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Zu zweit vornweg: Darmstadts Sportdirektor Carsten Wehlmann (links) und Trainer Torsten Lieberknecht.
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Zu zweit vornweg: Darmstadts Sportdirektor Carsten Wehlmann (links) und Trainer Torsten Lieberknecht.

Darmstadt 98

„Dafür sind wir ehrgeizig genug“

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Darmstadts Sportdirektor Carsten Wehlmann spricht im FR-Interview über eine Zweitligasaison mit schwierigen Vorzeichen, die ewige Trainersuche und eine Zehn-Millionen-Euro-Frage.

Herr Wehlmann, die Vorbereitung von Darmstadt 98 auf die Zweitligasaison war kompliziert mit all den personellen Veränderungen. Hinzu kamen Verletzungen zu Beginn, jetzt noch Corona-Fälle. Stellen Sie sich darauf ein, einen schwierigen Saisonstart moderieren zu müssen?

Ich finde, wir haben die Situation mit allen Unwägbarkeiten gut angenommen, auch ganz aktuell mit den drei Corona-Fällen in unserem Team. Wir nehmen die Herausforderungen in der Vorbereitung an und wollen trotzdem mit etwas Zählbarem in die Saison starten. Wir freuen uns auf den ersten Spieltag vor unserem Heimfans. Sie werden und müssen uns angesichts der aktuellen Situation auch ein Stück weit tragen.

Das Team hat viele Schlüsselspieler verloren, auch der Trainer ist gegangen. Trotzdem sagen Sie: Wir wollen in etwa so gut sein wie in den vergangenen beiden Jahren mit Platz fünf und sieben. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

Diese Situation ist ja nicht neu für Darmstadt 98. Es ist eine Herausforderung, die wir kennen aus der Vergangenheit. Wir sind ehrgeizig genug, zu sagen, wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen, auch trotz der in diesem Jahr besonders starken Konkurrenz und teilweise namhafter Abgänge. Torsten Lieberknecht hat uns als ambitionierten Underdog bezeichnet, diese Begrifflichkeit finde ich gut.

Aber gibt die sportliche Konstellation diese Ambition auch her? Die Neuzugänge kommen aus kleineren Ligen, die insgesamt eher nicht das Niveau der Zweiten Bundesliga haben, Österreich, Dänemark, Slowakei, Dritte Liga Deutschland.

Drei Corona-Fälle

Darmstadt 98 hat wenige Tage vor dem Saisonstart über drei Corona-Fälle im eigenen Team informiert. Die Spieler hätten sich mit sofortiger Wirkung isoliert, hieß es in einer Vereinsmitteilung der Hessen vom Mittwoch. Alle weiteren Ergebnisse „im Zuge der engmaschigen PCR-Testungen“ seien negativ ausgefallen, teilten die Lilien mit. Die Auftaktpartie gegen Jahn Regensburg am Samstag (13.30 Uhr/Sky) sei nach derzeitigem Stand nicht gefährdet, weil der Verein „genügend Spieler“ aufbieten könne.
Offen ist noch, ob sich weitere Profis in Quarantäne begeben müssen, weil sie Kontaktpersonen sind. Der Zweitligist hat sich nach eigenen Angaben proaktiv entschieden, von einer Quarantäne bedrohte Spieler vom Mannschaftstraining abzuziehen und ebenfalls in die Isolation zu schicken. Die Namen der betroffenen Profis wurden nicht genannt. dpa

Die Jungs, die uns jetzt verlassen haben, haben sich auch erst einmal entwickeln müssen. Das ist der Weg, den wir eingeschlagen haben und von dem wir überzeugt sind. Es wird immer so sein, dass Leistungsträger den Verein wechseln, diesmal allen voran Serdar (Dursun, d. Red.) und Victor (Palsson, d. Red.). Und wir als Darmstadt 98 sind dann eben nicht in der Lage, Spieler aus der Bundesliga zu verpflichten. Also müssen wir Spieler suchen, die sich dort hin entwickeln können. Aus welcher Liga die kommen, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass wir von ihrer Qualität überzeugt sind. Es ist richtig, dass die externen Erwartungen im Vergleich zu den Vorjahren in diesem Jahr geringer sind. Aber wir wollen die Erwartungen übertreffen und ganz bewusst mutig agieren.

Fühlen Sie sich manchmal eigentlich wie ein Schnäppchenjäger? Bei zehn Neuverpflichtungen war nur beim Österreicher Nemanja Celic (kam von WSG Tirol) eine Ablöse fällig.

Wir haben ja Transfererlöse erzielt, durch den Verkauf von Victor Palsson nach Schalke, aber auch dadurch, dass Markus Anfang nach Bremen gegangen ist. Und dann geht es für uns darum, das Geld sinnvoll zu reinvestieren. Das Gesamtpaket muss stimmen, gerade in Corona-Zeiten.

Abgänge, Zugänge, auch der Trainer ist wieder mal ein anderer. Macht es Ihnen Spaß, den Stein jedes Jahr aufs Neue den Berg hochzurollen, oder sehnen Sie sich nach Kontinuität?

Die wünsche ich mir in allen Bereichen, ein paar ruhigere Tage dahingehend hinsichtlich der Trainer-Thematik wären auch mal nicht schlecht (lacht). Aber Veränderungen gehören zum Geschäft und zu den Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Was die Trainer anbelangt, ist es ja auch so, dass ich zum Glück nicht einen entlassen musste, seit ich hier Sportdirektor bin. Die, die gegangen sind, sind jetzt bei Schalke 04 (Dimitrios Grammozis, d. Red.) und Werder Bremen (Markus Anfang, d. Red.). Gute Leistungen wecken Begehrlichkeiten, das ist bei Spielern so und auch bei Trainern. Trotzdem wünsche ich mir natürlich, dass mit Torsten Lieberknecht eine Kontinuität reinkommt und wir nicht im nächsten Sommer uns wieder auf die Suche machen müssen.

Interview: Jakob Böllhoff

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