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Brennt auf seinen ersten Startelfeinsatz in der Liga: Linksverteidiger Sebastian Hertner (l.).

Darmstadt 98

Die Darmstädter Serienliebhaber

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Der SV Darmstadt 98 befindet sich im Aufwind und ist heute beim VfL Bochum gefordert.

Mit Serien und Dirk Schuster ist das so eine Sache, eine tiefe Freundschaft scheint das zwischen beiden nicht zu sein – natürlich schon mal gar nicht mit einer negativen, das versteht sich ja quasi von selbst. Wer will das schon? Besonders innig ist die Beziehung des 50-Jährigen aber auch zu den positiven nicht. Sagt der Trainer des SV Darmstadt 98 zumindest selbst: „Die gleichen Leute, die damals gesagt haben, dass wir unten reinrutschen werden, reden nach ein paar guten Ergebnissen jetzt von den oberen Tabellenregionen.“ Und weiter: „Das zeigt, wie schnell es gehen kann in dieser Liga.“ Irgendwie ein bisschen abschätzig dieser Dirk Schuster wie er da über diese tollen Serien spricht. 

Als ob ihn die Aneinanderreihung von Ergebnissen seiner Mannschaft, die sich in dieser Zweitligasaison in klaren Mustern bewegen, mal so gar nicht interessieren würde. Dabei ergibt das doch eine so wunderbar zu erzählende Geschichte für die Reporter. Da war die Serie zu Saisonbeginn, als die Lilien an den Spieltagen drei bis fünf keine Niederlage kassierten und sich an die Spitzenplätze heranrobbten. Da war natürlich auch die von den Spieltagen sechs bis neun, als die Hessen überhaupt nicht gewinnen konnten, gar alle vier Ligaspiele nacheinander verloren. Und zuletzt die Partien zehn bis zwölf, in der die Darmstädter Mannschaft den Platz nie als Verlierer verließ. Wenn das mal keine Serien sind, an denen man sich als Berichterstatter erfreuen kann, in die man so viel hineininterpretieren kann, oder etwa nicht Herr Schuster? „Ich denke lieber von Spiel zu Spiel, auch wenn das eine Floskel ist.“ 

Nun gut, dann eben auf den Trainer gehört und den Fokus nur auf das nächste Spiel gerichtet. Am Montagabend (20.30 Uhr) ist der SV Darmstadt 98 zum Abschluss des 13. Spieltages beim VfL Bochum zu Gast. „Es nötigt uns Respekt ab, wie die Bochumer ihre Spiele gestalten. Ich glaube, dass dort der richtige Weg eingeschlagen wurde und Robin Dutt sowie die weiteren Verantwortlichen alle sehr gute Arbeit leisten“, hat Schuster Lob für den gegnerischen Coach und dessen Mannschaft parat.

Hertner anstelle von Holland

Zweifelsohne, der VfL ist ein Team, das besser die zweite Liga kaum verkörpern könnte. Seit neun Jahren spielt er nun schon im Fußball-Unterhaus mit, peilt immer mal wieder den Aufstieg an, findet sich dann ganz (un-)gerne auch im Abstiegskampf wieder, um am Ende doch im sicheren Mittelfeld zu landen. Bestes Beispiel: die aktuelle Spielzeit. 

17 Zähler haben die Bochumer bisher gesammelt, übrigens genauso viele wie die Darmstädter, zur Abstiegszone bedeutet das für beide Teams ein beruhigendes Polster von sieben Punkten, zu den Aufstiegsplätzen den Rückstand von sechs. „Wir haben dort eine sehr schwierige Aufgabe vor der Brust“, sagt Schuster. Der Sieger des Duells darf in der Tabelle nach oben schielen, der Verlierer wird wohl länger dort bleiben, wo er sich nun befindet – im Mittelmaß. Nun ist es sicher nicht so, dass sie in Darmstadt mit Mittelmaß völlig unzufrieden wären. Nach einer schwierigen vergangenen Saison, als der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag gesichert wurde, wäre das sogar durchaus ein Erfolg.

Trainer Schuster, der in Bochum auf den gesperrten Fabian Holland verzichten muss und dafür sehr wahrscheinlich Sebastien Hertner links hinten aufbieten wird, formuliert das freilich anders: „Wir wollen unseren Aufwärtstrend der vergangenen drei Spiele fortsetzen.“ Ach wie schön, Worte die den Reporter freuen, hat er es doch geahnt, dass selbst Dirk Schuster ein kleiner Serienliebhaber ist.

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