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Luftige Begegnung: Der Darmstädter Marcel Heller (li.) und Peter Pekarik kommen sich in die Quere.

Hertha BSC - Darmstadt 98

Darmstadt verliert zum achten Mal in Folge

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Nach dem 0:2 in Berlin begehen die Lilien das Weihnachtsfest als abgeschlagener Tabellenletzter. Im neuen Jahr hilft nur noch Hoffen.

An Normalität war selbstverständlich noch nicht zu denken, nicht in Berlin, nicht zwei Tage nach dem Terroranschlag, der zwölf Menschen das Leben gekostet hatte. Wenige Stunden vor dem Bundesligaspiel gegen Darmstadt 98 gedachte Hertha BSC den Opfern am Mittwochnachmittag, die gesamte Mannschaft besuchte den Unglücksort am Breitscheidplatz, und Manager Preetz und Trainer Pal Dardai legten einen Kranz nieder. „Wir sind alle betroffen. Das passiert vor unserer Haustür, in unserer Stadt“, sagte Preetz.

Später und knapp acht Kilometer weiter westlich in der Hauptstadt, im Olympiastadion, hielten Darmstädter Fans vor dem Anpfiff ein Banner mit der Aufschrift „Bleib stark, Berlin!“ in die Höhe. Tausende Elektrokerzen gaben der Schweigeminute einen passenden Rahmen. Dann wurde Fußball gespielt. Weitergehen muss es ja doch irgendwie.

Mit einem ähnlichen Gefühl verabschiedeten sich die Darmstädter dann auch in die Winterpause. Im Stadion ihres größten Erfolges, dem Erstligaklassenerhalt in der Vorsaison, gab es für die Lilien die nächste Enttäuschung. Mit 0:2 (0:0) unterlagen sie, es war die achte Niederlage in Folge, und Weihnachten begehen sie als abgeschlagener Tabellenletzter. Der Abstand auf den Relegationsrang beträgt bereits fünf Punkte.

In seinem letzten Spiel als Cheftrainer des SV Darmstadt vertraute Ramon Berndroth bewährtem Personal. Wobei bewährt bei den Lilien derzeit womöglich etwas anderes bedeutet als irgendwo sonst; in Freiburg hatten sie ja verloren wie auch gegen die Bayern eine Woche später, beide Male mit 0:1, aber weil dieses Team beide Male auch einem Punktgewinn nahe war, gab es keinen Grund für Veränderungen. Nur das mit dem Toreschießen wollten die Südhessen dringend mal in ihre Leistung integrieren.
Es dauerte eine halbe Stunde lang, bis man eine Idee davon bekam, wie das klappen sollte. Die Hertha, zuletzt mit zwei Niederlagen, hatte bis dahin das Spiel mit kühler, wenngleich harmloser Präzision kontrolliert. Darmstadt wartete an der Mittellinie, stand kompakt und setzte auf Umschaltmomente über die schnellen Außen Marcel Heller und Sandro Sirigu.

Nach der Pause geht’s schnell

Nach einer Flanke von Mario Vrancic bugsierte der Berliner Niklas Stark den Ball knapp am eigenen Tor vorbei – die erste von insgesamt vier guten Darmstädter Chancen vor der Pause. Einmal schoss Kapitän Aytac Sulu die Kugel nach einer Ecke über die Latte (37.), ein zweites Mal unterlief ihm Gleiches mit dem Kopf (43.). Und Jan Rosenthal brachte nicht genug Fuß an eine Flanke (39.).

Das alles sah passabel aus, das alles machte dem SVD Mut für die zweite Hälfte. Doch dann ging alles sehr schnell sehr schief. Erst zirkelte Marvin Plattenhardt einen Freistoß aus fast 30 Metern ins Tor von Michael Esser, hart, genau, unhaltbar (53.). Eine knappe Viertelstunde huschte Salomon Kalou bei einer Freistoßhereingabe Vrancic davon und köpfte das 2:0 für die Berliner (66.).

Die Lilien waren in der Folge bemüht, die achte Bundesliga-Niederlage nacheinander zu verhindern. Aber nur eine halbe Woche nach dem Bayern-Spiel fehlten nicht nur die Kräfte sondern auch die Mittel. Die Einwechselung des Ex-Herthaners Änis Ben-Hatira sorgte nicht für die notwendige Verschärfung der Darmstädter Angriffsversuche, und die Hausherren beschützten ihre Führung mit fast beiläufiger Souveränität. Alexander Esswein gelang beinahe noch der dritte Treffer (84.). Dann war Schluss. Die Lilien-Hoffnung liegt auf dem neuen Jahr. Und einem neuen Trainer.

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