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Viel Einsatz, kein Ertrag: der Darmstädter Marcel Franke (l.) gegen Jae-sung Lee.

Darmstadt 98

Eine schwarze Woche

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Darmstadt 98 verliert das dritte Spiel nacheinander - beim 2:4 in Kiel patzt erneut die Defensive.

Gerade mal eine Woche ist es her, da hatten die Zweitligakicker des SV Darmstadt 98 richtig Oberwasser, da freute sich die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster über einen gelungenen Start in die Saison, mischte kräftig in der oberen Tabellenregion mit. Und nun? Pure Ernüchterung. Denn was auf die Hochphase folgte, waren drei Niederlagen in sechs Tagen, die letzte gestern Abend mit 2:4 (2:3) bei Holstein Kiel. „Wir hatten unsere Chancen, aber Kiel war effektiver“, sagte Schuster und fügte an: „Und wir haben ein bisschen die Liebe zum Verteidigen vermissen lassen.“ Das brachte es so ziemlich auf den Punkt. 

Die Hessen bekommen zurzeit einfach den eigenen Kasten nicht vernagelt. 1:4 in Dresden, 1:2 gegen Bielefeld, nun wieder vier Bälle im Netz - das sind zehn Gegentreffer in nur drei Spielen, schlicht zu viele, um beständig punkten zu können. Entsprechend geladen wetzte Schuster an seiner Seitenlinie hin und her, versuchte seine teils ziemlich aufgescheuchte Hintermannschaft zu ordnen - allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. 

Von Beginn an war den Gästen das angekratzte Selbstvertrauen anzumerken. Bereits nach zwölf Minuten hatten sich die Kieler vier Ecken erarbeitet und kamen bei eben dieser vierten zum Erfolg. Nachdem Lilien-Abwehrmann Marcel Franke das Kopfballduell verloren hatte und Torhüter Daniel Heuer Fernandes nur nach vorne abklatschen konnte, staubte Benjamin Girth zur verdienten Führung ab. Als die Lilien zehn Minuten später erstmals durch Johannes Wurtz zum Abschluss kamen, jedoch zu unpräzise, klingelte es quasi im Gegenzug wieder im eigenen Kasten. Diesmal war Slobodan Medojevic seinem Gegenspieler nur hinterhergetrabt, Alexander Mühling nutzte den Freiraum und chippte den Ball aus spitzem Winkel über Heuer Fernandes hinweg in den Knick (23.).

Darmstadt ist offensiv zu statisch, unkreativ und ungefährlich

Anschließend waren es mal wieder die üblichen, weil besten Darmstädter Profis, die sich gegen die drohende Niederlage stemmten: Marcel Heller, diesmal auf dem linken Flügel aufgeboten, und Spielmacher Tobias Kempe. In der 29. Minute holte Heller einen Strafstoß heraus, als er Jannik Dehm den Ball gegen den Ellenbogen schoss. Kempe verwandelte wuchtig unter die Latte zum 1:2-Anschluss (29.). 

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Nur drei Zeigerumdrehungen später passte die hessische Hintermannschaft erneut nicht auf, ließ rechts zu viel Raum für eine Flanke, die Janni Serra im Duell mit Aytac Sulu über die Linie köpfte (32.). Den Schlusspunkt der torreichen ersten Hälfte setzte schließlich wieder Kempe. Er ließ in Anschluss an eine Heller-Flanke dem Kieler Schlussmann per Kopf keine Chance - das vierte Saisontor des 29-Jährigen (39.), das den Lilien nach dem Seitenwechsel noch einmal neuen Schwung brachte. Nachdem auch noch der Kieler Dehm mit Gelb-Rot vom Platz flog (51.), lief das Spiel vollends in eine Richtung. In die des Holstein-Tores. 

Da die Gäste aber offensiv viel zu statisch, unkreativ, und letztlich dadurch auch ungefährlich agierten, waren es die Hausherren, die in der 70. Minute für die Vorentscheidung sorgten. David Kinsombi, einst bei der Frankfurter Eintracht unter Vertrag, schloss zum 4:2-Endstand ab. In der Schlussphase mühten sich die Lilien zwar, ein Remis, geschweige denn einen Sieg hatten sie sich aber nicht verdient. Zu schwach verkauften sie sich in der Defensive. Eine schwarze Woche für die Schuster-Schützlinge.

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