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Rüdiger Fritsch ist als Präsident von Darmstadt 98 wiedergewählt worden.

Darmstadt 98

Präsidium der Lilien wiedergewählt

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Bei der Mitgliederversammlung vom SV 98 wurde das komplette Präsidium bestätigt.

Während der Mitgliederversammlung wurde das komplette Präsidium des SV 98 wiedergewählt. Von den 166 anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern in der Böllenfalltorhalle wurden Rüdiger Fritsch als Präsident, Volker Harr und Markus Pfitzner als Vizepräsidenten,  Anne Baumann als das für die Finanzen zuständige Präsidiumsmitglied sowie Wolfgang Arnold  als Vertreter der Amateurabteilungen im Präsidium für die nächsten zwei Jahre im Amt bestätigt. Fritsch wurde – bei vier Enthaltungen – einstimmig gewählt.

Auf Initiative der Vereinsschreiber Thomas Spengler und Jürgen Koch wurde Karl Heß, der von 1928 bis 1933 Vorsitzender des SV Darmstadt 98 war, posthum der Titel „Ehrenvorsitzender“ verliehen. Das Votum der Mitglieder war einstimmig. Zwei Mitglieder enthielten sich jedoch der Stimme.

Der in Darmstadt geborene Heß war 1933 als Deutscher jüdischen Glaubens aus rassistischen Gründen von den Nationalsozialisten aus dem Amt gedrängt und mit einem Berufsverbot belegt worden. Er musste mit seiner Frau aus Deutschland erst nach Südfrankreich, dann 1934 ins brasilianische Exil fliehen. 1963 kehrte er nach Darmstadt zurück und musste unter einem früheren Nazi, der ihn verfolgt hatte, arbeiten. Nach zehn Jahren, so Spengler, sei der Anwalt Heß „desillusioniert und frustriert“ nach Brasilien zurückgekehrt, wo er 1975 gestorben sei.  In „Darmstädter Erde“ habe er ausdrücklich nicht begraben werden wollen.

Seit dem 15. Januar 2017 heißt bereits der Platz vor dem Stadion am Böllenfalltor Dr.-Karl-Heß-Platz. Am Rand des Platzes steht eine Gedenktafel, auf der seine Biografie dargestellt wird. Sie wurde vom SV 98, der Stadt Darmstadt und dem Förderverein Liberale Synagoge dort aufgestellt. Karl Heß stehe stellvertretend für die Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden oder vor dem Terror fliehen mussten, sagte Spengler. 

Vizepräsident Pfitzner äußerte vor den Mitgliedern, es sei wichtig, dass sich der Verein seiner Werte bewusst sei  und sich auch klar  positioniere. „Wer unter der Woche ‚Ausländer raus‘ ruft, der kann nicht am Wochenende im Stadion ‚Wir sind Darmstädter'“ rufen, sagte Pfitzner, der dafür starken Applaus erhielt.

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