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Zweikampfstark: Victor Palsson (links), hier im Duell mit dem Kölner Jhon Cordoba.

Darmstadt 98

Schaulaufen mit harten Faktoren

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Darmstadt 98 hat den Klassenerhalt sicher, doch es geht noch um TV-Geld fürs nächste Jahr

Der Anfang des Jahres noch befürchtete Abstiegskampf hat sich letztlich als Abstiegskämpfchen entpuppt für den SV Darmstadt 98, als kurzes Bauchgrimmen zur Winterszeit. Das liegt daran, dass die Lilien 14 Punkte in acht Spielen erspielten, seit Dimitrios Grammozis Dirk Schuster auf dem Trainerposten des Fußball-Zweitligisten ablöste, Ende Februar. Und seit dem Auswärtssieg beim 1. FC Köln am Freitag vor einer Woche steht endgültig fest, dass die Darmstädter auch in der kommenden Saison im Unterhaus des deutschen Fußballs randürfen.

„Es war ein großer Sieg für uns alle. Nicht nur für uns Spieler, sondern für die Fans, den gesamten Verein und auch für die Stadt“, sagte der Isländer Victor Palsson, der im Winter vom FC Zürich ans Böllenfalltor gewechselt war, unter der Woche den Vereinsmedien: „Der Klassenerhalt ist unglaublich wichtig für den Verein und es ist umso schöner, dass wir ihn in Köln klar machen konnten, was sicherlich nicht viele erwartet hätten.“ Auch am 28-jährigen Defensivspezialisten, eigentlich Sechser, aber auch als Innenverteidiger brauchbar, lässt sich eine allgemeine Entwicklung des Teams unter Grammozis erkennen. Anfangs zu hektisch mit Ball und zu wild ohne, war er eine Art wandelndes Sicherheitsrisiko. In Köln gewann er starke 62 Prozent seiner Zweikämpfe, setzte auch nach vorne Akzente, und für die letzten drei Saisonspiele gibt Palsson nun das Credo aus: „Wir wollen noch so viele Punkte holen wie möglich. Auch mit Blick auf die kommende Saison, in die wir mit einem guten Gefühl gehen möchten. Wir bleiben hungrig.“ Das Schaulaufen der Lilien beginnt am Sonntag, 13.30 Uhr, mit dem Heimspiel gegen Union Berlin, das als Tabellendritter noch schwer in den Aufstiegskampf verstrickt ist.

Doch es gibt auch noch harte Faktoren, die für die Darmstädter in dieser Saison eine Rolle spielen, denn ob sie in der Tabelle auf Rang zehn einlaufen, auf dem sie sich zurzeit befinden, oder etwa auf dem neunten, kann einen Unterschied von circa 700 000 Euro machen bei der Verteilung der TV-Erlöse. Nicht direkt Peanuts für einen Klub wie den SV Darmstadt, der sich gerade ein neues Stadion hinstellt.

Und natürlich wirkt sich der vorzeitige Klassenerhalt auch auf die Kaderplanung für die kommende Saison aus. „Die Überlegungen fangen jetzt schon an“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch, nach dem Köln-Spiel und ergänzte: „Es wird keinen riesigen Umbruch geben.“ Aus der erweiterten Stammelf laufen, abgesehen von den Leihspielern Christoph Moritz, Tim Rieder und Marcel Franke, die Verträge von Slobodan Medojevic und Sandro Sirigu aus. Zumindest bei Medojevic, 28, der im Januar 2018 von Eintracht Frankfurt kam, darf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit als unwahrscheinlich gelten. Einfacher Grund: Dafür, dass er zu den Besserverdienern gehört bei den Lilien, fällt er zu häufig verletzt aus. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist den Darmstädtern dann doch recht wichtig.

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