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Auf, auf! Dirk Schuster hat viel zu tun in Darmstadt.

Darmstadt 98

Aufgeräumte Zukunft

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Vor dem Spiel gegen Duisburg baut Darmstadt seinen Kader weiter um.

Vor fast genau einem Jahr, an einem Samstagvormittag im September, stand Torsten Frings am Geländer des Darmstädter Trainingsplatzes, schlecht gelaunt blickte er drein. Das muss nichts heißen beim Grummler Frings, dem es mitunter auch gut gelaunt gelingt, schlecht gelaunt auszusehen, aber in dem Fall war der damalige Lilien-Trainer tatsächlich motzig drauf. Abends zuvor gab’s ein 1:1 in Kaiserslautern, erste Kritik an der fringschen Ballbesitzstrategie wurde langsam laut, und nun, im kleinen Kreis, haderte Frings, mit seinem Kader, mit den Ansprüchen, mit allem irgendwie. Er deutete auf die Spieler, die auf dem Platz ihre Runden drehten, sehen sie, sagte er, man wolle hier etwas langfristig aufbauen, mit jungen Spielern, wann habe es denn so etwas schon mal gegeben in Darmstadt? Einer wie Julian von Haacke sei jetzt zum Beispiel hier, führte Frings aus, jung, entwicklungsfähig, technisch begabt: „Und wir wollen ja, das so einer auch in einem Jahr noch bei uns ist.“ Geduld sei gefragt.

Nun, es ist anders gekommen. Frings war bald selbst weg, gefeuert, und am gestrigen Mittwoch gab der SV 98 bekannt, dass Mittelfeldspieler von Haacke, 24, nach insgesamt sechs Pflichtspieleinsätzen an den SV Meppen verliehen wird, Dritte Liga. Auch der Brasilianer Joao Renato, 19, kehrt dem Böllenfalltor den Rücken, sein Vertrag, wie jener von Haackes gültig bis 2020, wird aufgelöst. Gespielt hat er für den SVD kein einziges Mal.

Von Haacke und Renato: Zwei Personalien, die stellvertretend stehen für eine Zukunft, die es nie gab in Darmstadt. Dirk Schuster jedenfalls ist weiterhin schwer damit beschäftigt, hinter seinem Vorgänger Frings herzuräumen. Romuald Lacazette, 24, ist ebenfalls bis 2020 vertraglich an Darmstadt gebunden und soll dringend noch in dieser Transferperiode (endet am 31. August) abgegeben werden. Trainieren tut der Franzose längst schon nicht mehr in Darmstadt, und Schuster braucht Platz im Kader, um ihn nach seinen Vorstellungen zu gestalten. 

„Ehrlicher“ MSV 

Vor dem Heimspiel am Freitagabend gegen den MSV Duisburg (18.30 Uhr) gab der 50-jährige bekannt, noch einen weiteren Offensivspieler verpflichten zu wollen. Der Wunsch nach einer Verstärkung für die Offensive sei da. „Und ich denke, der Wunsch wird auch bald erfüllt“, sagte Schuster. Im offensiven Mittelfeld gibt es am ehesten noch Bedarf. Eher unwahrscheinlich ist allerdings, dass Wunschspieler Dong-won Ji noch in dieser Wechselperiode kommt, der FC Augsburg braucht den koreanischen Angreifer aufgrund von Verletzungen zurzeit selbst. Beim 2:1-Sieg des FCA beim TSV Steinbach in der ersten Pokalrunde stand Ji gar in der Startelf. 

Die Lilien, mit drei Punkten aus zwei Spielen in die Zweitligasaison gestartet, erreichten derweil beim Ligakonkurrenten in Magdeburg die zweite Pokalrunde (1:0). Gegen die noch punkt- und torlosen Duisburger erwartet Schuster ein ähnliches Kampfspiel wie in Sachsen-Anhalt. Der MSV sei eine „ehrliche Mannschaft“, kompakt, lauf- und zweikampfstark, spiele also „einen typischen Zweitligafußball“, sagte Schuster. Es war ein Lob. 

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