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Die Visualisierung zeigt, wie das Stadion am Böllenfalltor nach dem Umbau aussehen soll.

Darmstadt 98

Darmstadt 98 zeigt das neue Stadion

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Fußball-Zweitligist Darmstadt 98 will bei seinem neuen Stadion alles: Urigen Charme mit Stehplatz, einen Businessbereich für zahlungskräftige Sponsoren und einen Umbau des "Bölle" im laufenden Betrieb. Nun gibt es erste Bilder.

Erstmals zeigt Fußball-Zweitligist Darmstadt 98, wie er sich sein neues Stadion vorstellt. Visualisierungen wurden am Mittwoch gezeigt. Stehplätze soll es auch nach dem geplanten Umbau des „Bölle“ geben, zugleich trägt der Verein aber mit einer Überdachung und einer nach eigenen Angaben „zeitgemäßen Haupttribüne“ den gestiegenen Ansprüchen der Sponsoren und den Vorschriften der Liga Rechnung.

Es ist ein Spagat zwischen Tradition und Moderne. Das Darmstädter Modell sieht unter anderem vor, die große Stehplatzgegengerade so zu gestalten, dass in einem unteren Ring die Stehplätze erhalten bleiben und im Ring darüber Sitzplätze angelegt werden. Die altehrwürdige Dugena-Uhr soll als markanter Treffpunkt erhalten bleiben.

Der Umbau des Stadions am Böllenfalltor wird im laufenden Betrieb vollzogen und ist mit Kosten von 28,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt Darmstadt trägt mit 15 Millionen Euro den Löwenanteil. Weitere zehn Millionen kommen vom Verein, das Land beteiligt sich mit 3,5 Millionen Euro. Für die Realisierung hat der Verein eine Tochtergesellschaft ins Leben gerufen.

Mit den Umbauarbeiten soll im Frühjahr begonnen werden, die Fertigstellung ist für den Sommer des kommenden Jahres geplant. Die Haupttribüne soll erst nach der Saison 2018/19  umgebaut werden. Sportlich könnte es beser laufen: Derzeit muss der SV Darmstadt 98 um den Verbleib in der 2. Liga zittern.

„Wir sind stolz darauf, auch in Zukunft in einem organisch gewachsenen Stadion aufzulaufen, welches nicht ‚am Reißbrett‘ auf der grünen Wiese entworfen wurde“, sagt Vereinspräsident Rüdiger Fritsch. Die Visualisierungen zeigten, dass auch nach Fertigstellung der Umbauarbeiten weiterhin „der Liliengeist durchs Stadion wehen“ werde, fügt Fritsch hinzu.

OB Jochen Partsch lobt die Kooperation der beteiligten städtischen Ämter mit dem Verein und das Vorhaben insgesamt: „Die Pläne für das neue Bölle zeigen ein modernes Fußballstadion mit Charakter, Tradition und Realismus.“

Die Namensrechte am Stadion hatte sich schon zuvor das ortsansässige Pharmaunternehmen Merck gesichert, in der laufenden Saison aber heißt die Spielstätte Jonathan-Heimes-Stadion. Geehrt wird damit Jonathan „Johnny“ Heimes, der als an Krebs erkrankter Fan der Mannschaft Inspiration war und seinen Verein tatkräftig unterstützte. Heimes erlag seinem Leiden 2016 im Alter von nur 26 Jahren. (mit dpa)

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