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Schlag ein, Torschütze: Marvin Mehlem (rechts) gratuliert Joevin Jones zu seinem Treffer.

Darmstadt 98

Ein bisschen Balsam

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Darmstadt 98 erkämpft sich in Regensburg mal wieder einen Punkt.

Tim! Tim!! Tiiiim!!!“ Dirk Schuster schrie, was die Stimmbänder hergaben, denn er war unzufrieden. Eben hatte Jahn Regensburg den Ausgleich zum 1:1 erzielt im Spiel gegen Schusters Darmstädter, und es war Rechtsverteidiger Tim Rieder, den der Trainer im ersten Moment als maßgebliche Fehlerquelle in der Hintermannschaft des südhessischen Zweitligisten ausgemacht hatte. Ein paar Momente später hatte sich daran nicht viel geändert. „Da haben wir mitgeholfen. Mit etwas mehr Willen kann man die Flanke verhindern“, fand Schuster nach dem Spiel, ohne Rieder beim Namen zu nennen.

Man hätte eine längere Diskussion darüber führen können, was Rieder hätte besser machen können in jenem Zweikampf gegen Sargis Adamyan, der der Flanke vorausging, die zum Regensburger Ausgleichstor durch Marco Grüttner in der 55. Minute führte. Nicht diskussionswürdig war indes der Endstand dieser Partie, 1:1 (0:1). Ein Resultat, das für alle Beteiligten irgendwie in Ordnung ging.

Greuther Fürth ist bald zu Gast

„Aufgrund der guten kämpferischen Leistung und den Aktionen nach vorne haben wir den Punkt verdient“, sagte Schuster. Sein Regensburger Kollege Achim Beierlorzer hatte zwar in der Schlussphase noch gute Chancen auf den Siegtreffer für sein Team gesehen, wollte am Ende aber auch „nicht unzufrieden“ sein: „Wir haben einen Punkt gegen Darmstadt, und den nimmt uns keiner mehr.“ Das hatte auch niemand mehr vor, hinterher jedenfalls.

Während des Spiels sah das noch anders aus, denn auf dem Weg zum ersten Punktgewinn nach vier Niederlagen nacheinander schienen die Darmstädter eine ganze Weile lang drauf und dran, gar einen kompletten Auswärtsdreier einzusacken. „Die erste Halbzeit war sehr gut, leider fehlte uns da das zweite Tor. Die Chancen dazu waren da“, sagte Sechser Slobodan Medojevic. Und meinte wohl vor allem jene Kontersituation kurz vor der Pause, als Marcel Heller den Ball etwas überhastet per Lupfer übers Regensburger Tor beförderte (42. Spielminute). Ein direkter Freistoß von Tobias Kempe war zudem am Außenpfosten gelandet (38.).

Vorangegangen war die Führung für die Lilien durch Joevin Jones, der einen Konter wie vom Reißbrett, über Serdar Dursun und dem Vorlagengeber Marcel Heller, am langen Pfosten veredelt hatte (36.). Der Jahn hatte sich in der Entstehung bei einem Freistoß tief in der Darmstädter Hälfte selbst ausgetrickst. „Wir wollten ein Überraschungsmoment kreieren und waren dann selbst am überraschtesten, als der Ball in unserem Netz lag“, kommentierte der Erlangener Beierlorzer die Szene mit fränkischem Sprachwitz.

Der Treffer hätte wunderbar als Grundlage für einen typischen Darmstädter Auswärtssieg getaugt, denn speziell in der ersten Halbzeit hatten die Lilien den aufstrebenden Regensburger (Platz acht, 15 Punkte) ihr Spiel aufgezwängt. Nicht, dass so etwas sonderlich toll aussehen würde. Aber: „Wir haben das Spiel so gestaltet, dass wir den Gegner offensiv nicht haben spielen lassen und selbst Konter gesetzt haben.“ Und so stellen sie sich den Fußball halt irgendwie vor in Darmstadt.

Am Ende war das Unentschieden und sein Zustandekommen Seelenbalsam für die Lilien nach einigen Wochen, die ihrem Selbstverständnis doch arg zuwiderliefen; ohne Punkte, dafür mit vielen Gegentoren. „Defensiv haben wir heute viel besser gestanden, waren aggressiver in unserer Zone und haben nach vorne selbst Druck gemacht“, sagte Medojevic, der im defensiven Mittelfeld neben Tobias Kempe eine solide Vorstellung zeigte. Speziell für den Kopf ist es ein wichtiger Punkt“, sagte der Serbe, der am Samstag 28 Jahre alt wurde.

Einen freien Kopf können die Darmstädter, die sich mit ihren elf Punkten (Platz 14) weiter eher nach unten orientieren müssen in der Tabelle, gut gebrauchen. Schon am kommenden Freitag (18.30 Uhr) ist Greuther Fürth zu Gast, der formstarke Tabellenzweite.

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