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Sandro Sirigu beim Abklatschen mit den Fans vom Darmstadt 98. 

Darmstadt 98

Sandro Sirigu verlässt die Lilien

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Darmstadt 98 und Fanliebling Sandro Sirigu gehen getrennte Wege, wollen aber Freunde bleiben. Vier weitere Lilien-Spieler verlassen den Klub.

Selten ist es ein schöner Moment, eine langjährige Beziehung für beendet zu erklären. Oft vermischen sich da Trauer und Enttäuschung zu einem unangenehmen Cocktail, manchmal kommt auch Wut auf den anderen dazu, den vermeintlich Schuldigen dieser in die Brüche gegangenen Beziehung. In besseren Fällen, wenn beide Seiten gleichermaßen erkennen, dass es trotz der jahrelangen, inniger Zuneigung keinen Sinn mehr miteinander macht, huschen stattdessen die tollen Erinnerungen noch einmal rasch vorbei. Erinnerungen an die guten Tage, an die für immer verbindenen Erlebnisse. Zwischen Sandro Sirigu und dem SV Darmstadt 98 gibt es solche zuhauf.

Sirigu, 30 Jahre alt, in Ulm geboren und zurzeit in seiner sechsten Saison für den Zweitligisten am Ball, erlebte die ganze Palette an Gefühlswallungen beim SV 98. Das Drama von Bielefeld, als die Darmstädter 2014 in letzter Minute den Aufstieg in Liga zwei schafften, ein Jahr später der sensationelle Durchmarsch in die Bundesliga. Dort sein Premierenspiel ausgerechnet beim großen FC Bayern, sogar von einer eigenen Vorlage gekrönt. Später noch einmal eine siegbringende Bogenlampen-Bude im Hessenderby gegen Eintracht Frankfurt sowie der Abstieg in die zweite Liga, das lange Bibbern um den dortigen Klassenerhalt. Viel Auf und ein bisschen Ab. Nun nähert sich das Ende.

Nun gaben Klub und Spieler die einvernehmliche Trennung zum Saisonende bekannt, sie wollen Freunde bleiben. „Ich werde mein Leben lang die Lilie nicht nur auf der Haut, sondern auch im Herzen tragen“, sagte Sirigu, dessen Vertrag ausläuft: „Meine Verbundenheit zum Klub ist riesig, aber in den vergangenen Monaten ist in mir der Gedanke gereift, noch einmal eine neue sportliche Herausforderung suchen zu wollen.“

Das lag zuvorderst daran, dass der rechte Außenbahnspieler, meist defensiv und ab und an offensiv eingesetzt, zwar bei den Fans höchst angesehen und als Publikumsliebling gefeiert wurde, bei seinen Trainern, erst Dirk Schuster, dann Dimitrios Grammozis, aber nur noch selten zum Einsatz kam. 19 Mal durfte Sirigu in dieser Saison zwar noch ran, meist waren es aber Kurzeinsätze. „Sandro hat große Verdienste um den SV 98 erbracht, die wir ihm nie vergessen werden. Er hat sich vom ersten Tag an mit unseren Werten identifiziert und die Lilie immer mit Stolz getragen“, sagte Vereinspräsident Rüdiger Fritsch.

Sportdirektor Carsten Wehlmann bezeichnete Sirigu als „Aushängeschild des Vereins“. Am Sonntag (15.30 Uhr) beim letzten Spiel der Saison, dem Heimauftritt gegen Erzgebirge Aue, soll Sirigu gebührend verabschiedet werden. „Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, um diesen Schritt zu vollziehen“, sagte er selbst.

Darmstadt 98 trennt sich von insgesamt fünf Spielern

Die Trennung von Sandro Sirigu ist indes nur eine von fünf, die die Lilien gestern bekanntgaben. Auch die Verträge von Mittelfeldabräumer Slobodan Medojevic, Offensivmann Selim Gündüz sowie der beiden Ersatztorhüter Rouven Sattelmaier und Igor Berezovskyi werden nicht verlängert. Zwei weitere Jahre bleiben wird dagegen die Nummer zwei zwischen den Pfosten, Florian Stritzel. „Nach dem feststehenden Klassenerhalt war es uns wichtig, zeitnah Gespräche zu führen, damit alle Profis noch vor Saisonende Planungssicherheit haben“, sagte Sportdirektor Wehlmann.

Während der erst vergangenen Sommer verpflichtete und am Knie verletzte Gündüz ohne Einsatz die Lilien wieder verlässt, kam auch die Trennung von Medojevoic nicht ganz überraschend. Der ehemalige Frankfurter weist zwar gehobene Zweitligaqualität auf, der 28-Jährige ist aber schlicht zu oft verletzt. Als Besserverdiener im Kader kam er diese Saison nur auf 15 Einsätze.

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