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Trainer Dimitrios Grammozis von Darmstadt 98.

Darmstadt 98

Lilien haben jetzt schon neue Saison im Fokus

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Vor dem letzten Spiel gegen Erzgebirge Aue richten sich die Blicke bei Darmstadt 98 längst auf kommende Saison. 

Seit zehn Spielen ist Dimitrios Grammozis für den SV Darmstadt 98 zuständig, Ende Februar hatte der 40-jährige Deutsch-Grieche den in der Mannschaft nicht mehr wohlgelittenen Dirk Schuster als Trainer des Fußball-Zweitligisten abgelöst. Und seitdem am Böllenfalltor mächtig Eindruck hinterlassen. Klar, die reinen Zahlen von Grammozis vor dem letzten Saisonspiel am Sonntag (15.30 Uhr) zu Hause gegen Erzgebirge Aue sind nicht herausragend, diese Einordnung wäre übertrieben, gut genug sind sie aber allemal. Fünf Siege, zwei Remis, drei Niederlagen brachten den Südhessen den Klassenerhalt am drittletzten Spieltag und dem Coach einen starken Start in seine Profitrainerlaufbahn ein.

Derart stark, dass selbst der Hamburger SV diese Woche darüber nachgedacht haben soll, seinen Ex-Spieler (40 Einsätze) kommende Saison zum Nachfolger von Hannes Wolf zu machen. Dies berichtete zumindest der „Kicker“. Demnach soll HSV-Sportchef Ralf Becker ein Fan von Grammozis‘ Arbeit sein. Bereits vor einem Jahr, als Becker noch in Kiel als Geschäftsführer und Grammozis in Bochum als Jugendtrainer angestellt waren, habe es einen regen Austausch zwischen den beiden gegeben.

Nun ist es freilich eher unwahrscheinlich, dass Grammozis kommende Saison ein anderes Team als den SV 98 trainieren wird. Zum einen, so hört man, findet Becker nicht genügend Verbündete beim HSV für Grammozis, zum anderen betont dieser stets, wie sehr es ihm in der Wissenschaftsstadt gefällt. „Darmstadt 98 steht für etwas, was mich besonders reizt“, sagte Grammozis, dessen Vertrag noch bis 2020 läuft, vor ein paar Wochen im FR-Interview: „Diese DNA des Vereins, gemeinsam hart zu arbeiten, das passt zu mir.“ Gestern schlug er ähnliche Töne an, wollte das Gerücht zwar erst nicht kommentieren, schob dann aber hinterher: „Jeder weiß, dass ich mich in Darmstadt sehr wohlfühle.“ Wäre das also geklärt.

Glücklich dürfen sich auch die Bosse am Bölle schätzen, dass Grammozis für sie arbeitet. Denn neben dem Klassenerhalt, der Grundvoraussetzung für jegliches weitere Handeln, ist es dem Kaffeetrinker, der am Tag auch mal acht, neun Tassen schlürft, vor allem gelungen, den Darmstädter Spielstil wieder attraktiv zu machen. Überspitzt formuliert: Es wird nicht mehr nur Fußball gebolzt, wie unter Schuster, sondern Fußball gespielt.

Um diese positive Entwicklung voranzutreiben, wird es im Sommer einen Schnitt im Kader geben. Bei fünf Profis wurde in den vergangenen Tagen der Abschied bereits verkündet (unter anderem Sandro Sirigu und Slobodan Medojevic), die Leihe von Tim Rieder (FC Augsburg) wird nicht verlängert. Zudem will Abwehrchef Marcel Franke, ebenfalls ausgeliehen, zu seinem gerade in die Premier League aufgestiegenen Stammverein Norwich City zurück.

Auch haben Profis wie Torjäger Serdar Dursun, Spielmacher Marvin Mehlem oder Torhüter Daniel Heuer Fernandes bei anderen Klubs Interesse geweckt. Fix ist auf der anderen Seite bisher nur die Verpflichtung des 24-jährigen Flügelstürmers Erich Berko (Dynamo Dresden), weitere Neue sollen „zeitnah“, so Grammozis, kommen. „Ich bin froh, dass wir bereits eine gute Basis für die neue Saison haben. Darauf wollen wir punktuell aufbauen.“

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