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Will die Hertha am Dienstag im Pokal "richtig bearbeiten": der Darmstädter Tobias Kempe (r.).

SV Darmstadt 98

Mutig ins Bonusspiel

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Der SV Darmstadt 98 stabilisiert sich in der Liga und will die verbesserte Form für eine Überraschung im DFB-Pokal nutzen.

Spiele im DFB-Pokal sind mitunter Feiertage für Fußballer. Es sind Spiele mit einem besonderen Flair. Ausverkaufte Stadien, angeknipste Flutlichter, Außenseiter, die sich gegen Favoriten behaupten wollen. Nun ist den Menschen, die es mit dem SV Darmstadt 98 halten, dieses spezielle Gefühl der Alles-oder-Nichts-Spiele in den vergangenen Jahren vorenthalten worden - zumindest im Stadion am Böllenfalltor. 

Schon mehr als drei Jahre ist es her, als die Hessen das letzte Mal vor eigenem Publikum Pokalluft schnuppern durften. Am 27. Oktober 2015, einem kalten Dienstagabend, bezwang die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster die Gäste von Hannover 96 mit 2:1. Die entscheidenden Männer auf dem Rasen waren schon seinerzeit welche, die auch heute noch eine entscheidende Rolle beim Zweitligisten spielen: Aytac Sulu, damals wie heute Kapitän, der per Abstauber nach einem Freistoß zum 1:0 einnetzte. Und Tobias Kempe, damals wie heute der Mann für die ruhenden Bälle, der eben diesen Freistoß zur Führung und später auch den Eckball vor dem 2:1 geschossen hatte.

Dieser Tobias Kempe war es auch, der am vergangenen Freitag seine enorme Vorfreude auf den nächsten Pokalabend am Bölle in markigen Worten ausdrückte: „Wir freuen uns und werden sie auf jeden Fall richtig bearbeiten.“ Sie, das ist die Berliner Hertha. Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai, die so einen starken Saisonstart in der Bundesliga hinlegte und erst am Samstag dem Spitzenreiter Borussia Dortmund nicht unverdient ein 2:2-Unentschieden abtrotzte. „Wir sind schon realistisch und wissen, dass die Hertha in der Bundesliga richtig gut drauf ist. Es ist für uns ein Bonusspiel“, sagte Kempe.

Ein Bonusspiel, in das die Darmstädter am Dienstag (18.30 Uhr) ohne großen Druck aufspielen können - ganz im Gegensatz zu den vergangenen Wochen im Fußball-Unterhaus. Nach sechs sieglosen Spielen in der zweiten Liga und dem damit verbundenen Abrutschen in den Tabellenkeller, haben sich die Lilien offenbar wieder stabilisiert. 

Zum einen sieht das spielerisch wieder klar verbessert aus, zum anderen - und das ist ja das was zählt - auch punktemäßig. Auf das 1:1 bei Jahn Regensburg war am Freitagabend ein völlig verdienter 2:0-Erfolg gegen Greuther Fürth gefolgt. Kempe und Serdar Dursun hatten ihn herausgeschossen und für Erleichterung am Böllenfalltor gesorgt. „Wir haben den nächsten Schritt gemacht“, sagte Trainer Schuster und fügte noch an: „Wir haben durch aggressive Zweikampfgestaltung, durch Kompaktheit und enge Räume wenig zugelassen.“ 

Darmstadt 98 will gegen Hertha BSC gezielt Nadelstiche setzen

Um es auf den Punkt zu bringen: Eigentlich hatten die Darmstädter gar nichts zugelassen, die vor diesem Spieltag noch auf Rang zwei platzierten Franken kam in den kompletten 90 Minuten zu keiner wirklich zwingenden Gelegenheit. Die Lilien ihrerseits machten nicht nur hinten dicht, sondern zeigten auch den einen oder anderen gelungenen Ansatz im Spiel nach vorne. Marvin Mehlem im offensiven Mittelfeld verstand es geschickt, die schnellen und nach ziemlichen Leistungslöchern wieder besser in Form kommenden Außenbahnflitzer Marcel Heller und Joevin Jones einzusetzen. Die wiederum brachten die eine oder andere gefährliche Hereingabe in die Mitte. 

Nun soll das nicht heißen, dass die Darmstädter gegen Greuther Fürth die Sterne vom Himmel spielten, keineswegs. Dafür unterliefen den Hessen im Spielaufbau doch noch einige Leichtsinnsfehler zu viel. Aber doch waren die Beteiligten durchaus zufrieden. „So müssen wir weiterspielen“, sagte Tobias Kempe. „Wir haben die Messlatte für die nächsten Spiele hoch gelegt und wollen an dieser Leistung anknüpfen“, ergänzte sein Trainer Dirk Schuster. 

Freilich, mit der Hertha wartet am Dienstag ein anderes, weitaus schwereres Kaliber, die fußballerische Herangehensweise wird sich für die Darmstädter aber kaum ändern. Hinten aggressiv verteidigen, wenig vor dem eigenen Kasten zulassen. Nach vorne entweder schnell umschalten, gezielt Nadelstiche setzten und diese eiskalt ausnutzen, oder aber über Standardsituationen zum Erfolg kommen. Quasi genauso wie es schon vor drei Jahren war, als auch dank Aytac Sulu und Tobias Kempe der Sieg gegen Hannover 96 herausgeschossen wurde. 

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