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Der Darmstädter Serdar Dursun (l) im Zweikampf mit David Pisot.

Darmstadt 98

Darmstadt 98: Nass und bedröppelt

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1:1 mit frühen Toren – Darmstadt 98 will auch gegen den Karlsruher SC kein Sieg in der zweiten Liga gelingen. Damit sind die Lilien seit sieben Spielen sieglos.

Für Freitagabende dieser Art muss es erfunden worden sein, das Böllenfalltorstadion in Darmstadt. Das Flutlicht schien und es regnete in Strömen, und auf der Gegengerade bildeten die Menschen ein buntes Mosaik aus Schirmen und Regenjacken. Nur unten, auf dem Rasen, gelang es den Darmstädter Fußballern dann nicht, das Bölle-Erlebnis vollends abzurunden. Gegen den Karlsruher SC gab es ein 1:1 (1:1). Damit warten die Lilien seit sieben Spielen auf einen Sieg.

„Wir sind enttäuscht, dass wir nicht die drei Punkte mitnehmen“, sagte Darmstadts Trainer Dimitrios Grammozis, der seinem Team „keinen Vorwurf“ machen wollte: „Wir haben gegen einen guten Gegner ein gutes Spiel gemacht.“

Die Lilien bleiben sich treu

Die Darmstädter waren sich und ihrem neuen Weg trotz der schon brenzligen Tabellensituation treu geblieben. Der Gegner soll auch bespielt werden, nicht ausschließlich bekämpft. Dem Gegner aus Karlsruhe war das durchaus recht, der Aufsteiger lässt sich ja gerne bespielen und kontert sorgsam, wenn die Zeit reif ist.

Es war deshalb, um den KSC aus seiner Komfortzone zu locken, eine gute Idee von den Darmstädter, bereits in der vierten Minute nach einer Ecke in Führung zu gehen, Innenverteidiger Dario Dumic drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Keine gute Idee war indes, wenig später schon den Ausgleich zuzulassen, ebenfalls nach einer Ecke. KSC-Torjäger Philipp Hoffmann traf per Kopf (7.), und die Gäste konnten sich sogleich wieder in der eigenen Hälfte verkriechen.

Es regnete, und es regnete Tore, und als es zwischenzeitlich aufhörte zu regnen, geschah auch in den beiden Strafräumen nichts mehr. Der südkoreanische Neuzugang Seungho Paik, der im 4-2-3-1 der Lilien erstmals im offensiven Mittelfeld ran durfte, ließ mehrfach seine spielerische Begabung aufblitzen, und einmal, nach einer schönen Drehung um sich selbst und um den Gegenspieler, schoss er den Ball nicht weit übers Tor (38.).

Viel Ballbesitz zur Pause

Techniker Paik, der einst beim FC Barcelona die kostbare Ausbildung des Nachwuchshauses La Masia genoss, gab in einer variabel gestalteten Offensive den Taktgeber. Er wich immer wieder auf den linken Flügel aus, von wo dann Marvin Mehlem ins Zentrum rochierte, der übrigens beim Karlsruher SC ausgebildet wurde, was vielleicht nicht ganz so kostbar ist. Das ambitionierte Darmstädter Kurzpassspiel, das so in der KSC-Hälfte entstand, sah gefällig aus, aber rund um den Strafraum fehlte der entscheidende Zug, der letzte Pass oder schon der vorletzte. Karlsruhe konterte, ohne sich groß mit so etwas wie Passspiel aufzuhalten, und plötzlich lief Hoffmann auf den Lilien-Torwart Florian Stritzel zu, sein Schuss verfehlte aber das Tor (42.).

Ein Treffer nach einer Ecke, einer nach einem Konter: Das hätte den Gästen so gepasst.

Um all dem Ballbesitz, den Darmstadt hatte, 69 Prozent zur Pause, mehr Sinn zu verleihen, brachte Grammozis den schnellen Flügelmann Tim Skarke für Mittelfeldtraktor Yannick Stark. Der Lilien-Auftritt sollte direkter werden, und er wurde es auch zunächst. Marcel Heller kam nach einem herrlichen Gegenstoß zur Chance aufs 2:1, aber KSC-Torwart. Benjamin Uphoff parierte. Bald jedoch verwitterte die Begegnung in ein doch sehr gewöhnliches Zweitligaspiel, mit vielen Zweikämpfen und wenig Spielfluss.

Glück hatten die bis zum Ende bemühten Darmstädter, als ein abgefälschter Schuss von Marc Lorenz an den Pfosten tröpfelte (79.). Pech, als Serdar Dursun zwar ins Tor traf, 89. Spielminute, dabei aber im Abseits stand, und so gingen die Lilien-Fans nicht nur ziemlich nass nach Hause. Sondern auch leicht bedröppelt.

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