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Auf der Suche nach dem richtigen Weg: Lilien-Trainer Markus Anfang.
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Auf der Suche nach dem richtigen Weg: Lilien-Trainer Markus Anfang.

SV Darmstadt 98

Balanceakt am Bölle

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Die Lilien kriegen zu oft die Hütte voll, doch Trainer Markus Anfang will weiterhin mutigen Offensivfußball spielen lassen – dafür bedarf es aber einer größeren Stabilität.

Langsam hat es Tradition, dass der Herbst sich die Lilien packt und sie gerupft in die Wintermonate schickt. In drei der vergangenen vier Spielzeiten hat die herbstlich-winterliche Formdelle letztlich sogar zum Jobverlust des jeweiligen Cheftrainers von Darmstadt 98 beigetragen: Norbert Meier 2016, Torsten Frings 2017 und Dirk Schuster zu Beginn 2019. Nur Dimitrios Grammozis blieb zuletzt mehr als ein Jahr beim SV 98, sein Abschied im vergangenen Sommer, nach einer starken Saison mit Platz fünf in der Schlusstabelle, hatte Gründe, die über das rein sportliche hinausgehen. Und damit zu Markus Anfang, dem aktuellen Lilien-Coach.

Im Vergleich zum Grammozis muss Anfang mit einem Kader zurechtkommen, der bedeutend dünner und wackliger daherkommt, und die vergangenen Wochen haben unterstrichen, wie schwer es für die Darmstädter in der jetzigen Konstellation werden dürfte, die Stromschnellen dieser Saison unbeschadet zu überstehen. In den zurückliegenden Partien haben sie zu Hauf Gegentore kassiert, 0:4 gegen Paderborn und zuletzt 0:3 in Aue, und nur, weil die Lilien im vorangegangenen Spiel, beim 4:3-Sieg in Karlsruhe, selber in Torlaune waren, fielen dort die Defensivprobleme punktemäßig nicht ins Gewicht. Zehn Gegentore in drei Spielen, 18 insgesamt nach acht Spieltagen – das ist viel zu viel und umtreibt Trainer Anfang vor dem wichtigen Spiel am Freitagabend zu Hause gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig (18.30 Uhr). Die Niedersachsen auf Platz 16 liegen mit acht Punkten einen Zähler hinter Darmstadt auf Platz 14.

„Wir müssen eine Stabilität in unser Spiel bekommen. Und wir dürfen nicht so viele individuelle Fehler machen“, sagte Anfang auf der Pressekonferenz am Mittwoch: „Speziell müssen wir an der Reaktion nach Ballverlust arbeiten. Das ist einer der Lösungsansätze, um besser zu verteidigen.“ Stichwort: Umschaltspiel Richtung Defensive.

Palsson fehlt wochenlang

Für Anfang und die Lilien geht es darum, das eine zu tun ohne das andere zu lassen. Der 46-Jährige beharrt auf seinem mutigen Offensivfußball, der durchschnittliche Ballbesitzwerte von um die 60 Prozent einbringt – es ist ein riskantes Spiel, das nur mit Effizienz vor des Gegners Tor in Kombination mit diszipliniertem Verteidigen nach Ballverlusten funktionieren kann. Individuelle Fehler wird es ja immer wieder geben.

Denn natürlich ist alles am Ende eine Qualitätsfrage, und genau die hat Anfang vor einigen Wochen selbst in der Öffentlichkeit gestellt. Der ehrgeizige Trainer war, wenngleich in Corona-Zeiten auch verständnisvoll, nicht glücklich mit der zurückhaltenden, auf Talente ausgerichtete Transferpolitik des Klubs im Sommer. Man versteht, warum.

Wenn Leistungsträger wie Linksverteidiger Fabian Holland oder Sechser Victor Palsson ausfallen, wie zuletzt geschehen, hat Anfang gleich ein gravierendes Stabilitätsproblem. Da trifft es sich gut, dass Holland nach überstandener Corona-Infektion gegen Braunschweig wieder zur Verfügung steht. Weniger gut trifft es sich, dass Palsson am Freitag an der Hand operiert wird und sechs Wochen ausfällt.

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