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Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis vor dem Spiel der Darmstädter gegen Holstein Kiel.

SV Darmstadt 98

Nur nicht zu wild

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Der SV Darmstadt 98 will sich fußballerisch weiterentwickeln, gegen Holstein Kiel darf er aber nicht zu sehr ins Risiko gehen.

Chance auf Chance, Tor auf Tor, ein wildes Hin und Her lieferten sich Holstein Kiel und der SV Darmstadt 98 da am 28. September des vergangenen Jahres - mit einem verdienten Sieger aus dem hohen Norden. Die Störche, sie hatten die Lilien platt getrampelt und das Spiel nach 90 Minuten mit 4:2 für sich entschieden. Warum das auch mehr als fünf Monate später noch von Bedeutung ist? Nun ja, am Samstag (13 Uhr) treffen die beiden Mannschaften in der zweiten Liga zum Rückspiel aufeinander, diesmal geht es im Stadion am Darmstädter Böllenfalltor um Punkte. Und diesmal wollen sich die Hessen keineswegs auf einen offenen Schlagabtausch mit den Kielern einlassen. Im Wissen, dass sie einen solchen wohl wieder verlieren würden.

Kiel, das ist unbestritten, zählt fußballerisch zu den besten Mannschaften der zweiten Liga. Das Team von Trainer Tim Walter ist Tabellenfünfter, hat fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und dazu nach Spitzenreiter 1. FC Köln und dem SC Paderborn die drittmeisten Tore der Liga erzielt. Holstein steht für Fußball mit Schwung, für Tempoangriffe, aber auch für spielerische Kombinationen. Freilich fehlte es im Saisonverlauf ab und an auch am nötigen Ertrag.

„Sie spielen einen sehr guten Fußball“, lobt auch Marvin Mehlem, jener Darmstädter Profi, der wohl am ehesten in der Kieler Truppe mitkicken könnte. Der 21-Jährige ist ein feiner Techniker, ein Spielmacher im offensiven Mittelfeld, der dribbeln und passen kann, dem mitunter aber das Durchsetzungsvermögen und die Zielstrebigkeit in den entscheidenden Szenen abgeht. Der Rechtsfuß hofft nun für die samstägliche Heimpartie: „Wenn der Gegner Fehler macht, haben wir die Chance, das auszunutzen.“

Hauptrolle für Mehlem

Marvin Mehlem ist aber auch der Profi, der im Team von Neu-Coach Dimitrios Grammozis künftig eine Hauptrolle einnehmen soll. Waren die fußballerischen Fertigkeiten des gebürtigen Karlsruhers bei Lange-Bälle-Liebhaber Dirk Schuster kaum gefragt, will Grammozis auf diese spielerischen Elemente nicht verzichten. Das war schon beim Debüt des Trainers, der 0:1-Pleite vor Wochenfrist in Bielefeld, in Ansätzen zu sehen, wenngleich bei weitem noch nicht alles glatt lief. „Wir haben da viele Sachen gut gelöst, haben hinten herausgespielt und damit immer wieder Räume geöffnet“, sagte Flügelflitzer Marcel Heller, „wir müssen uns trauen, weiter Risikopässe zu spielen.“

Zu viel Wagnis aber sollen die Lilien dann doch nicht eingehen, sagt zumindest Coach Grammozis: „Ich bin ein Freund von kleineren Schritten. Das ist mir lieber, als alles zu ändern und damit volles Risiko zu gehen.“ Kiel sei ein Team, das gerne den Ball habe, „aber mit unserer Zweikampfstärke, dem Bilden einer Kampfzone können wir bestehen“, so Grammozis.

Fehlen wird Felix Platte. Der Stürmer, der bereits in der Hinrunde lange ausgefallen war, zog sich im Training einen Muskelbündelriss in der rechten Wade zu. „Ich könnte kotzen“, schrieb Platte bei Instagram: „Der liebe Fußballgott will es mir anscheinend nicht gönnen, meiner Liebe und Leidenschaft nachzugehen.“

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