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Lage Gesichter bei den Lilien: Tim Rieder (l) und Slobodan Medojevic.

SV Darmstadt 98

Lilien verspielen Sieg gegen Bielefeld

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Darmstadt 98 gibt in den Schlussminuten einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand und verliert 1:2 gegen Bielefeld.

Das Spiel endete für die Fans des SV Darmstadt 98 so, wie es angefangen hatte - mit ziemlich mieser Laune. Nachdem sich die 14 000 Anhänger im Stadion am Böllenfalltor in den ersten 20 Minuten aus Protest gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten selbst ein Schweigegelübde auferlegt hatten, beendete ein später Doppelschlag der Gäste aus Bielefeld die Partystimmung am Böllenfalltor. Die Arminia klaute den Lilien dank der Treffer von Roberto Massimo (89.) und Florian Hartherz (90.+3) noch den sichergeglaubten Sieg und gewann 2:1 (0:0). Für die Lilien war es die zweite Niederlage, das dritte sieglose Spiel nacheinander. Und das, obwohl Kapitän Aytac Sulu die Gastgeber nach 66 Minuten mit 1:0 in Führung geköpft hatte.

Im Vergleich zur 1:4-Niederlage in Dresden drei Tage zuvor hatte der Darmstädter Trainer Dirk Schuster zwei Wechsel in der Startelf vorgenommen. Für den zuletzt enttäuschenden und zudem an den Adduktoren angeschlagenen Immanuel Höhn verteidigte Tim Rieder rechts hinten, Johannes Wurtz ersetzte im offensiven Mittelfeld Marvin Mehlem. Und der 26-jährige Neuzugang vom VfL Bochum, der erstmals von Beginn an ran durfte, sorgte auch gleich für den ersten Aha-Moment des Spiels. Per Hacke leitete er im Strafraum den Ball auf Joevin Jones weiter, dessen Abschluss mit dem schwächeren rechten Fuß es aber kaum bis zum Tor schaffte (9.). Harmlos.

Und dennoch: In den ersten 20 Minuten waren die Darmstädter deutlich besser im Spiel als die Gäste. Vor allem Marcel Heller bereitete auf dem rechten Flügel der Arminia-Abwehr einige Probleme. Immer wieder lief Heller dem Bielefelder Hartherz im Rücken davon, immer wieder wetzte der in Offenbach geborene Linksverteidiger hinterher, so dass Heller seine Aktion letztlich nicht erfolgreich zu Ende spielen konnte.

Als der auffällige Darmstädter Flügelflitzer, der sein Pendant auf Linksaußen, Joevin Jones, mal wieder meilenweit übertrumpfte, dann kurz durchpusten musste, kippte auch das Spiel. Fortan bestimmten die Gäste das Geschehen. Erst ließ Jonathan Clauss mit einem Flatterball aus 22 Metern die Latte erzittern (28.), dann scheiterte der auffällige Joan Edmundsson mit einem Drehschuss (33.). Als dann auch noch Lilien-Kapitän Sulu kurz vor der Pause den Ball im eigenen Strafraum aus kurzer Distanz an die Hand bekam – Pascal Müller, Zweitligadebütant an der Pfeife verzichtete zurecht auf den Strafstoß -, konnten die Hausherren froh sein, sich erst einmal in der Kabine sammeln zu dürfen.

Auch nach dem Seitenwechsel wirkte Dirk Schuster vorerst alles andere als zufrieden. Der Darmstädter Trainer gestikulierte, schimpfte, fluchte. Seine Mannschaft mühte sich zwar, es fehlte jedoch am nötigen spielerischen Esprit, um sich bis ganz nach vorne durchzukombinieren. Ein Kopfball von Innenverteidiger Marcel Franke weit über den Kasten blieb für lange Zeit die einzige Chance der Hessen (53.).

Erst als sich Tobias Kempe den Ball im linken Halbfeld zurechtlegte, ihn auf den Kopf von Sulu schnippelte und der zum 1:0 traf, kam wieder Stimmung auf. Doch statt den Vorsprung über die Zeit zu schummeln, patzte die Lilien-Hintermannschaft gleich zweimal. Erst traf Massimo von halbrechts ins lange Eck, dann tat es ihm Hartherz gleich. Laute Pfiffe, miese Laune am Böllenfalltor.

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