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Alles im Blick: Lilien-Cheftrainer Dirk Schuster und die Co-Trainer Kai Peter Schmitz und Sascha Franz (von links nach rechts).

Darmstadt 98

Mit offenen Augen und offenen Ohren

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Nach der Verletzung von Selim Gündüz ist Darmstadt 98 wieder auf Spielersuche. Schuster warnt vor Gegner Sandhausen.

Länderspielpausen im Fußball werden für gewöhnlich dafür genutzt, Kräfte zu sammeln, Verletzungen auszukurieren und ganz allgemein wieder etwas zu sich zu kommen, und nebenbei wird natürlich ordentlich Kondition gebolzt. Was das anbelangt, braucht man sich um die Darmstädter Zweitligaprofis nicht sorgen, das Trainerteam um Chefcoach Dirk Schuster ist bekanntlich arg um die Fitness der Profis bemüht. In puncto Verletzungen jedoch ist die zurückliegende Länderspielpause etwas kontraproduktiv verlaufen für die Lilien: Yannick Stark hat Schmerzen im Bauchmuskelbereich, Slobodan Medojevic an der Fußsohle. Der Einsatz der beiden Sechser für das Heimspiel gegen den SV Sandhausen am Samstag (13 Uhr) ist fraglich. 

Überhaupt nicht fraglich ist, dass Selim Gündüz längere Zeit nicht spielen kann. Der 24 Jahre alten Deutsch-Türken, der erst Ende August verpflichtet worden war, erlitt im Training einen Teilriss des vorderen Kreuzbandes, soll in der kommenden Woche operiert werden und wird mehrere Monate ausfallen. Wodurch der Fachkräftemangel auf den offensiven Außenpositionen, der eigentlich durch den ablösefreien Transfer Gündüz’ gelindert werden sollte, wieder akut geworden ist. 

„Wir sondieren den Markt und sind mit Augen und Ohren ganz weit offen unterwegs“, sagte Schuster am Donnerstag auf der Pressekonferenz. Das Transferfenster ist zu, in Frage kommen also nur vereinslose Spieler (wie zuletzt Gündüz), und wer die Personalpolitik Schusters kennt, weiß, dass die Neuzugänge sich im deutschen Profifußball bereits auskennen sollten, um sofort helfen zu können. Komponenten, die aktuell nur ein Kandidat auf sich vereint auf dem Transfermarkt: Sercan Sararer. 28 Jahre alt, schnell, dribbelstark. Der Türke, auch in Besitz eines spanischen Passes, bekam zuletzt bei der SpVgg Greuther Fürth keinen neuen Vertrag. Er könnte den Lilien fußballerisch fraglos weiterhelfen als zusätzliche Alternative im Offensivbereich, hat Bundesligaerfahrung gesammelt in Fürth und in Stuttgart, müsste aber auch menschlich ins Darmstädter Teamgefüge passen. Darauf legt das Trainerteam des SVD großen Wert. Sararer gilt als nicht ganz unkomplizierter Typ.

Aber wer noch wann zu den Lilien kommen wird, im Duell mit Sandhausen muss es das vorhandene Personal richten. Während die Südhessen gut in die Saison gestartet sind, drei Siege in vier Spielen, wartet der Gegner aus Nordbaden noch auf den ersten Saisonsieg und rangiert mit einem Zähler auf dem vorletzten Platz. Kein Grund natürlich für Dirk Schuster, den SVS zu unterschätzen: „Sie haben ein sehr gutes Zweitligaformat, sind zweikampfstark und können im System sehr flexibel spielen.“ Er erwarte „ein ganz enges, kampfbetontes Spiel, bei dem sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe begegnen werden“. 

Wenn Schuster Sandhausen lobt, dann lobt er auch ein bisschen sich selbst, unabsichtlich. SVS-Trainer Kenan Kocak hospitierte während seiner Ausbildung zum Fußballlehrer in der Saison 2015/16 bei den Lilien und hat nur beste Erinnerungen an die Zeit. „Für mich ist Dirk in erster Linie ein fantastischer Mensch, ein super Typ“, schwärmt der 37-Jährige. „Ich schätze ihn auch als Trainer, die Erfolge sprechen für ihn. Ich bin glücklich, ihn persönlich so kennengelernt zu haben und freue mich auf das Wiedersehen.“

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