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Erkenntnisreiche Generalprobe

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Von: Jakob Böllhoff

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Gut gemacht, Junge: Artur Sobiech gratuliert Felix Platte (re.).
Gut gemacht, Junge: Artur Sobiech gratuliert Felix Platte (re.). © Huebner/Ulrich

Darmstadt 98 zeigt beim 2:2 im Testspiel gegen Greuther Fürth, dass der Zweitliga-Klassenerhalt kein Selbstläufer wird.

Auf die Frage mit dem Ergebnis schien Dirk Schuster nur gewartet zu haben. So schnell antwortete er. Einen 0:2-Rückstand hatte Darmstadt 98 in den letzten 30 Minuten noch aufgeholt, bei diesem 2:2 (0:1) im finalen Wintertest am Mittwochnachmittag gegen die SpVgg Greuther Fürth, genau eine Woche vor dem Zweitliga-Wiederbeginn gegen den 1. FC Kaiserslautern. Damit müsse er, Schuster, der Darmstädter Trainer, ja zufrieden sein, oder? „Nein“, erwiderte der 50-Jährige sogleich, müsse er nicht. Das Ergebnis sei zweitrangig. Erstrangig war: „Wir haben wichtige Erkenntnisse gewonnen.“ Erkenntnisse sind ja so etwas wie die härteste Währung im Fußball während der Vorbereitungszeit: Je mehr die Trainer sammeln, desto reicher dürfen sie sich fühlen. Eine sehr zentrale Erkenntnis für Schuster lautete am Mittwoch: „Fehler werden bestraft, auch in der zweiten Liga“, wie der Lilien-Coach erklärte. Das klingt banal, wird aber von entscheidender Bedeutung sein, wenn der SV 98 – vor dem 19. Spieltag auf dem Relegationsplatz 16 positioniert – den Klassenerhalt schaffen will. „Und dass das kein Selbstläufer wird, hat dieses Spiel mehr als nachhaltig bewiesen“, betonte Schuster, der mit der ersten Halbzeit seines Teams ein bisschen haderte.  

„Defensiv haben wir eigentlich gut gearbeitet“, so Schuster, auch die Umschaltbewegung sei in Ordnung gewesen: „Aber in der Bewegung mit dem Ball, bei den Positionswechseln im Spiel nach vorne, hatten wir Probleme.“ Tatsächlich war vieles Stückwerk, was die Lilien zeigten, und ein Lapsus im Mittelfeld von Rückkehrer Peter Niemeyer, nach langer Fersenverletzung wieder fit, sorgte fürs frühe 0:1: David Raum traf schon nach 80 Sekunden für die Fürther Gäste, den Vorletzten in Liga zwei. Nach der Pause dauerte es nicht viel länger, bis Philipp Hofmann zum 2:0 für die Franken traf (49.), wieder nach nachlässigem Darmstädter Defensivverhalten. Felix Platte egalisierte per Doppelpack (60. und 85.). „Fürth ist eine spielerisch gute Mannschaft, sie haben uns vor Probleme gestellt“, hatte Schuster erkannt, der „glaubt, dass viele Positionen noch offen sind“ fürs Spiel gegen den Tabellenletzten aus Kaiserslautern. Die drei Winterneuzugänge Romain Bregerie (FC Ingolstadt), Baris Atik (TSG Hoffenheim) und Joevin Jones (Seattle Sounders/USA) waren für die Startelf nominiert worden, aber nur Bregerie, der französische Innenverteidiger, darf wohl davon ausgehen, auch nächste Woche von Beginn an dabei zu sein. Linksverteidiger Jones dürfte vor allem in taktischer Hinsicht noch ein bisschen brauchen, bis er eine echte Alternative ist. Im Angriff bewies Felix Platte, dass an ihm kein Weg vorbeiführen wird, wenn Schuster den Doppelsturm seines auf Wucht und Direktheit ausgelegten 4-4-2-Systems besetzt; zweimal schloss der 21-Jährige in Klassemanier ab für die in Durchgang zwei verbesserten Lilien. Die allerdings in den letzten 25 Minuten einen Wettbewerbsvorteil hatten, der ihnen gegen Kaiserslautern eher nicht vergönnt sein wird: Sie agierten in Überzahl. Ein Fürther hatte sich verletzt, und die Gäste hatten ihr Tauschkontingent schon erschöpft, also schlichtweg keinen Spieler mehr zum Einwechseln. Gibt es auch nicht alle Tage.

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