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Marcel Heller läuft seiner Form hinterher.

Darmstadt 98

Mixen für den Maximalerfolg

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Attackieren oder Absichern? Darmstadt 98 will am Montag gegen den „starken“ VfB Stuttgart beides verbinden. Helfen könnte dabei ein lange vermisster Profi.

Zwei, drei Wochen lang tastete er sich heran, Schrittchen für Schrittchen, ganz vorsichtig. Lieber langsam machen, er weiß schließlich, wie schnell es gehen kann, wie schnell es wieder vorbei sein kann. Felix Platte, ein 23 Jahre junger Fußballer des Zweitligisten SV Darmstadt 98, musste in den zurückliegenden Wochen und Monaten viel Geduld beweisen. Wie so häufig in seiner Karriere. Insgesamt 911 Tage, also zweieinhalb Jahre, verpasste er bisher wegen größerer und kleinerer Blessuren. Mal schmerzte die Hüfte, dann musste der Fuß operiert werden, und häufig resultieren daraus muskuläre Anschlussverletzungen. Zuletzt riss im August im Oberschenkel ein ganzer Muskelbündelstrang.

Seit Anfang der vergangenen Woche steht der Angreifer wieder im vollen Trainingsbetrieb, heute Abend (20.30 Uhr) beim schon dritten Montagsmatch der Darmstädter in dieser Saison, könnte er gar wieder Zweitligaluft schnuppern – sicher nicht sofort, aber womöglich im Verlauf der Heimpartie gegen den VfB Stuttgart. „Felix Platte und auch Braydon Manu sind wieder voll im Mannschaftstraining“, sagte der Darmstädter Trainer Dimitrios Grammozis und schloss Kurzeinsätze der beiden Rekonvaleszenten auf Nachfrage nicht aus.

Palsson fehlt rotgesperrt

Nun werden Mittelstürmer Platte und Außenbahnrenner Manu wohl nicht auf Anhieb das etwas erlahmte Offensivspiel der Lilien auf ein deutlich höheres Niveau hieven, sie könnten aber gute Alternativen zum erprobten Personal sein. So schaffte es Serdar Dursun im Sturmzentrum zuletzt eher selten, sich der gegnerischen Verteidiger zu entledigen. Und vor allem schafften es die offensiven Mittelfeldleute, allen voran der erfahrene Rechtsaußen Marcel Heller, der seiner Topform arg hinterherhechelt, nicht, den Sturmturm Dursun überhaupt gefährlich in Szene zu setzen.

Das zurückliegende 0:0 beim SV Wehen Wiesbaden kam daher nicht wirklich überraschend zustande. Wobei sie ja am Darmstädter Böllenfalltor anschließend gar nicht mal unzufrieden waren mit der Punkteteilung im hessischen Duell. Zum einen, weil der Gegner auf Abstand gehalten wurde, zum anderen, weil dem Tabellen-14. in der Schlussphase Victor Palsson fehlte. Wegen einer Roten Karte wird der Isländer, der sich in den vergangenen Wochen zum Fixpunkt des Darmstädter Spiels aufgeschwungen hat, auch gegen Stuttgart fehlen. Ihn könnten Yannick Stark oder der gerade von einem Muskelfaserriss erholte Fabian Schnellhardt im Mittelfeldzentrum ersetzen.

Ganz gleich, welches Personal Dimitrios Grammozis anfangs ins Duell gegen den Bundesligaabsteiger wählt, vor allem erwartet der Trainer von seiner Mannschaft Zutrauen in die eigene Stärke: „Wenn wir ihnen den Ball überlassen, laufen wir nur hinterher.“ Eine nicht von der Hand zu weisende These.

Stuttgart habe einen guten Kader, so Grammozis weiter, „sie können eigentlich auf jeder Position ohne Qualitätsverlust wechseln.“ Richtig rund läuft es bei den Gästen jedoch nicht unter ihrem selbstbewussten Trainer Tim Walter. Platz drei ist gerade noch okay, aber auch nicht mehr, sodass bezüglich des vor der Saison aus Kiel verpflichteten Fußballlehrers bereits Diskussionen im Schwabenland entbrannt sind. Vorstandschef Thomas Hitzlsperger wollte Walter trotz des jüngsten 3:1-Sieges gegen Nürnberg keine Jobgarantie ausstellen, da der VfB von den vergangenen acht Partien fünf verloren hatte. „Wir müssen akzeptieren, dass es auf dem Trainerposten in den seltensten Fällen Kontinuität gibt“, so Hitzlsperger gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“.

Grammozis freilich rechnet mit einem „starken Gegner“, gegen den zum Erreichen des Maximalerfolgs, den Heimsieg, einerseits einen stabile Defensivarbeit gefragt sein wird und andererseits gut gesetzte Offensivattacken. „Wir müssen da einen guten Mix finden“, so der Coach. Felix Platte stünde fußballerischen Heldentaten sicher nicht abgeneigt gegenüber.

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