Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ballgefühl hat er: Dimitrios Grammozis. Foto: Imago images
+
Ballgefühl hat er: Dimitrios Grammozis.

Zweite Bundesliga

Lust gegen Frust

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
    schließen

Der SV Darmstadt 98 tritt bei erneut schwächelnden Schalkern an – und auch ein bisschen gegen Ex-Coach Dimitrios Grammozis.

Dimitrios Grammozis kennt diese unangenehmen Situationen mittlerweile zu genüge, im Grunde erlebt der Fußballtrainer sie bei seinem aktuellen Arbeitgeber FC Schalke 04 in Dauerschleife. Der Druck, der Frust, die Vorwürfe - immer wieder und immer wieder. Den Bundesligaabstieg der Gelsenkirchener konnte Grammozis als letzter Mann eines Trainer-Quintetts nicht mehr verhindern, was objektiv betrachtet auch kaum möglich war mit der eifrig vor sich hin dilettierenden Truppe. Nur für einen Sieg gegen Eintracht Frankfurt reichte es noch, aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zu Schalke und Grammozis: Auch beim Wiederaufbau in Fußballliga zwei musste der Coach bereits reichlich Rückschläge einstecken. Vom Start weg lief es bescheiden, des Trainers Aus drohte schon, ehe sich seine Truppe aufraffte zu ernsthaftem Zweitligafußball - mit Erfolg. Vier Siege am Stück, plötzlich ganz oben dabei. Nanu, sind das wirklich die königsblauen Schalker? Wohl schon.

Binnen vier Tagen riss sich das Team zuletzt Vieles wieder ein, kassierte zwei klatschende Nackenschläge. Raus im Pokal bei Drittligist 1860 München, 0:1-Liganiederlage in Heidenheim. Und Grammozis? Alles wie immer: Druck, Frust, Vorwürfe. „Rumpel-Rückfall“, titelte der Boulevard und offenbarte, dass Schalke-Sportchef Rouven Schröder längst einen Plan B für den Trainerposten habe. Ob dies nun stimmt oder nicht, sei dahingestellt, ganz sicher aber würde dem Coach ein Heimsieg am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den SV Darmstadt 98 helfen, bei seinem ehemaligen Verein.

Das Verzwickte aus Schalker Sicht: Die Gäste aus Darmstadt reisen mit einem Übergepäck an Selbstvertrauen an. Der Oktober war ein herausragender Monat für die Lilien – drei Siege, ein Remis, nur zwei Gegentore, der Sprung auf Rang sechs, lediglich zwei Zählerchen hinter dem Tabellendritten aus Gelsenkirchen. „Mit diesem Team muss man im Moment vor nichts Angst haben“, sagt der vor Tatendrang strotzende Darmstädter Innenverteidiger Thomas Isherwood stellvertretend für den Rest der Kompanie.

Torsten Lieberknecht, der Nach-Nachfolger von Grammozis, hat es im Eiltempo geschafft, einen verschworenen Haufen hinter sich zu versammeln. Die Spieler folgen den Vorgaben ihres Trainers, der diese dosiert einsetzt, niemanden überfordert und aktuell die starke Form seiner Profis ausnutzt. Die Lust am Kicken, am gemeinsamen Erfolg, sie trug die Südhessen bis in die Spitzengruppe der Liga. 20 Punkte nach zwölf Spieltagen hatten die Darmstädter zuletzt vor sieben Jahren auf ihrem Zählerstand, am Saisonende stieg die Mannschaft sensationell in die Bundesliga auf. Davon sind die Lilien noch ein Stück weit entfernt, diesen Druck will sich der Klub auch nicht selbst machen. Stattdessen: Den Moment genießen, den Schwung mitnehmen.

Nun also das Duell gegen den Ex-Coach. Die Liaison zwischen Darmstadt 98 und Dimitrios Grammozis war sportlich gewiss eine gute. Der aus der Bochumer Jugend geholte Wuppertaler verbesserte den Spielstil, punktete fleißig, er hatte Erfolg und ging doch nach eineinhalb Jahren freiwillig. Er habe nicht die nötige Wertschätzung in Form eines langfristigen Vertrages erhalten, hieß es von seiner Seite. Die Lilien ihrerseits hätten sich wohl etwas mehr Dankbarkeit gewünscht, hatten sie Grammozis doch den Schritt in den Profibereich überhaupt erst ermöglicht.

Die Bindung zwischen Ex-Trainer und Ex-Verein ist keine enge mehr, wenngleich sie auch nicht derart doll belastet ist wie jene der Lilien zu ihrem vormaligen Coach Markus Anfang (jetzt Werder Bremen). Die Vergangenheit spielt am Sonntag eher eine untergeordnete Rolle, für Grammozis könnte es derweil aber ein Spiel um seine Zukunft als Schalke-Trainer werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare