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Schoss Ingolstadt mit seinem direkten Freistoßtor sehenswert in Führung: der ehemalige Frankfurter Sonny Kittel.

Darmstadt 98

Ein Mitbringsel aus Ingolstadt

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Darmstadt 98 verliert 0:3 in Ingolstadt, muss sich aber nicht grämen.

Das Spiel war noch nicht mal angepfiffen, da sendeten die Darmstädter Fans im gut gefüllten Gästeblock von Ingolstadt ein Zeichen an die Mannschaft: Über ihren Häuptern entrollten die Anhänger der Lilien einen riesige Fahne, darauf abgebildet eine Goldene Ananas, dazu der von Torwart-Titan Oliver Kahn geprägte Spruch „Da ist das Ding“. Schön anzusehen, dazu allemal beachtlich solch eine Choreografie im fremden Stadion, und vor allem auf den Punkt getroffen.

Denn, so klar muss man das sagen, für die Kicker aus dem Hessenland ging es in Bayern um nicht mehr viel. Vielleicht um die Ehre, sicher auch um ein paar Erfolgsprämien, die Punkte aber hatten die Darmstädter Spieler nicht mehr nötig. Der Klassenerhalt war ja schon vor zwei Spieltagen eingetütet worden. Ganz im Gegenteil zum FC Ingolstadt. Entsprechend verlief dann auch das Spiel, das die Hausherren ernst nahmen und locker mit 3:0 (2:0) gewannen.

„Wir hatten uns viel vorgenommen und wussten, dass wir auf einen Gegner treffen, der zuletzt gute Leistungen gezeigt hat. Leider hatten wir nicht die Galligkeit der vergangenen Spiele“, sagte der Darmstädter Trainer Dimitrios Grammozis. „Uns hat insgesamt die letzte offensive Qualität gefehlt, um den Gegner in Gefahr zu bringen. Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben.“

Nun ist es nicht so, dass sich die Darmstädter von vorneherein wie ein auf dem Rücken liegender Maikäfer ergeben hätten, keineswegs. Die Hessen waren anfangs ordentlich im Spiel. Zwar sprang Kapitän Fabian Holland der Ball nach elf Minuten von der Hüfte gegen die eigenen Torlatte (11.), kurz darauf aber hatten auch die Darmstädter durch Tobias Kempe ebenfalls einen Aluminiumtreffer. Der Mittelfeldspieler traf mit einem Linksschuss den aus seiner Sicht rechten Pfosten (17.).

Vier Minuten später aber nahm das Spiel seinen Lauf. Sonny Kittel, einst ja bei Eintracht Frankfurt am Ball, machte das, was er gut kann. Er spielte seine feine Technik aus. Kittel hob einen Freistoß aus zentraler Position 20 Meter vor dem Kasten über die Darmstädter Mauer, traf in Winkelnähe die Unterkante der Latte, von wo der Ball hinter die Linie ins Netz sprang – ein sehenswerter Treffer, der die Ingolstädter auf die Siegerstraße brachte. Das sah auch deren Trainer Tomas Oral so: „Bis zu unserem Führungstreffer war es eine offene Partie, in der Darmstadt leichte Feldvorteile hatte. Der Freistoß war der Türöffner.“

Der FCI, vor Wochen schon in der dritten Liga geglaubt, befindet sich seit der Ankunft von Trainer Oral Anfang April im Aufwind. Durch den Heimsieg spielen die Schanzer mindestens in der Relegation, sie könnten ein Duell mit dem SV Wehen Wiesbaden aber gar noch vermeiden, würden sie am letzten Spieltag kommende Woche den Zwei-Punkte-Rückstand auf den SV Sandhausen wettmachen.

Gegen Darmstadt fiel die Vorentscheidung schon kurz vor der Pause, als wieder Kittel seinen rechten Fuß im Spiel hatte. Der 26-Jährige schlug eine Ecke in die Mitte, Dario Lezcano köpfte ein (45.). Nach dem Seitenwechsel legte Stefan Kutschke nach einem Konter noch das 3:0 nach (55.), ehe Darmstadts Yannik Stark die Latte (65.) traf, ansonsten passierte nicht mehr viel. „Es war ein bitterer Tag für uns“, sagte Trainer Grammozis.

Den Darmstädter Fans immerhin war eines an diesem Sonntagnachmittag nicht zu nehmen: ihr fruchtiges Mitbringsel, die Goldene Ananas.

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