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Trainer Dimitrios Grammozis.

Sv Darmstadt 98

Entspannte Darmstädter

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Die Lilien starten gelöst in den Auswärtsdoppelpack in Fürth und Magdeburg.

Der nächste harte Einschnitt also beim SV Darmstadt 98, die Lilien-Fans haben es derzeit wirklich nicht leicht. Zwei Demontagen haben sie in diesem Jahr schon miterleben müssen, nach dem Abriss der guten, alten Gegengerade erwischte es bald darauf den ähnlich monumentalen Cheftrainer Dirk Schuster. Am vergangenen Montag nun verkündeten die Lilien per Pressemitteilung eine weitere tiefgreifende Veränderung, die das Innerste des Klubs touchiert: Die legendäre Einlaufmusik im Böllenfalltorstadion muss dran glauben.

„Die Sonne scheint“ von Alberto Colucci gehört zum Stadionerlebnis in Darmstadt genauso dazu wie die Bratwurst vom Schwenkgrill vor der Haupttribüne. In den restlichen drei Heimspielen der laufenden Saison, verkündete der Klub, werde der Klassiker durch einen Remix ersetzt. Präsident Rüdiger Fritsch: „Untermalt mit dem Sirtaki, der auch eine Verbindung zu unserem Cheftrainer herstellt, entsteht nochmal ein ganz neues Feeling, das sicherlich für beste Laune auf den Rängen sorgen wird.“

Ach, übrigens: April, April.

Natürlich wird sich niemand am Darmstädter Vereinslied vergreifen. Dass die Lilien sich aber tatsächlich veranlasst sahen, eine einseitige Pressemitteilung als Scherz zu verschicken am Montag, 1. April, unterstreicht, wie entspannt die Situation rund ums Bölle gerade ist. Für ein ganz neues Feeling und beste Laune auf den Rängen hat ja schon der Fußball gesorgt, den der Zweitligist unter dem neuen Coach Dimitrios Grammozis spielt. Mit sieben Punkten aus den zurückliegenden drei Partien hat sich die Elf ins Mittelfeld der Tabelle abgesetzt.

Schwache Auswärtsbilanz

„Wir wollen die positive Welle mitnehmen“, hat Angreifer Serdar Dursun in dieser Woche gesagt. Zwei Auswärtsspiele stehen an, am Sonntag (13.30 Uhr) geht es zur SpVgg Greuther Fürth, Dursuns Ex-Klub, der als Tabellenelfter einen Punkt mehr auf dem Konto hat als die Lilien auf Rang zwölf. In der Woche drauf steht das Spiel in Magdeburg an.

Schwierige Aufgaben, zumal die Darmstädter auf fremdem Terrain grundsätzlich schwächeln in dieser Saison. In der Auswärtstabelle sind die Südhessen Vorletzter, neun Punkte. Auch an Dursun selbst lässt sich die Problematik ablesen, denn der 27-jährige Deutsch-Türke hat neun seiner zehn Tore am heimischen Böllenfalltor erzielt. „Wir waren auswärts halt generell nicht so gut bisher“, und natürlich wolle man nun zeigen, dass es besser geht. Dem Feeling und der Laune wäre das in Darmstadt sicherlich nicht abträglich.

Trainer Grammozis verwies unterdessen darauf, dass die positiven Ergebnisse ein Verdienst aller Spieler seien. „Ich habe das Gefühl, dass in der letzten Zeit immer nur über zwei, drei Spieler bei uns gesprochen wird“, sagte er. Spieler wie Dursun oder auch Marvin Mehlem. „Das ist ein bisschen ungerecht gegenüber den anderen Jungs.“ Die Zeit der Scherze war da längst vorbei.

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