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Alles nur Schall und Rauch.

Darmstadt 98

Kurzzeitig benebelt

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Darmstadt 98 macht in Sandhausen ein gutes Auswärtsspiel - und steht beim 0:1 am Ende doch ohne Punkt da. Die Chancenverwertung ist schlecht, das Abwehrverhalten in einem entscheidenden Moment ungenügend.

Noch war kein schwarzer Qualm aus dem Darmstädter Fanblock in den Darmstädter Strafraum geweht, das geschah erst vier Minuten später. Es muss also eine andere, irgendwie innere Form der Umnebelung gewesen, welche die Lilien-Verteidigung erfasste kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit. Am Ende einiger Chaossekunden mit mehreren geblockten Schüssen war es schließlich Victor Palsson vorbehalten, sich entscheidend düpieren zu lassen, und Erik Zenga stürmte an ihm vorbei und erzielte per Flachschuss das 1:0 für den SV Sandhausen, 47. Spielminute.

1:0 - das war dann auch der Endstand. Eine letzte Freistoßflanke von Yannick Stark wurde in der Nachspielzeit geklärt von der Heimelf, ehe das dritte sieglose Spiel ohne eigenen Torerfolg der Lilien in Folge feststand. Der Isländer Palsson hatte seinen Freitagabend abgerundet, indem er nach einer knappen Stunde mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde nach einem taktischen Foul an Landsmann Rurik Gislason. Und während der SV Sandhausen mit nun zehn Punkten nach fünf Spieltagen erst einmal auf Rang zwei der Zweiten Fußball-Bundesliga kletterte, steht der SV Darmstadt mit halb so vielen Punkten auf Platz zwölf, mit Kontakt zum unteren Tabellenbereich.

Auch in Unterzahl gut dabei

Dabei hatte sich die Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis nicht nur viel vorgenommen, sondern auch erfrischend offensiv begonnen. Ein paar tausend Gästefans waren mitgekommen auf die kurze Reise ins Hardtwaldstadion, und während sie in ihrer Ecke ordentlich vor sich hin lärmten, stürmten die Lilien drauf los.

Marvin Mehlem verpasste bereits nach 22 Sekunden die Führung, genau wie Marcel Heller (7.), Patrick Herrmann (8.) und Fabian Schnellhardt (9.). Mehlem beendete mit einem zu hoch angesetzten Kopfball das Darmstädter Chancengewitter der ersten zehn Minuten. Erst danach sah sich Sandhausen in der Lage, an diesem Fußballspiel teilzunehmen – wenngleich Heller (37.) und Serdar Dursun (41.) vor der Pause weitere gute Chancen für die Gäste hatten.

Grammozis hatte eine im Vergleich zu den zurückliegenden Spielen um Längen bessere Angriffsleistung seiner Mannschaft auch dadurch initiiert, dass er das zentrale Mittelfeld mit dem Spielgestalter Schnellhardt besetzte. Ein Plan, der aufzugehen schien, bis durch Palssons Hinausstellung alle Pläne überholt waren.

Tatsächlich hielten die Lilien aber auch in Unterzahl gut mit. Auf der Tribüne saß Präsident Rüdiger Fritsch und knabberte nervös an seinem kleinen Finger, auf dem Platz brachten vor allem die Hereingaben des für Heller eingewechselten Mandela „Manni“ Egbo Gefahr. Verteidiger Dario Dumic verpasste die beste Ausgleichschance, sein Schuss wurde geblockt (88.).

„Wir haben in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht. Die Körpersprache war gut, wir haben viele Chancen kreiert“, sagte Grammozis: „Das Gegentor hat uns dann kalt erwischt. Und uns hat die Kaltschnäuzigkeit gefehlt, die hatte uns Sandhausen voraus.“

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