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Lilien ohne Sailer und Fans nach Leipzig

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Die Fans werden in Leipzig fehlen. Hier bedankt sich Ex-Darmstädter Zimmermann für Geburtstagsgrüße der Lilienfans.
Die Fans werden in Leipzig fehlen. Hier bedankt sich Ex-Darmstädter Zimmermann für Geburtstagsgrüße der Lilienfans. © dpa

Der Publikumsliebling der «Lilien» fehlt in Leipzig gesperrt. Doch viel schwerer wiegt der Boykott der eigenen Anhänger. Sie wollen damit ein Zeichen gegen die Kommerzialisierung setzen.

Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 reist gleich doppelt geschwächt zum Topspiel bei RB Leipzig. Zum einen muss Trainer Dirk Schuster auf den gelbgesperrten Publikumsliebling Marco «Toni» Sailer verzichten. Zum anderen boykottiert ein Großteil der Darmstädter Fans die Spitzenpartie am Freitagabend (18.30 Uhr). Darmstadt als Tabellendritter würde mit einem Erfolg seine Position im Aufstiegsrennen weiter verbessern. Leipzig als Fünfter brauche einen Sieg «als letzte Möglichkeit, um oben noch mal reinzurutschen», sagte Schuster.

Beeindruckt zeigte sich der Trainer vom jüngsten Auftritt der Leipziger in Kaiserslautern. «Das war eines der besten Spiele, die ich in dieser Zweitliga-Saison gesehen habe», sagte er. Deswegen werde sein Team «aus einer gut und dicht gestaffelten Abwehr agieren, was der Mannschaft grundsätzlich entgegenkäme. «Sicher haben wir uns in der Vergangenheit gegen Mannschaften leichter getan, die versucht haben mitzuspielen», sagte Schuster. Angesichts der enormen individuellen Klasse des Gegners heiße es jedoch für Darmstadt: «Sturzhelm aufziehen und beide Sicherheitsgurte anlegen.»

Außer auf Offensivmann Sailer, der beim mühsamen 1:1 zu Hause gegen Heidenheim am vergangenen Sonntag die fünfte Gelbe Karte sah, kann Schuster auf alle Spieler zurückgreifen. Auch Abwehrspieler Fabian Holland hat seine Halswirbelprobleme überwunden.

Lediglich 160 Tickets für den Gästeblock setzte der Verein wegen des Boykotts im Vorverkauf für die Partie ab. Die Darmstadt-Fans wollen damit ihre Ablehnung ausdrücken gegen «das Konstrukt RB Leipzig, das für viele geradezu sinnbildlich für die Kommerzialisierung des Fußballs steht», wie es in einer Erklärung mehrerer Fan-Gruppierungen heißt. Im Vorjahr, als man sich in der 3. Liga gegenüberstand, waren noch rund 3500 Fans nach Sachsen gereist, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

«Wir respektieren die Entscheidung der Fans», sagte Schuster. «Aber der Verein hat im Moment eine riesige Chance, da muss man alles in die Waagschale werfen. Da hätte uns die Unterstützung der Fans schon ein bisschen geholfen.» (dpa)

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