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Vorlagengeber herzt Siegtorschütze: Felix Platte nimmt Serdar Dursun (vorne) in den Arm, links Winterneuzugang Sören Bertram.

SV Darmstadt 98

Darmstadt spielt wieder wie Darmstadt

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Die Lilien scheinen nach dem Sieg gegen St. Pauli auf einem guten Weg - am Freitag soll dieser in Duisburg fortgesetzt werden.

Als die turbulenten Schlussminuten durch den späten Siegtreffer von Serdar Dursun gekrönt waren, als die Fußballprofis des SV Darmstadt 98 ihre treuesten Anhängern nach dem 2:1-Heimerfolg gegen den FC St. Pauli per Handschlag am Zaun persönlich nach Hause verabschiedet hatten, da blies Dirk Schuster in den Katakomben des Stadions am Böllenfalltor die Backen zweimal kräftig auf. Der Trainer des Zweitligisten war sichtbar erleichtert. In Schusters Worten hörte sich das kurz darauf dann so an: „Sehr, sehr happy“ sei er, natürlich auch „sehr glücklich“ und „sehr zufrieden“. Man habe das Spiel von der ersten Minute „sehr gut angenommen“.

Vom Coach der Lilien, das war offensichtlich, war eine ganze Menge an Last abgefallen. Sechs Spiele ohne Sieg, dazu die 2:6-Klatsche in Paderborn vor Weihnachten, der Abgang von Kapitän Aytac Sulu - all das hatte das Nervenkostüm des 51-Jährigen doch arg gereizt. Zwar betonten die Verantwortlichen vor dem Jahresauftakt gegen St. Pauli stets, dass die Vorbereitung eine gute gewesen sei, auch, dass man zuversichtlich sei, eine bessere Rück- als Hinrunde hinzulegen. Letztlich waren das aber alles Aussagen, die wohl jeder Verantwortliche, ob nun in erster, zweiter oder achter Liga, in einer solchen Situation getroffen hätte. Eine gewisse Unsicherheit war nicht wegzureden.

Mathias Wittek verstärkt die Abwehr

Nach den 90 Minuten gegen den Aufstiegsaspiranten aus St. Pauli kann nun festgehalten werden: Die Lilien haben ihre erste Prüfung bestanden, sie scheinen auf einem guten Weg, den Worten auch Taten folgen zu lassen. „Die Mannschaft hat alles in die Waagschale geworfen“, sagte Schuster, „das war ein bisschen Darmstadt 98, wie man es kennt.“ 1:1-Schütze Marcel Heller äußerte sich ähnlich: „Das war Darmstadt 98. Wir haben Kompaktheit gezeigt.“

Leidenschaftlich, lauf- und zweikampfstark, kompromisslos, geradlinig - so gingen die Darmstädter zu Werke. Sie ließen hinten wenig zu - nur zehn Minuten vor und fünf nach der Pause wirkte das defensive Gebilde zerbrechlich. Und vorne nutzten sie ihre Gelegenheit eiskalt. Klar, spielerisch war das kein Griff ins Feinkostregal, den Zuschauern gefiel es aber sehr wohl, wie ihr Team den Ball ins Tor arbeiteten. Erst Heller in der 81. und dann Dursun in der 89. Minute trafen, nachdem die Kollegen das Spielgerät vorher zu ihnen gewurschtelt hatten.

Nun haben die Hessen nach 19 Spielen 22 Punkten gesammelt. Das ist kein Zählerstand, auf dem es sich gemütlich gemacht werden kann. „Wir müssen diese Leidenschaft und Mentalität jede Woche auf den Platz bringen“, forderte Heller und zielte auf die nächste Partie am Freitag (18.30 Uhr) ab. Dann gastieren die Hessen beim MSV Duisburg, dem Tabellenletzten, der nach der 1:2-Pleite in Bochum unter Zugzwang steht. „Duisburg wird alles reinballern, da müssen wir dagegenhalten“, so Heller: „Dass wir das können, haben wir nun gezeigt. Wir haben Qualität in unseren Reihen.“

Neuerdings auch die von Mathias Wittek. Der 29-jährige Innenverteidiger unterschrieb gestern einen Vertrag bis Ende Juni 2021. Wittek stand zuletzt beim Ligakonkurrenten 1. FC Heidenheim unter Vertrag, für die er seit 2011 insgesamt 191 Pflichtspiele absolvierte. „Er weiß genau um die Anforderungen der Liga“, sagte Trainer Schuster. In dieser Saison verlor Wittek nach einer Verletzung zu Saisonbeginn seinen Stammplatz in Heidenheim und kam daher nur zu sechs Einsätzen.

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