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Prominenter Abgang bei den Lilien: Aytac Sulu.

Darmstadt 98

Darmstadt will bessere Rückrunde

Tabellarisch liegt der SV Darmstadt 98 im Soll, aber sportlich war der bisherige Saisonverlauf nicht zufriedenstellend.

Wenige Tage vor dem Start in die zweite Saisonhälfte klaffen bei Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 noch einige Lücken. Ganz offensichtlich ist das die inzwischen weitgehend abgetragene Gegengerade im Stadion, an deren Stelle eine neue Tribüne entsteht. Aber auch im Kader gibt es noch zwei unbesetzte Planstellen. Diese sollen jedoch bis zum ersten Pflichtspiel des Jahres am Dienstag (20.30 Uhr/Sky) gegen den FC St. Pauli geschlossen sein.

Nach 18 von 34 Spielen liegt der Verein tabellarisch im Soll, hat als 13. sechs Punkte Abstand zum Relegationsplatz. Doch die Leistungen waren mit zwei Sieglos-Serien von jeweils sechs Spielen sowie dem blamablen 2:6 beim SC Paderborn zum Jahresende alles andere als befriedigend.

So wurde in der Winterpause das Ziel für die Spielzeit 2018/19 modifiziert: Statt einer sorgenfreien Saison wie im Sommer ausgegeben will man nun eine bessere Rückserie spielen als die Hinserie. Das betonen Trainer Dirk Schuster und Vereinspräsident Rüdiger Fritsch.

Fritsch, normalerweise ein Mann markiger Worte und handfester Vergleiche, bemühte auf dem Neujahrsempfang des Vereins am Donnerstag für die aktuelle Situation gar den Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer: „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.“

Sportlich gefestigt

Der Stadionneubau, die Schaffung professioneller Vereinsstrukturen und das Ziel, sich dauerhaft als Zweitligist zu etablieren – das sind die Herausforderungen, mit denen sich die Lilien derzeit konfrontiert sehen. „Wir stellen jetzt die Weichen dafür, dass Darmstadt 98 nicht mehr für Jahrzehnte wieder in der Versenkung verschwindet“, sagt Fritsch.

Natürlich sei man mit dem Ertrag der Hinrunde nicht zufrieden, betont der Präsident. „Aber lasst uns positiv sein, lasst uns nach vorne denken“, appelliert er mit Blick auf die wachsende Unzufriedenheit im Umfeld und fügt an: „Ich beschwöre die Geschlossenheit der Lilien-Familie, die uns die letzten Jahre zusammengehalten hat.“

Sportlich präsentierte sich die Mannschaft in der Wintervorbereitung gefestigt. Trotz des Abgangs von Kapitän und Abwehrchef Aytac Sulu - er wechselte zum türkischen Drittligisten Samsunspor – gab es in den vier Testspielen nur zwei Gegentore. Allerdings gelangen auch nur fünf Treffer gegen Teams, die überwiegend in schwächeren Ligen spielen. Auf jeden Fall gut für das Selbstbewusstsein war da die kleine Revanche im Testspiel gegen den SC Paderborn, das am Dienstag 2:1 gewonnen wurde.

Mit Offensivspieler Sören Bertram (Erzgebirge Aue) und dem isländischen Defensivmann Victor Pálsson (FC Zürich) wurden zwei neue Spieler geholt. Abgeschlossen sind die Personalplanungen damit aber noch nicht. Für Sulu soll ein weiterer Innenverteidiger kommen. Außerdem wünscht sich Schuster einen Rechtsverteidiger, weil diese Position zuletzt immer wieder ein Schwachpunkt war.

„Da sind wir in den Gesprächen ziemlich weit, ohne da Namen nennen zu wollen“, sagte Schuster. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir das in den nächsten Tagen hinbekommen, um dann eine oder zwei Alternativen mehr für das erste Punktspiel zu haben.“ (dpa)

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