spiel gegen Dresden“, sagte Holland, „das war der erste Schritt. In Sandhausen müssen wir den nächsten Schritt machen. Da werden wir alles reinhauen – auch weil danach ja Länderspielpause ist.“ Da auch die Sandhäuser sich eher über die Defensive definieren, ist schon am Freitagabend mit größeren Spielanteilen für die Lilien zu rechnen.

Womöglich wird sich auch personell noch etwas tun bis zum Transferschluss am Montag. Für Wilson Kamavuaka wird weiter ein Abnehmer gesucht, er hat keine sportliche Perspektive mehr in Darmstadt. Mit Julian von Haacke, für den das gleiche galt, einigte man sich am Freitag schon auf eine Auflösung des bis 2020 datierten Vertrages. Im Sturm derweil ist Serdar Dursun fast konkurrenzlos, da Felix Platte aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit zurzeit keine verlässliche Größe sein kann, während Johannes Wurtz über eine Ergänzungsrolle nicht hinauskommt. Nicht auszuschließen, dass die Lilien hier noch einmal nachlegen.

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