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Darmstadt-Trainer Norbert Meier.

Lilien

Darmstadt trennt sich von Meier und Fach

Einen Tag nach der bitteren Niederlage gegen Hamburg trennt sich Darmstadt 98 von Trainer Norbert Meier und Sportdirektor Holger Fach.

Die fünfte Pleite in Folge mit Fußball zum Abgewöhnen war zu viel: Darmstadt 98 hat sich am Montag von Trainer Norbert Meier und Sportdirektor Holger Fach getrennt. Ramon Berndroth, sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, übernimmt interimsweise das Traineramt, bis ein Nachfolger gefunden ist. Kai Peter Schmitz und Torwarttrainer Dimo Wache sollen ihn dabei unterstützen.

Bereits unmittelbar nach dem 0:2 (0:1) gegen den Hamburger SV am Sonntag hatte die Klub-Führung Bekenntnisse pro Meier vermieden. "Wir werden die Sache jetzt erst einmal sacken lassen und gucken, wie wir den Bock umstoßen", sagte Präsident Rüdiger Fritsch: "Erst einmal überwiegt die Enttäuschung." Draußen auf den Tribünen waren da gerade die "Meier raus!"-Rufe verhallt.

Am Montag folgte der Rauswurf. "Wir sind nach der Analyse zu der Auffassung gekommen, dass wir neue Impulse brauchen, um dem Negativtrend entgegenwirken zu können", sagte Fritsch nun: "Daher haben wir uns für diesen Schritt entschieden."

Die Stimmung war in den vergangenen Tagen gekippt. Zuvor waren die Lilien mehr als drei Jahre auf einem Höhenflug gewesen, der sie von der 3. Liga in die Eliteklasse und in der vergangenen Saison zum sensationellen Klassenerhalt führte. Doch nun verloren die Fans die Lust auf den destruktiven Fußball am Böllenfalltor. Das reine Außenseiter-Dasein war zu wenig - ob mit diesem Kader allerdings mehr möglich ist, ist höchst fraglich.

Fußball zum Abgewöhnen

Meier selbst hatte schon keine Lust mehr auf das leidige Thema. "Ich habe mich da schon vor 14 Tagen geäußert", sagte der 58-Jährige: "Wenn Menschen meinen, ihren Unmut äußern zu müssen, dann ist das für mich in Ordnung." Fach wollte am Montag auch nicht in die Tiefe gehen: "Ich bin offiziell noch Angestellter des Vereins, das ist schwierig", sagte er dem SID.

Angesichts der gebotenen Leistung war die Unzufriedenheit der Fans verständlich. Gegen den HSV brachten die Lilien kaum einen gelungenen Spielzug zustande, das Meier-Team zeigte über 90 Minuten Fußball zum Abgewöhnen - was der Trainer nicht schönzureden versuchte.

"Es ist nichts Neues, dass wir nicht die Mannschaft sind, die es versteht, den Gegner spielerisch aus den Angeln zu heben", sagte Meier, der das Geschäft im Abstiegskampf als ehemaliger Trainer von Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf, Dynamo Dresden und des MSV Duisburg bestens kennt: "Aber kämpferisch und von der Einstellung her kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen."

Ob das am Ende reicht, ist ungewiss. Damals kamen zu Kampf und Leidenschaft noch Spieler, die den viel zitierten Unterschied ausmachen konnten. Top-Torjäger Sandro Wagner beispielsweise spielt jetzt in Hoffenheim - seine Nachfolger erzielten in 13 Spielen ganze elf Tore.

"Die Fans sind enttäuscht, das wäre auch bei jedem anderen Bundesligisten so", sagte Offensivspieler Marcel Heller: "Die Fans zahlen viel Geld, man kann nicht verhindern, dass sie irgendetwas rufen oder sagen. Wir als Mannschaft befassen uns nicht damit." (sid)

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