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Sören Betram von den Lilien im Zweikampf mit Schnellhardt.

Darmstadt 98

Bitterer Rückschlag für die Lilien

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Niederlage trotz Aufholjagd: In der zweiten Fußball-Bundesliga hat Darmstadt mit 2:3 gegen Duisburg verloren. 

Allzu viele fußballerische Aha-Momenten waren vorher ehrlicherweise nicht von dieser Begegnung in der zweiten deutschen Spielklasse erwartet worden. Immerhin standen sich da auf der einen Seite die schlechteste Heimmannschaft der Liga, der MSV Duisburg, und auf der anderen das am wenigsten gute Auswärtsteam, der SV Darmstadt 98, gegenüber. 

Daher überraschte es dann doch ein bisschen, dass die knapp 11.000 Zuschauer im Duisburger Stadion einen durchaus unterhaltsamen Kick mit hochkochenden Emotionen, einer spannenden Schlussphase und fünf Treffern zu sehen bekamen.

Dirk Schuster: „Unnötige Pleite“

Freilich, diese hatten weniger mit den offensiven Glanzleistungen der Fußballprofis zu tun, sondern eher mit deren defensiven Unzulänglichkeiten - eine derartige Fehlleistung mehr unterlief den Südhessen, die daher verdient 2:3 (0:2) verloren. „Es ist eine unnötige Pleite, bei der uns die letzten Kleinigkeiten gefehlt haben“, sagte Lilien-Trainer Dirk Schuster.

Dabei waren die Darmstädter nach dem etwas überraschenden 2:1-Heimerfolg am Dienstag gegen den Aufstiegskandidaten aus St. Pauli ja eigentlich mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen angereist. Das hatten sie so zumindest vorher kundgetan, auf dem Rasen war davon zu lange jedoch nichts zu sehen. Ein Schuss aus spitzem Winkel von Marvin Mehlem, den der von Eintracht Frankfurt zum MSV ausgeliehene Torhüter Felix Wiedwald parierte (24.), und ein Kopfball von Victor Palsson neben den Kasten, das waren die einzigen halbwegs ordentlichen Gelegenheiten der Gäste in den ersten 45 Minuten.

Zwar war es nicht so, dass die Duisburger die Darmstädter in eben jener ersten Hälfte vorgeführt hätten, sehr wohl wussten die Hausherren die Einladungen der Gäste aber dankend anzunehmen. Erst traf Kevin Wolze (8.), dann Havard Nielsen (25.) zur beruhigenden 2:0-Pausenführung für den MSV. Ausgerechnet hatten bei den Gegentoren zwei Neue im orangefarbenen Darmstädter Auswärtstrikot gepatzt. Beim 0:1 stocherte erst Abräumer Palsson, im Winter vom FC Zürich gekommen, im Zweikampf daneben, dann grätschte Patrick Herrmann, neuer Mann von Holstein Kiel, ins Leere. Wolze konnte mühelos ins rechte Eck vollenden. Beim 0:2 rutschte wieder Palsson unglücklich aus, Nielsen köpfte aus sieben Metern locker ein. 

Wer nach dem Seitenwechsel auf schnelle Genesung des Darmstädter Defensivleidens gehofft hatte, der sollte sich getäuscht haben. In der 59. Minute war das, da verlor Kapitän Fabian Holland erst den Ball in der Vorwärtsbewegung, dann eilte er nicht zügig genug nach hinten, so dass die Flanke von seiner linken Abwehrseite zielgenau auf den Kopf von Stanislav Iljutschenko segelte - das 0:3 aus hessischer Sicht, die Vorentscheidung aus Duisburger Blickwinkel.

Darmstadt zeigt Moral

Mit dem Gefühl des sicheren Sieges im Rücken ließ der MSV nun aber nach, die Lilien ihrerseits zeigten Moral. Erst verkürzte der im Winter aus Aue verpflichtete Sören Bertram mit einem herrlichen Volleyschuss (73.), dann machte es der erst am Donnerstag vom Hamburger SV nach Darmstadt gelotste Christoph Moritz mit seinem Tor zum 2:3 (88.) noch einmal richtig spannend. Allerdings: Es reichte nicht mehr zum Punktgewinn. „In Sachen Bereitschaft und Einstellung kann ich meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Höchstens, dass die Gier in beiden Strafräumen ein wenig gefehlt hat“, sagte Trainer Schuster.

Die defensive Anfälligkeit der Lilien ist offensichtlich, hinten sind die Darmstädter einfach nicht ganz dicht. Mit nun 37 Gegentreffern stellen sie statistisch die derzeit schwächste Abwehr der Liga.

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