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Die Darmstädter Johannes Wurtz (l.) und Yannick Stark (r.) stellen den Fürther Mittelfeldspieler Paul Seguin.

Fürth gegen Darmstadt

Fremdeln in der Ferne

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1:2 in Fürth: Darmstadt 98 bestätigt seine Auswärtsschwäche.

Fußball ist kein Spiel der Zahlen, der Statistikzettel nach dem Schlusspfiff mitunter ein Muster ohne Wert. Ein Blick ins Zahlenwerk der Zweitligapartie Greuther Fürth gegen Darmstadt 98 ließ vermuten, dass oben in der Ergebniszeile ein Unentschieden stehen würde, vielleicht gar ein Sieg für die Gäste aus Südhessen. Bei der Zweikampfquote, der Passquote, auch bei Abseitssituationen und Ecken lagen die Teams in etwa gleich auf, die Torschüsse wiesen ein 13:7 für die Lilien aus. Doch die Ergebniszeile kannte keine Gnade mit den Darmstädtern: 2:1 (0:0) für Fürth.

Die auswärtsschwachen Lilien, die in Halbzeit zwei an der Effizienz der Fürther und der eigenen Chancenverwertung scheiterten, bleiben damit ihrer Saisonleistung auf fremden Plätzen treu. Mit insgesamt nur neun Auswärtspunkten ist die Elf von Trainer Dimitrios Grammozis das schlechteste Auswärtsteam der zweiten Bundesliga.

Eine andere Darmstädter Serie ist derweil in Franken gerissen. Nach drei Spielen ohne Niederlage verloren die Lilien am Fürther Ronhof wieder – und müssen den Blick in der Tabelle nun eher nach unten richten. Mit 33 Punkten stehen die Lilien sechs Spieltage vor Saisonende auf Rang 13, neun Zähler vor Magdeburg auf dem Relegationsrang, das aber erst heute Abend in Hamburg spielt. Paul Seguin mit einem höchst umstrittenen Handelfmeter (64.) und Fabian Reese (82.) erzielten vor 9730 Zuschauern die Tore für die Gastgeber. Der Anschlusstreffer von Joker Mathias Wittek (90.+4) kam für Darmstadt zu spät.

Das Duell der Tabellennachbarn spielte sich lange vor allem zwischen den beiden Strafräumen ab. Immanuel Höhn verbuchte vor der Pause die beste Chance für Darmstadt, sein Schuss aus spitzem Winkel landete aber am Außenpfosten (36.).

Im zweiten Durchgang hatte die Fürther Mannschaft von Trainer Stefan Leitl Glück, dass Schiedsrichter René Rohde nach einer Abwehraktion von Marcel Franke wegen Handspiels auf den Punkt zeigte. „Vielleicht lasse ich das nächste Mal meine Hand einfach in der Kabine, dann kann so etwas nicht passieren“, sagte Franke mit Galgenhumor: „Meiner Meinung nach war die Hand angelegt. Ich halte den Arm so, wie man ihn natürlich nach unten hält. Ich wollte die Hände nicht hinter den Rücken halten, weil mich das in der Bewegung einschränkt.“ Trainer Grammozis pflichtete ihm bei. „Das ist sehr unglücklich und mittlerweile sehr schwer für die Verteidiger, die die Hände hinter den Rücken oder in die Hosentaschen stecken müssten“, befand der 40-Jährige.

Doch für keinen Darmstädter war der Elfmeter der Hauptgrund für die Niederlage. „Wir können nicht sagen, dass der Schiedsrichter das Spiel entschieden hat. Wir hatten genug Möglichkeiten“, sagte Franke: „Schlussendlich müssen wir uns an die eigene Nase fassen, die Niederlage war unser Verschulden, denn Fürth hat uns nicht an die Wand gespielt.“ In einem ausgeglichenen Spiel mit leichten Vorteilen für den SVD vergaben Marcel Heller und Tobias Kempe gute Kopfballchancen (70., 72.), Serdar Dursun scheiterte wenig später frei am Fürther Torwart Sascha Burchert (73.).

An ihrer miserablen Auswärtsbilanz können die Lilien gleich in dieser Woche wieder feilen, am kommenden Samstag (13 Uhr) geht es zum 1. FC Magdeburg. Dort kann der SVD zeigen, dass auch die Auswärtstabelle nur eine Statistik ist. Und deshalb Schall und Rauch.

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