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Ihm winkt die Startelf: Sandro Sirigu.

Darmstadt 98

Bloß kein Balli-Balli

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Bundesligist Darmstadt 98 begeht die zweite Pokalrunde bei Astoria Walldorf mit dem gebotenen Ernst. Trainer Norbert Meier wird einige Wechsel in der Startelf vornehmen.

Mit ein bisschen Balli-Balli“, sagte Norbert Meier, „geht es nicht. Dann kommen wir nicht weiter.“ Was der Darmstädter Trainer genau mit Balli-Balli meinte, blieb am Dienstag, bei der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel in Walldorf, leider offen. Um die türkische Nachspeise Balli-Balli, frittierte Teigringe mit Puderzucker bestäubt, ging es vermutlich nicht. Sollte Meier sich etwa der koreanischen Sprache bedient haben, wo Balli-Balli so viel wie „schnell, schnell!“ bedeutet? Das, immerhin, würde sogar irgendwie Sinn ergeben.

Denn nein, mit ein bisschen schnell-schnell werden die Lilien tatsächlich nicht in die nächste Pokalrunde einziehen, auch wenn der Bundesligist am Mittwochabend (18.30 Uhr) bei einem viertklassigen Gegner antritt. „Astoria Walldorf ist eine fußballerisch gute Mannschaft“, erzählte Meier: „Wir haben sie einige Male beobachtet.“ Am vergangenen Freitag war der 58-Jährige sogar selbst die knapp 70 Kilometer auf der A5 runtergebraust, um auf der Tribüne des Dietmar-Hopp-Parks den kommenden Gegner zu begutachten. Da verlor Astoria in der Regionalliga gegen den FC 08 Homburg mit 0:1, rangiert nun nach 15 Spieltagen auf Platz 13, knapp über der Abstiegszone. Dennoch weiß Meier, dass „wir Einsatz und Laufbereitschaft brauchen“, um ins Pokalachtelfinale einziehen zu können – „und das ist das Einzige, was uns interessiert.“

Ähnliches hatte Zweitligist VfL Bochum auch geäußert, als er für die erste Pokalrunde nach Nordbaden gereist war. Die Bochumer allerdings hatten sich für den Balli-Balli-Ansatz entschieden, um bloß nicht zu viel Kraft zu vergeuden gegen eine Amateurmannschaft. Am Ende gewann Walldorf in brütender Hitze mit 4:3 nach Verlängerung, wodurch die Bochumer sowohl viel Kraft als auch das Spiel verloren. „Für die ist das schon das zweite Mal in dieser Saison das Spiel des Jahres“, sagte Meier, und ein drittes wollen die Lilien, die sich in der ersten Runde locker mit 7:0 beim Fünftligisten Bremer SV durchgesetzt hatten, unbedingt verhindern.

Es wird Änderungen geben

Damals glänzte Stürmer Antonio Colak mit drei Treffern. In der Bundesliga ließ der 22-Jährige anschließend in sechs Spielen zwei weitere Tore folgen, und gegen Walldorf, das den SVD wohl mit einer massiven Abwehr erwarten wird, dürfte Meier seinen Solosturm erneut mit dem technisch versierten Colak besetzen. Beim überzeugenden 3:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg hatte Sven Schipplock noch den Vorzug bekommen, im Abschluss aber mehrmals unglücklich agiert.

Weitere Änderungen sind möglich. Sandro Sirigu, Meiers Meisterjoker, könnte mit einem Startelfeinsatz für viele Bankminuten entschädigt werden, rechts vorne oder rechts hinten. Routinier Peter Niemeyer, 32, wird womöglich für ein Spiel seine Position im defensiven Mittelfeld zurückerhalten. Die Seriosität der Lilien würde darunter nicht leiden, sie wollen in Walldorf den Achtelfinaleinzug feiern. Zur Not auch mit frittierten Teigringen.

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