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Der „legitime Nachfolger“ für Aytac Sulu: Der Darmstädter Trainer Dirk Schuster ernannte Fabian Holland zum neuen Kapitän.

Darmstadt 98

Überirdische Aufgabe

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Darmstadt 98 trifft im ersten Zweitligaspiel des Jahres auf St. Pauli und damit auch einen ganz besonderen Fußballspieler: den Ex-Frankfurter Alex Meier.

Dirk Schuster wusste schon, was auf ihn zukommen würde, also sprach er es kurzerhand lieber selbst an. Unaufgefordert huldigte der Cheftrainer des SV Darmstadt 98 bei der Pressekonferenz vor dem heutigen Heimspiel gegen den FC St. Pauli (20.30 Uhr) dem Fußballgott. „Alex Meier“, fing Schuster an, „ist ein überragender Stürmer aus der Bundesliga, der weiß, wo das Tor steht.“ Ihn dürfe man nicht eine Sekunde lang aus den Augen verlieren.

Bekanntlich ist Alex Meier, dem bei Eintracht Frankfurt von Jahr zu Jahr von den Fans ehrfurchtsvoll immer mehr das Irdische abgesprochen wurde, seit über einem halben Jahr nicht mehr in der Bundesliga am Ball. Neuerdings, seit dem 6. Januar, um genau zu sein, steht der lange Schlacks in Diensten des Hamburger Zweitligaklubs aus dem Stadtteil St. Pauli.

Und das durchaus erfolgreich. Zweimal hatte der 36-Jährige in der Vorbereitung getroffen und wird daher ziemlich sicher auch am Darmstädter Böllenfalltor für die Gäste vom Millerntor zum Einsatz kommen - ob von Anfang an oder erst im Laufe des Spiels, das ließ Pauli-Trainer Markus Kauczinski offen. Er sagte nur: „Alex kann anfangen und geht nach 60, 70 Minuten runter. Oder er kommt später erst rein.“ Nun gut, also alles möglich. Für Gegenüber Schuster jedenfalls steht fest: „Ich glaube, dass Alex Meier eine Rolle spielen könnte.“

Freilich wünschen sie sich bei den auf Rang 13 platzierten Darmstädtern, dass diese knapp 30 Kilometer von Meiers ehemaliger fußballerischer Heimat entfernt nur eine Nebenrolle sein wird. Einen Einsatz, das ist klar, werden sie bei den Lilien nicht verhindern können, sehr wohl aber einen Torerfolg des Überirdischen aus dem Fußballhimmel.

Lilien mit neuer Innenverteidigung

Insbesondere obliegt diese Aufgabe dem neuen Darmstädter Duo in der Innenverteidigung: Marcel Franke und Immanuel Höhn. Nach dem überraschenden Abflug von Kapitän Aytac Sulu in die dritte türkische Liga sind die beiden langen Kerle in der Mitte der Abwehr gesetzt. Der 27-jährige Höhn, in der Hinrunde nur sporadisch zum Einsatz gekommen, sieht seine Mannschaft trotz des Verlustes ihres Anführers gut aufgestellt. Man habe in der Vorbereitung gemerkt, „dass jeder Spieler ein Stück weit mehr aus sich herausgekommen ist und Verantwortung übernommen hat. Wenn wir auf dem Weg so weitermachen, dann können wir das auffangen.“

Während die Position von Sulu heute Abend also der gebürtige Mainzer Höhn übernehmen wird, wechselt die Kapitänsbinde an den Arm von Linksverteidiger Fabian Holland. Der 28-Jährige, der seine fünfte Saison für die Lilien bestreitet, sei laut Trainer Schuster der „legitime Nachfolger“. Schließlich habe die Mannschaft schon vor der Saison Holland zu Sulus Stellvertreter in den Mannschaftsrat gewählt. „Die Entscheidung für Fabi war also die logische Konsequenz“, so der Trainer.

Logisch ist auch, dass gegen den Tabellendritten aus Hamburg Neuzugang Victor Palsson zu seinem Debüt im Lilien-Dress kommen wird. Der großgewachsene, defensive Mittelfeldmann, der im Winter aus der Schweiz vom FC Zürich ins Hessenland gelotst wurde, hinterließ in der Vorbereitung einen starken Eindruck. Der Isländer war sofort integriert, dirigierte seine Kollegen auffällig lautstark und zeigte überdies auch fußballerisch vielversprechende Ansätze. Etwas, das den Darmstädtern in der Hinrunde doch arg abgegangen war.

Aller Voraussicht nach wird Palsson gegen St. Pauli an der Seite des Ur-Darmstädters Yannik Stark beginnen, da die anderen beiden etatmäßigen Abräumer vor der Abwehr, Slobodan Medojevic (Fußprobleme) und Tobias Kempe (leichte Gehirnerschütterung), laut Coach Schuster „sehr fraglich sind“. Sören Bertram, neuer Mann von Erzgebirge Aue für die Außenbahn, muss vorerst wohl auf der Bank Platz nehmen.

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