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Gibt sich mit dem HSV die Ehre in Darmstadt: Lewis Holtby.

Darmstadt 98

Exotisches Tier im Schrebergarten

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Darmstadt 98 empfängt den Hamburger SV und ist trotz Ergebniskrise entspannt.

Wenn sich der große Hamburger SV die Ehre gibt, zumal im prickelnden Ambiente eines Freitagabendflutlichtspiels, ist das immer ein Festtag für einen Klub wie den SV Darmstadt 98, auch in Liga zwei. Um nicht zu sagen: insbesondere dort. Zusammen mit den Kölnern sind die traditionsreichen Hanseaten ja der absolute Hingucker für die anderen Bewohner des Fußball-Unterhauses. Wie ein exotisches Tier, das sich in den Schrebergarten verirrt hat. Und die Darmstädter, die den HSV also am heutigen Abend, 18.30 Uhr, in ihrem Böllenfalltorstadion empfangen, sind schon angemessen erregt ob des hohen Besuches. „Das kann ich mit geiler Atmosphäre zusammenfassen“, sagte SVD-Trainer Dirk Schuster mit Blick auf Gegner und Rahmenbedingungen: Für Begegnungen wie dieses seien die Spieler Profis geworden, darauf fiebere man hin, fügte der 50-Jährige hinzu.

Zuletzt lief es nicht gut für die Kontrahenten, sowohl die Darmstädter als auch die Hamburger sind in eine Ergebnismisere gestolpert, die in Hamburg zwar kleiner ist als in Darmstadt, dafür aber größer wahrgenommen wird. Die Ansprüche sind schuld. Die Mannschaft von Trainer Christian Titz, zum direkten Wiederaufstieg verdammt, ist als Tabellenvierter nach acht Spieltagen (14 Punkte) in unmittelbarer Reichweite der angestrebten Plätze, einerseits. Andererseits lesen sich die jüngsten Resultate halt so: 0:5 gegen Regensburg, 0:0 gegen Fürth, 0:0 gegen St. Pauli. Beim HSV, wo man auf den Erholungseffekt der zweiten Liga für verunfallte Erstligisten gehofft hatte, steht schon wieder viel in Frage, nicht zuletzt der Trainer Titz, der gerade besonders aufmerksam beäugt wird vom Sportchef Ralf Becker. In Darmstadt, hat Becker gesagt, müsse man nun gewinnen.

Die Lilien, mit zuletzt drei Niederlagen nacheinander jäh auf Platz 13 runtergepurzelt, nimmt man die Nervosität im hohen Norden mit der Gelassenheit des klaren Außenseiters wahr. Seine Mannschaft habe mit der erfahrenen Mannschaft der Hamburger „eine große Aufgabe vor der Brust“, sagte Schuster am Mittwoch. Aber: „Wir wollen uns nicht nur hinten reinstellen und hoffen, dass das Spiel 0:0 ausgeht“, versprach er, räumte jedoch auch ein: „Die Ballbesitzquote wird wahrscheinlich nicht 80:20 bei uns sein.“ Die eigenen Probleme? Aushalten, weitermachen. Schuster, der Stoiker: Solche Phasen gebe es immer wieder, sagte der gebürtige Sachse. Man blicke nach vorne und wolle mit der Partie am Freitag die richtigen Schritte zurück auf den Erfolgsweg machen.

Vor allem die Defensive macht den Darmstädtern gerade Sorgen, zehn Gegentore haben sie insgesamt kassiert in den drei Spielen der zurückliegenden Englischen Woche. Ein Unding bei den Schuster-Lilien, wo das Verteidigen nicht nur lästige Pflicht sein soll, sondern vielmehr: Passion. Ein ballverliebter Fußballriese wie der HSV kommt da vermutlich gerade zur rechten Zeit. (mit dpa)

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