+
Sandro Sirigu

Abschied bei Darmstadt 98

Sandro Sirigu ist bereit für ein Abenteuer

  • schließen

Das Darmstädter 1:0 gegen Aue steht ganz im Zeichen des Abschieds von Fanliebling Sirigu – und den Gerüchten um Trainer Grammozis.

Die Nominierung für die Startelf hatte Dimitrios Grammozis ihm nicht gegönnt, da wäre der Sonderapplaus im allgemeinen Trubel vielleicht ein bisschen untergegangen. Stattdessen schickte der Trainer des SV Darmstadt 98 Sandro Sirigu erst 25 Minuten vor dem Ende auf die grüne Wiese im Stadion am Böllenfalltor – nahezu alle der 10 570 Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen, sie klatschten, die meisten verloren sich zudem in langgezogenen Rufen. „Sirigu, Siiriiguu, Siiiriiiguuu“. Sandro Sirigu, das war beim für die Zweitligatabelle bedeutungslosen 1:0 (1:0) der Darmstädter gegen Erzgebirge Aue nicht zu übersehen – und schon mal gar nicht zu überhören –, wird gemocht am Bölle.

Vor sechs Jahren schloss sich der gebürtige Ulmer den Südhessen an, er stand gestern zum 135. Mal sie in einem Pflichtspiel auf dem Rasen, was gleichbedeutend war mit dem Abschied des 30-Jährigen. Sirigu, längst kein Stammspieler mehr, will kommende Runde noch einmal woanders Fußball spielen. Vielleicht weit weg, einmal über den Atlantik, in den USA. „Ich wäre auf jeden Fall bereit, im Ausland ein Abenteuer einzugehen“, sagte er vor kurzem. So genau weiß er es noch nicht. Wo auch immer der Weg des Publikumsliebling hinführen wird, in Darmstadt werden sie die Nummer 17 in guter Erinnerung behalten – und umgekehrt.

„Es waren wundervolle letzte Momente mit meinen Jungs und den Fans“, sagte Sirigu nachdem er sich von den Anhängern mit einer Ehrenrunde verabschiedet hatte. „Ich habe vorher nicht geschlafen, hatte wacklige Knie.“ Sirigu verneigte sich bei seiner Abschiedsrunde vor jeder Tribüne, klopfte aufs Klubwappen des Trikots, verteilte Handküsse in Richtung der Zuschauer – natürlich stets akustisch begleitet. „Sirigu, Siiriiguu, Siiiriiiguuu“.

Neben dem emotionalen Abschied von Sirigu beschäftigte viele im weiten Runde eine zweite Personalie, jene von Dimitrios Grammozis. Vergangene Woche war von einem angeblichen Interesse des Hamburger SV am Trainer berichtet worden. Wenngleich ein baldiger Abschied des 40-Jährigen gen Norden unwahrscheinlich ist, diskutierten die Anhänger teils hitzig, warum der Coach im Wochenverlauf das Gerücht nicht vehement dementiert hatte, sondern schlicht keinen Kommentar dazu abgeben wollte. Gestern wiederholte er nur: „Ich möchte das nicht kommentieren, sondern den Tag genießen.“ Jetzt sei erst mal Pause, „dann werden wir den nächsten Schritt angehen.“

Für den Abend kündigte er an, sich auf das Saisonende „ein Gläschen Multivitaminsaft“ zu gönnen. Übrigens: Das Spiel gegen Aue war ein gar nicht mal so schlechtes, von beiden Seiten flott geführt, mit den Gastgebern als besserem Team. Tobias Kempe erzielte auf Vorarbeit von Yannik Stark das entscheidende Tor (15.). Die Lilien beenden die Saison damit auf Rang zehn.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion