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Schritt zu spät: Der Darmstädter Mario Vrancic (rechts) gegen den Freiburger Mike Frantz.

Lillien

Entspannt beim Reifeprozess

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Darmstadt 98 unterliegt Aufsteiger SC Freiburg 1:3 und offenbart dabei manche Schwäche - vor allem die defensive Abstimmung lässt zu wünschen übrig.

Am idyllischen Kaiserstuhl, zwischen Weinreben und Gemüsedörfern, gab es für den SV Darmstadt 98 die eine oder andere neue Erkenntnis zu ernten, aber die wichtigste war keine neue: Sie sind noch nicht so weit, die Lilien. Es wird sich noch einiges tun müssen, wenn sie in drei Wochen beim 1. FC Köln erstligatauglich in die Bundesliga starten wollen, und den Verantwortlichen war das sehr bewusst nach dem 1:3 (1:2) im Testspiel gegen Aufsteiger SC Freiburg im Rahmen des Kaiserstuhl-Cups.

Dass man bei den Hessen entspannt mit der Situation umgeht, war eine weitere Erkenntnis, die unter der südbadischen Sonne reifte. Während der Freiburger Trainer Christian Streich trotz des SC-Sieges sehr angefasst aussah, nachdem sich sein Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf, ehemals Eintracht Frankfurt, mutmaßlich schwerer am Knie verletzte hatte, stand Norbert Meier mit der ihm eigenen Lässigkeit im Presseraum des Bahlinger SC. Der Darmstädter Trainer schob eine Lutschpastille im Mund herum und sagte: „Wir haben Dinge gesehen, die besser werden müssen, aber auch Dinge, die schon ganz in Ordnung waren. Es war ein guter Test. Das Ergebnis ist völlig zweitrangig.“

Hinten nicht dicht

Gegen Freiburg offenbarten die Lilien vor allem in der ersten Halbzeit größere defensive Abstimmungsprobleme. Rechtsverteidiger Artem Fedetsky, ukrainischer Neuzugang aus Dniproptetrovsk, wirkte einigermaßen desorientiert, immer wieder wuselten Gegenspieler an ihm vorbei. Wie beim 0:1, als er Christian Günter entwischen ließ, dessen Hereingabe der dreifache Freiburger Torschütze Florian Niederlechner (ehemals Mainz 05) an Lilien-Keeper Michael Esser vorbei ins Tor löffelte (22.).

„Das darf so natürlich niemals passieren“, wusste auch Meier. „Aber gewisse Sachen müssen sich eben erst noch einspielen. Es ist ganz offensichtlich, dass es im Zusammenspiel noch Probleme gibt.“ Den einzigen Treffer seiner Mannschaft an diesem Samstagnachmittag wird der 57-Jährige damit allerdings nicht gemeint haben, denn es war herrlich herausgespielt. Marcel Heller, Jerome Gondorf und Fabian Holland kombinierten sich auf der linken Seite ins Freie, Mario Vrancic köpfte den Ball zum zwischenzeitlichen Ausgleich ins Tor (28.).

Beister überzeugt

Eine Szene, die Hoffnung macht. Genau wie der frische Auftritt von Maximilian Beister in der zweiten Halbzeit, zunächst auf dem linken Flügel, dann, nach der Einwechselung von Victor Obinna, im Sturmzentrum. Beister trug ein anonymes Trikot ohne seinen Namenszug mit der Nummer 27, noch ist er kein Darmstädter, noch ist er vertraglich an den Ligakonkurrenten Mainz 05 gebunden, aber es wäre schon ein harter Schlag für die Lilien, wenn sich ein Wechsel aus finanziellen Gründen nicht realisieren ließe. „Er ist bei uns, und er wird auch nächste Woche noch bei uns sein“, sagte Trainer Meier, der weiß, dass neue Spieler Not tun, und zwar dringend: „Verbesserungen sollen kommen, Verbesserungen müssen kommen.“ Auch so eine Erkenntnis, die schon etwas länger im Korb liegt bei Darmstadt 98.

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