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Ein Kandidat für für das Spiel gegen Köln dürfte Felix Platte nach seiner Verletzung noch nicht sein.

SV Darmstadt 98

Außergewöhnlich im Einheitsbrei

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Der SV Darmstadt 98 erwartet den 1. FC Köln und damit einen gefühlten Erstligisten. Felix Platte ist wieder im Training.

Die zweite Bundesliga ist eine ziemlich ausgeglichene Klasse. Quasi jede Woche treffen da Mannschaften aufeinander, die sich in ihrem Leistungsvermögen kaum unterscheiden, die oft auch mit identischer Taktik an die Spiele herangehen, die erst einmal darauf bedacht sind, möglichst wenige Chancen des Gegners zuzulassen, um bei den wenigen eigenen eiskalt zuzuschlagen. Mitunter kommt dabei fußballerische Magerkost heraus, von der sich auch der SV Darmstadt 98 nicht immer freisprechen kann, ist der Klub aus der Wissenschaftsstadt doch so etwas wie das Paradebeispiel für eine Mannschaft des Fußball-Unterhauses. Leidenschaftlich, bissig und eklig für den Gegner, was in diesem Zusammenhang durchaus positive Attribute sind. Allerdings manchmal auch spielerisch zu limitiert.

Ganz anders der nächste Darmstädter Gegner, der 1. FC Köln, der am Samstag (13.30 Uhr) im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor zu Gast ist und trotz des Abstiegs gefühlt noch wie ein Erstligist daherkommt. Der den ehemaligen Frankfurter Armin Veh (siehe Artikel unten) als Geschäftsführer installiert hat. Der Jonas Hector, einen deutschen Nationalspieler, im Kader hat. Und der über Angreifer verfügt, Simon Terodde und neuerdings auch wieder Anthony Modeste, die wohl selbst in der Bundesliga bei den gegnerischen Abwehrreihen gefürchtet wären. „Klar, die Kölner haben sicher die Ambitionen aufzusteigen, aus ihrer Sicht müssen sie bei uns punkten“, hatte Dirk Schuster, Trainer der Lilien, unverblümt erst am Montag im FR-Interview gesagt.

In der Vergangenheit waren Duelle zwischen Darmstadt und Köln meist eine klare Sache. Achtmal gab es die Paarung bisher in Liga eins - im Unterhaus ist das samstägliche Aufeinandertreffen übrigens das erste -, keine einzige konnten die Lilien für sich entscheiden. Zuletzt, Ende Januar 2017, überrollten die Kölner den damals Tabellenletzten aus Hessen und gewannen am Böllenfalltor mit 6:1. Der Klassenhalt war schon da, zum Auftakt der Rückrunde, fast außer Reichweite.

Und auch diesmal sind die zwölftplatzierten Darmstädter gegen den Zweiten aus Köln in der Außenseiterrolle, nach einer kleinen Schwächephase scheinen sich die Kölner mit dem 8:1-Erfolg gegen Dresden gerade zur falschen Zeit - zumindest aus Lilien-Sicht - wieder in Form gebracht zu haben.

Schuster jedenfalls warnt: „Die Kölner haben ein außergewöhnliches Spiel.“ Gemeint ist das taktische Verhalten der Domstädter. Des Trainers Erklärung: „Bei eigenem Ballbesitz ziehen sie die Außenverteidiger in die Mitte, um diese zu stärken. Dafür rutschen die offensiven Mittelfeldspieler ganz an die Außenlinie. Das wird taktisch eine richtige Herausforderung für uns, diesem Spielaufbau zu begegnen.“ Immerhin: Dank der Länderspielpause hatten die Lilien genug Zeit, sich gezielt vorzubereiten.

Mitgemischt hat da auch wieder Felix Platte. Der ehemalige U21-Nationalstürmer, der aufgrund einer Sprunggelenksverletzung in dieser Saison noch ohne Einsatz ist, absolvierte große Teile des Mannschaftstrainings. Ein Kandidat für diesen Samstag dürfte er aber noch nicht sein, einige Kurzeinsätze in den kommenden Wochen bis zur Winterpause sind aber sehr wohl das erklärte Ziel des 22-Jährigen.

Ebenso fehlen werden der gestern am Knie operierte Offensivspieler Selim Gündüz sowie der Kopf der Mannschaft, der Aufbauspieler im zentralen Mittelfeld, Tobias Kempe. Der 29-Jährige muss seine Sperre wegen der fünften Gelben Karte absitzen, dafür kehrt Linksverteidiger Fabian Holland nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder ins Team zurück. Trainer Schuster hat unabhängig von der personellen Besetzung ein klares Ziel: „Wir schicken ein Team auf den Platz, das unbedingt gewinnen will.“

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