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Vier der sechs Tore gehen auf ihr Konto: Babacar Gueye (Paderborn, re.) bejubelt Bernard Tekpetey.

Paderborn - Darmstadt 98

Schallende Ohrfeige

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Darmstadt 98 verliert zum Jahresabschluss mit 2:6 in Paderborn.

Dauerregen, zwischenzeitlich sogar sintflutartiger, ekliger Wind und nur acht Grad. dazu die Paarung zwischen dem SC Paderborn und dem SV Darmstadt 98 - wer sich nicht gerade als glühender Anhänger einer der beiden Klubs bezeichnen kann, der hatte an diesen Zweitligakick sicher keine allzu hohen Erwartungen. Möglicherweise sogar gar keine. Aber: Er sollte sich getäuscht haben, denn das Duell zwischen dem SCP und dem SVD, es war ein flottes Fußballspiel mit vielen sehenswerten Momenten, mit schönen Toren auf beiden Seiten. Und vor allem mit einem starken Gastgeber aus Nordrhein-Westfalen, der den Südhessen aus Darmstadt eine verdiente Niederlage zufügte.

Das 2:6 (1:1) aus Sicht der Lilien, es war eine schallende Ohrfeige zum Jahresabschluss, die so laut klatschte, dass sie noch bis in 2019 hinein schmerzen dürfte. Denn beim Blick auf die Tabelle wird eines klar. Mit sechs Punkten Vorsprung haben die Lilien zwar noch ein kleines Polster auf die Abstiegszone, ausruhen darf sich der Tabellen-13. darauf aber keineswegs. Der letzte Darmstädter Sieg liegt weit zurück, am 3. November in Magdeburg war das. Das letzte Spiel ohne Gegentreffer gelang den Hessen gar nur am 26. Oktober. Alarmierend. 

Auch in Paderborn war die Abwehr mal wieder eine große Baustelle. Allen voran der vermeintliche Leistungsträger Aytac Sulu in ihrem Zentrum. Bereits nach 22 Sekunden tollpatschte der Darmstädter Kapitän im Zweikampf derart herum, dass Sven Michel völlig frei vor dem Gästetor auftauchte. Der Paderborner Stürmer scheiterte jedoch an Daniel Heuer Fernandes. Eine Viertelstunde später war aber auch der Lilien-Schlussmann geschlagen. Nachdem erst Tobias Kempe im Mittelfeld einen unnötigen Fehlpass gespielt und Paderborn schnell umgeschaltet hatte, war es wieder Sulu, der beim 22-Meter-Schuss von Bernard Tekpetey einen Tick zu spät herausrückte. Der Ball schlug im rechten Eck ein - die verdiente Führung für den SCP (16.), die - so paradox das klingen mag - auch kurzzeitig Darmstadt weiterhalf. 

Lilien nur sechs Punkte von Abstiegszone entfernt

Denn nach dem Rückstand wachte die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster, die ohne die verletzten Defensivakteure Marcel Franke und Slobodan Medojevic auskommen musste, zumindest zwischenzeitlich auf. Erst zielte Joevin Jones aus sechs Metern genau in die Arme von Paderborns Torhüter Leopold Zingerle (18.), dann glichen die Lilien durch Marvin Mehlem aus (32.). Der 21-jährige Spielmacher, der beste Mann seiner Elf, hatte nach einem Pfostentreffer von Kollege Serdar Dursun am schnellsten, weil hauchzart im Abseits stehend, reagiert und zum 1:1 eingeschoben. 

Doch nach dem Seitenwechsel war es wieder Paderborn, das den Ton angab. Ein Beispiel gefällig? Bitteschön. Als nach 50 Minuten eine scharfe Hereingabe in den Darmstädter Strafraum zischte, Philipp Klement den Ball per Hack weiterleitete und Michel ihn über Heuer Fernandes zum 2:1 ins Netz lupfte, da hätten wohl selbst die Darmstädter Profis Applaus geklatscht, wäre es nicht ein Gegentreffer gewesen. 

Zwar kamen die Lilien nach einer schönen Kombination über Kempe, Mehlem und 2:2-Schütze Jones noch einmal ins Spiel zurück (65.), das sollte gegen die in der Schlussphase entfesselt stürmenden Paderborner aber nicht mehr helfen. Der überragende Tekpetey mit seinen Treffern zwei und drei (75., 85.), Michel mit seinem zweiten Tor (77.) und Babacar Gueye (88.) schossen den verdienten, wenn auch etwas zu hohen Sieg für Paderborn heraus.

Für die so schmerzhaft geohrfeigten Darmstädter gilt es nun, sich in der Winterpause zu sammeln. Am 29. Januar wartet im eigenen Stadion der Aufstiegskandidat FC St. Pauli, danach geht es zum MSV Duisburg. Dem Klub, der sechs Zähler hinter dem SVD den ersten Relegationsplatz belegt.

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