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Freut sich schon auf die Bayern: Marco „Toni“ Sailer.

SV Darmstadt 98

Mit dem Reservekader nach München

Der SV Darmstadt 98 muss am 22. Bundesligaspieltag beim Meister antreten. Vor dem Betriebsausflug nach München ist aber noch nicht klar, welche Darmstädter Edelreservisten ran dürfen.

Von Steffen Gerth

Natürlich mag Dirk Schuster nicht über das Thema reden, es ist ja auch etwas heikel. Fünf Spieler des SV Darmstadt sind an diesem Bundesligasamstag gesperrt, Jerome Gondorf, Kapitän Aytac Sulu, Marcel Heller, Peter Niemeyer und Konstantin Rausch sahen vorigen Samstag beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen allesamt die fünfte Gelbe Karte – und müssen nun pausieren. Oder dürfen? Weil es besser ins Konzept der Lilien passt? „Dazu sage ich gar nichts, diese Diskussionen interessieren mich nicht. Jeder Spieler will bei einem Spiel gegen die Bayern dabei sein. Freiwillig wird keiner auf so eine Gelegenheit verzichten. Wir blicken nach vorn und suchen nach Lösungen“, antwortete Trainer Schuster mit stabiler Formelhaftigkeit auf die Fragen nach dem Verdacht der nicht ganz zufälligen Sperren.

Ein lustiges Spiel könnte das werden, Darmstadt bei den Bayern (Anstoß 15.30 Uhr). Selbstverständlich wird Fußball-Bundesliga mit Interesse dieses Match verfolgen, und egal, wie es ausgeht, dürfte sich schon nochmal der Gelb-Frage stellen müssen. Erst recht, wenn die Lilien verlieren werden – was eigentlich jeder im Land erwartet, wenn der Tabellen-13. auf den Tabellenersten trifft. Hier der Abstiegskandidat, dort ein Team, das die Champions League gewinnen soll. Es wäre dann eine hübsche Wendung, wenn ausgerechnet der Darmstädter Reservekader die Bayern schlagen würde. Das würde nicht nur alle Diskussionen um Tricksereien beenden – sondern auch verhindern, dass München am 21. Spieltag den vorzeitigen Klassenverbleib feiern könnte. Mal so nebenbei bemerkt.

Das Big Fußball Business

Jetzt aber zurück zur Sachlichkeit. Rund 6000 Fans wollen das Darmstädter Team nach Bayern begleiten, das Big Fußball Business in der Fröttmaninger Arena ist eben immer noch eine aufregende Destination für Menschen aus Südhessen. Leider sind die Biergärten noch geschlossen. Aber es gibt ja noch mehr zu erleben: Ein bisschen große Welt atmen, ein bisschen die eigene Underdog-Attitüde pflegen, ein bisschen Stars gucken. Wie Mario Götze und Medhi Benatia, die nach ihren Verletzungen wieder im Bayernkader stehen.

Nur: Wer schafft es in den Lilienkader? Wer ersetzt die fünf Gesperrten? Der ewige Einwechselspieler Mario Vrancic dürfte sich diesmal für die Startelf qualifizieren, offen ist nur, auf welcher Position. Rechter Verteidiger oder zentrales offensives Mittelfeld, wo er eigentlich am besten aufgehoben wäre. Schließlich hat der Bosnier auf dieser Position eine gute Figur gemacht, als die Darmstädter im DFB-Pokalachtelfinale bei den Bayern nur 0:1 unterlegen waren. Nur dazu müssten die Darmstädter überhaupt bereit sein, wenigstens ein Ideechen in die eigene Offensive zu investieren.

Schon überraschender wäre es, wenn die bisherigen Edelreservisten Yannick Stark und Linksverteidiger Michael Stegmayer zum Einsatz kämen. Dass Letzterer zuletzt beim Probetraining in Budapest gewesen sein soll, mag der Verein auf FR-Anfrage nicht bestätigen. Auch, dass Stegmayer ab nächste Saison für den Job des Team-Managers bei den Lilien vorgesehen ist, will Pressesprecher Tom Lucka nicht unterschreiben. „Es ist noch nichts entschieden.“ Das gilt ja auch fürs große Ganze, also den Verbleib in der ersten Liga. Hierbei dürften die Bayern leichte Vorteile haben, aber entschieden ist natürlich noch nichts.

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