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Lilien blühen weiter

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Von: Daniel Schmitt

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Jetzt treffen in Darmstadt sogar die Ersatzstürmer: Aaron Seydel. Foto: imago images
Jetzt treffen in Darmstadt sogar die Ersatzstürmer: Aaron Seydel. © imago images/Picture Point LE

Die Fußballer des SV Darmstadt 98 verspüren eine innere Ruhe, die ihnen auch in engen Spielen wie gegen Erzgebirge Aue zu Siegen verhilft.

Torsten Lieberknecht ahnte es lange vorher, schon nach dem Leckerbissen gegen St. Pauli, dem furiosen 4:0 gegen den damaligen Spitzenreiter, mahnte der Trainer des SV Darmstadt 98 seine Jungs: Bitte, bitte unterschätzt mir die Auer nicht, eklig seien die zu bespielen, Liebhaber des Zweikampfes, und überhaupt: ein Fußballzweitligist durch und durch. „Rotzig“ könne der Sieg ruhig sein, rief er seinen Schützlingen noch zu. Hauptsache halt, irgendwie siegen.

Und so sehr sich die Ahnung des Fußballlehrers über weite Strecken der Samstagspartie auch bestätigte, in der tatsächlich viel Kampf geboten war im coronabedingt fanverwaisten Stadion, so sehr begeisterte seine Truppe erneut in den entscheidenden Momenten. Die Tore beim 2:1 (0:0)-Auswärtserfolges waren eine Augenweide, herauskombiniert in aller Ruhe von einer Spitzenmannschaft, die am Samstag nicht nur wieder Platz eins in Liga zwei übernahm, sondern sich diese Position auch durch ihre gefällige Spielweise verdiente.

Beim 1:0 von Luca Pfeiffer also (62.) sicherte erst Sturmpartner Phillip Tietz einen hohen Ball artistisch ab, dann ein doppelter Doppelpass mit Pfeiffer und schon schob der zu seinem bereits zwölften Saisontreffer ein. „Die Tore waren mit viel Ruhe herausgespielt“, fasste Trainer Lieberknecht fast schon reserviert die starken Aktionen zusammen.

Denn auch das 2:0 des eingewechselten Aaron Seydel (75.) war technisch hervorragend erzielt, er holte den Ball gut runter aus der Luft und vollendete dann von der Strafraumgrenze hart und präzise in die Maschen. „Ein schönes Gefühl“ sei das gewesen, sagte Ersatzstürmer Seydel, der verletzungsbedingt lange Zeit in dieser Saison gefehlt hatte. Der Auer Anschlusstreffer durch Antonio Jonjic (85.) ließ die Darmstädter noch einmal kurz bangen, am verdienten Sieg änderte er nichts mehr.

Werner übernimmt Werder

„Wir haben die Partie verantwortungsvoll und mit großer Seriosität runtergespielt“, sagte Lieberknecht und fand dann sogar noch mal zurück zu seinen lobenden Worten über den Gegner aus dem Sachsenland. Es werde aus seiner Sicht nämlich immer viel über die ganz Großen der Liga wie Schalke oder den SV Werder gesprochen. Aber Aue, so Lieberknecht, „hat seit Jahren seine Daseinsberechtigung in der zweiten Liga. Hier zu bestehen, ist das täglich Brot.“ Und auch das kann sehr schmackhaft sein.

So ruhig es sich gerade beim SV Darmstadt arbeiten lässt, so aufgeregt sind die Zeiten beim Ligakonkurrenten SV Werder. Nachdem der Bundesligaabsteiger aus Bremen am Samstagabend auch die Begegnung in Kiel verlor (1:2) und damit ungewollt ins triste Mittelfeld der Liga zurückfiel, gab es am Sonntag endlich mal wieder eine positive Nachricht aus Sicht der Hanseaten: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge tritt Ole Werner, 33, die Nachfolge von Markus Anfang an. Werner war erst im September als Trainer in Kiel nach zuvor jahrelanger guter Zusammenarbeit zurückgetreten und galt in Bremen schnell als absoluter Wunschlösung auf den Cheftrainerposten. Aber das war Vorgänger Markus Anfang auch.

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